Contergan-Zeitstrahl   

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1954: Entwicklung von „Contergan“

Im Jahr 1954 wird „Contergan“ durch Wilhelm Kunz und Heinrich Mückter als „K17“ in der Forschungsabteilung der Grünenthal GmbH in Stolberg entwickelt. Im April 1954 erfolgt die Anmeldung von Thalidomid beim Deutschen Patentamt.

1955: Labor-Untersuchung und klinische Tests

In den Jahren 1955 bis 1958 werden Tierexperimente zur pharmakologischen und toxikologischen Untersuchung sowie klinischen Erprobung des Wirkstoffs bzw. Medikamentes durchgeführt. Es erfolgte im Rahmen der Tierversuche jedoch keine Untersuchung der möglichen reproduktionstoxischen Wirkung von Thalidomid, d.h. ob Thalidomid z.B. das Kind im Mutterleib schädigen kann. Eine Anfrage der Forschungsabteilung von Grünenthal an eine Universitätsklinik im Sommer 1957, im Rahmen der klinischen Prüfung Thalidomid auch an Schwangeren zu testen, wurde von der Klinik abgelehnt. Als eine Folge des Contergan-Skandals wurde die reproduktionstoxikologische Prüfung vom Gesetzgeber im Rahmen des Zulassungsverfahrens für neue Arzneimittel zwingend vorgeschrieben.

11.06.1956: Antrag auf Marktzulassung

Genehmigungsantrag zur Marktzulassung beim NRW-Innenministerium, der einen Monat später genehmigt wird.

November 1956: Verkaufsstart

Das thalidomidhaltige Mittel Grippex wird ab November 1956 im Raum Hamburg verkauft.

Dezember 1956: Geburt des ersten „Contergan-Kindes“

Im Dezember 1956 wird das erste Kind geboren, das durch das Medikament Contergan missgebildet wurde. Ein Mitarbeiter hatte ein Muster mit nach Hause genommen und es seiner Frau gegeben.

01.10.1957: Markteinführung von „Contergan“

Am 1. Oktober 1957 erfolgte die Markteinführung von Contergan als rezeptfreies Schlaf- und Beruhigungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland.

1958: Markteinführungen außerhalb Deutschlands

In Österreich wird das thalidomidhaltige Medikament ab 1958 unter dem Namen "Softenon" zugelassen. Bis 1961 wird es von Schwangeren gerne verwendet, weil es die Übelkeit lindert. Anders als in Deutschland ist es in Österreich allerdings rezeptpflichtig. In Großbritannien hat die schottische Distillers Biochemicals Ltd. den Wirkstoff Thalidomid als „Distaval“ in Lizenz auf den britischen Markt gebracht. In der Folgezeit werden in insgesamt 48 Ländern thalidomidhaltige Medikamente vertrieben.

Januar 1959: Erstes Conterganopfer in UK

Im Januar 1959 wird das erste Contergan-Opfer in Großbritannien geboren.

1959: Erste Hinweise auf schwere Nebenwirkungen

Im Jahr 1959 weist ein Gynäkologe den Hersteller Grünenthal darauf hin, dass er die Missbildungen seines Sohnes mit Thalidomid in Verbindung bringt.

Oktober 1959: Meldungen über Nervenschäden häufen sich

Ab Oktober 1959 häufen sich Meldungen über aufgetretene Nervenschäden nach längerer Einnahme von Contergan. Bis Ende November 1961 informierten etwa 1.500 Ärzte und Apotheker und mehr als 300 Verbraucher das Unternehmen über insgesamt mehr als 3.000 Fälle.

August 1960: Großbritannien: Änderungen der Gebrauchsanweisung

Distillers, Lizenznehmer von Grünenthal in Großbritannien, nimmt im August 1960 einen Hinweis auf Nervenschädigungen durch Thalidomid in die Gebrauchsanweisung des rezeptpflichtigen Thalidomidpräparats Distaval auf.

Oktober 1960: Kassenärztliche Bundesvereinigung wird aktiv

Die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Köln weist die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft in Göttingen auf Nervenstörungen durch Contergan hin und bittet um eine Stellungnahme zu Contergan.

November 1960: Deutschland Änderung der Gebrauchsanweisung

Grünenthal nimmt im November 1960 einen Hinweis auf Nervenstörungen bei längerfristiger Einnahme von Contergan und Contergan forte in die Gebrauchsanweisung auf. Es wird versichert, dass die „Überempfindlichkeitserscheinungen“ bei sofortiger Beendigung der Arzneimitteleinnahme reversibel sind.

10.11.1960: Amerikanische FDA stoppt Zulassungsantrag

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) erklärt den Zulassungsantrag der Lizenznehmerfirma Richardson-Merrell für unvollständig und verlangt eine Toxizitätsstudie sowie ergänzendes Material über den Metabolismus von Thalidomid im menschlichen Organismus.

Januar 1961: Britischer Lizenznehmer informiert Grünenthal

Mit einem pharmakologischen Bericht wendet sich der britische Lizenznehmer Distillers an Grünenthal: Bei Thalidomid sei erstmals eine Letaldosis (DL50-Wert) ermittelt worden. Von „Ungiftigkeit“ oder „Unschädlichkeit“ könne daher nicht mehr gesprochen werden.

Grünenthal liegen Anfang 1961 bereits Berichte über neutoxische Schädigungen vor. Das Medikament wird trotzdem weiter vertrieben. Warnungen zu neurotoxischen Schädigungen nehmen zu.

15.02.1961: Experten stellen Forderungen

Der Düsseldorfer Neurologe Ralf Voss berichtet auf dem Neurologenkongress in Düsseldorf über irreversible Nervenschädigungen durch die Einnahme von Thalidomid. Im Februar 1961 finden Gespräche von Vertretern der Firma Grünenthal mit dem Direktor der Kölner Universitätsnervenklinik, Prof. Dr. Werner Scheid, statt. Dieser fordert die sofortige Rezeptpflicht für das Medikament Contergan.

März 1961: Andere Ursachen mitverantwortlich?

Mitarbeiter der Firma Grünenthal entwickeln im März 1961 eine Arbeitshypothese, nach der die beobachteten Nervenschädigungen infolge einer längeren Thalidomideinnahme mit einem Mangel an Vitamin B1 einhergehen. In einem Ärztebrief bringt Grünenthal im März 1961 die Nervenschäden mit Schlafmittel- und Alkoholmissbrauch in Zusammenhang.

30.03.1961: NRW-Ministerium wird informiert

Der Neurologe Ralf Voss informiert die Gesundheitsabteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium, die damals für die Medikamentenaufsicht zuständig war, über das Auftreten von Nervenschäden infolge einer längeren Thalidomid-Medikation.

10.04.1961: NRW-Innenministerium wird aktiv

Der Pharmaziereferent der Gesundheitsabteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Hans Tombergs, informiert Grünenthal über die Vorwürfe des Neurologen Voss gegen Thalidomid und bittet um eine Stellungnahme.

Mai 1961: Neue Berichte in Fachzeitschriften

Die Neurologen Horst Frenkel, Werner Scheid sowie Hans-Joachim Raffauf berichten in medizinischen Fachzeitschriften über das Auftreten von Nervenschädigungen nach längerer Einnahme von Contergan und Contergan forte.

26.05.1961: Rezeptpflicht beantragt

Grünenthal beantragt beim nordrhein-westfälischen Innenministerium die Rezeptpflicht für das Medikament Contergan. Das Unternehmen bestreitet jedoch weiterhin einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Thalidomid und den beobachteten Nervenerkrankungen. Im Juli 1961 empfiehlt das Bundesgesundheitsamt die Einführung der Rezeptpflicht für das Medikament Contergan.

01.08.1961: Rezeptpflicht kommt

Thalidomid wird in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg unter Rezeptpflicht gestellt. Bayern, Berlin und Niedersachsen schaffen es jedoch bis zur Einstellung des Verkaufs nicht, Contergan unter Rezeptpflicht zu stellen.

16.08.1961: „Der Spiegel“ berichtet

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlicht einen Bericht über Nervenschädigungen durch Thalidomid.

September 1961: Erste Publikation über Missbildungswelle

Der Direktor der Städtischen Kinderklinik in Krefeld, Hans-Rudolf Wiedemann, berichtet in einer eigenen Publikation über eine Zunahme von Gliedmaßenfehlbildungen bei Neugeborenen. Dies ist die erste Veröffentlichung über die Missbildungswelle in der Bundesrepublik Deutschland.

26.09.1961: USA: Warnhinweise gefordert

Die FDA verlangt für den Fall einer Zulassung von Thalidomid einen Hinweis in der Packungsbeilage, der vor einer Einnahme in der Schwangerschaft warnt, da diesbezüglich keine Studien vorliegen.

13.10.1961: Experten informieren

Der Pharmakologe Fritz Kemper aus Münster berichtet Grünenthal, dass Thalidomid bei Hähnchen zu Störungen des Knochenwachstums und zu Organveränderungen führt. Im November unterrichtet der Hamburger Kinderarzt und Dozent für Humangenetik, Widukind Lenz, den Forschungsleiter von Grünenthal, Heinrich Mückter, dass er Contergan verdächtigt, bei Einnahme während der Schwangerschaft zu Kindesmissbildungen zu führen. Die Hamburger Gesundheitsbehörde unterrichtet das nordrhein-westfälische Innenministerium über den Verdacht von Lenz in Bezug auf die Nebenwirkungen des Medikamentes Contergan.

24.11.1961: NRW-Ministerium fordert Einstellung des Verkaufs

Besprechung im Düsseldorfer Innenministerium, an der auch Widukind Lenz teilnimmt: Das Unternehmen Grünenthal soll alle Thalidomid-Präparate sofort vom Markt nehmen. Grünenthal lehnt ab, droht mit Regressansprüchen und schlägt vor, alle Packungen mit der Aufschrift "Nicht in der Schwangerschaft zu nehmen" zu kennzeichnen.

25.11.1961: NRW-Innenministerium informiert

Das NRW-Innenministerium unterrichtet die Gesundheitsbehörden der Bundesländer, das Bundesinnenministerium, das Bundesgesundheitsamt sowie die Ärzte- und Apothekenkammern über den Verdacht der Schädigung durch Contergan.

25.11.1961: Interne Grünenthal-Konferenz

Heinrich Mückter teilt auf einer firmeninternen Konferenz mit, dass die britische Lizenzfirma Distillers ihn über einen mit dem Lenzschen Verdacht gleichlautenden Hinweis eines Arztes aus dem Verkaufsbereich des britischen Arzneimittelunternehmens unterrichtet habe.

27.11.1961: Grünenthal nimmt thalidomidhaltige Präparate vom Markt

„Bis zur wissenschaftlichen Klärung der aufgeworfenen Fragen“ nimmt Grünenthal sämtliche thalidomidhaltigen Präparate vom Markt. Erst nachdem das Medikament Contergan vom Markt genommen wurde, zeichnete sich das gesamte Ausmaß der Katastrophe ab: Zwischen Oktober 1957 und November 1961 nahmen in Westdeutschland ca. fünf Millionen Verbraucher 300 Millionen Tagesdosen ein. In 48 Ländern wurden thalidomidhaltige Medikamente vermarktet. In den Jahren 1958 bis 1962 wurden weltweit etwa 10.000 Kinder mit schweren Missbildungen vor allem an den Gliedmaßen geboren. In Deutschland traf dieses Schicksal etwa 5.000 Neugeborene, von denen etwa 2.800 überlebten. Prof. Klaus Roth von der Freien Universität Berlin belegt den kausalen Zusammenhang zwischen den Contergan-Verkaufszahlen und den beobachteten Missbildungen.

1961: Staatsanwaltschaft wird aktiv

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Inhaber und Angestellte der Herstellerfirma Grünenthal. Diese dauern bis 1968.

1964: Gründung der „Aktion Sorgenkind“

Gründung der Lotterie "Aktion Sorgenkind" (später „Aktion Mensch“) im Jahr 1964 durch den ZDF-Journalisten und den langjährigen Moderator der ZDF-Sendung „Gesundheitsmagazin Praxis“, Hans Mohl, der durch den Contergan-Skandal zu seiner Hilfsaktion angeregt wurde. Die intensive Berichterstattung in den Medien enttabuisiert nachhaltig das Thema Behinderung und führt zu einer Änderung der Sichtweise von einem allein persönlichen Schicksal hin zu einer gesellschaftlichen Aufgabe. Ziel der Lotterie ist es, die Lebenssituation von Kindern mit Behinderung zu verbessern. Das ZDF unterstützte das Vorhaben mit einer regelmäßigen Reihe von Fernsehshows (z.B. „Der große Preis“) und einer Lotterie.

27.05.1968: Prozessbeginn

In Alsdorf bei Aachen beginnt der Conterganprozess. Viele Eltern betroffener Kinder treten dabei als Nebenkläger auf.

10.04.1970: Abschluss eines Vergleichs

Grünenthal schließt mit den Eltern einen Vergleich. Das Unternehmen zahlt einen Betrag von 100 Millionen DM (51,13 Millionen Euro) gegen Aufgabe aller Ansprüche.

18.12.1970: Prozesseinstellung

Das Hauptverfahren wird vom Gericht mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingestellt. Voraussetzung für den Einstellungsbeschluss ist die Feststellung der wahrscheinlichen Schuld der Angeklagten wegen der Nervenschädigungen und der möglichen Schuld wegen der Missbildungen.

17.12.1971: Stiftungsgründung

Der Deutsche Bundestag beschließt die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung. Am 31.10.1972 wird die heutige Conterganstiftung in Bonn unter dem Namen "Hilfswerk für behinderte Kinder" ins Leben gerufen.

10.08.1973: UK-Stiftung gegründet

Der „Thalidomide Children’s Trust“ (vergleichbar mit der Conterganstiftung) wird in Großbritannien ins Leben gerufen.

22.12.1982: Gesetzesänderung

Die Änderung des Gesetzes über die Errichtung der Stiftung „Hilfswerk für behinderte Kinder“ mit Ausschlussfrist legt fest, dass potenzielle Leistungsberechtigte ihren Anspruch bis zum 31. Dezember 1983 geltend machen müssen. Für Antragsteller aus den neuen Bundesländern wurde diese Frist später bis Ende Dezember 1993 verlängert.

01.04.1995: „Respekt“-Kampagne

Die Respekt-Kampagne der "Aktion Sorgenkind" (später „Aktion Mensch“) führte zu einem einschneidenden Perspektivenwechsel: Menschen mit Behinderung sind nicht länger „bemitleidenswerte“ Empfänger von Hilfen, sondern selbstbewusste Akteure, die ihr Leben meistern und sich auch für die Kampagne abbilden lassen.

1997: Bund übernimmt Finanzierung der Stiftung

Die bisherigen Vermögenswerte der Stiftung sind aufgebraucht. Die Zahlung der Renten durch die Stiftung erfolgt seither komplett über Mittel aus dem Bundeshaushalt.

19.10.2005: Neues Stiftungsgesetz

Das neue Stiftungsgesetz tritt in Kraft. Umbenennung der Stiftung in „Conterganstiftung für behinderte Menschen“, da der bisherige Name „Hilfswerk für behinderte Kinder“ als nicht mehr zeitgemäß angesehen wird.

01.07.2008: Erhöhung der Zuwendungen

Das erste Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes bringt eine geringfügige Erhöhung der Zuwendungen an die Contergan-Betroffenen.

25.06.2009: Dynamisierung der Renten und Einführung der Sonderzahlung

Das zweite Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes tritt in Kraft. Die Conterganrente wird künftig automatisch an die Erhöhung der Renten der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst (Dynamisierung). Gleichzeitig werden jährliche Sonderzahlungen eingeführt.

01.09.2010: Heidelberger Studie wird veröffentlicht

Von 2010 bis 2012 erarbeitet die Universität Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse (mit intensiver Beteiligung der Menschen mit Conterganschädigung) ihre Studie zu Problemen, speziellen Bedarfen und Versorgungsdefiziten von Menschen mit Conterganschädigung. Diese Studie bildet die Grundlage für Änderungen des Conterganstiftungsgesetzes im Jahr 2013.

25.04.2013: Rentenerhöhung und Einführung der Leistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe

Verabschiedung der dritten Änderung des Conterganstiftungsgesetzes durch den Deutschen Bundestag. Es enthält insbesondere Änderungen der Rentenhöhen sowie Regelungen von Leistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe.

26.11.2015: Contergan Infoportal online

Als ein Ergebnis der Heidelberger Contergan-Studie hat die Conterganstiftung das Contergan-Infoportal ins Leben gerufen – kurz auch CIP genannt. Es ist Anlaufstelle für Menschen mit Contergan- bzw. Thalidomidschädigung, die sich schnell und umfassend über gesetzliche Leistungen, Dienstleistungen, Zuständigkeiten der Behörden und Einrichtungen informieren wollen.

13.05.2016: NRW veröffentlicht Forschungsbericht

Das Land NRW veröffentlicht einen 690 Seiten starken Forschungsbericht zur eigenen Rolle im Contergan-Skandal der 60er Jahre. Die Studie unter dem Titel „Die Haltung des Landes Nordrhein-Westfalen zum Contergan-Skandal und den Folgen“ stammt vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

09.06.2016: Erster Bericht der Bundesregierung

Der erste Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des Conterganstiftungsgesetzes (ContStifG) wird veröffentlicht: Gemäß § 25 ContStifG legt die Bundesregierung dem Bundestag im Abstand von zwei Jahren einen Bericht über die Auswirkungen des ContStifG sowie über die gegebenenfalls notwendige Weiterentwicklung dieser Vorschriften vor. Dieser basierte auf zwei Gutachten sachverständiger Experten. Der Bericht bildet die Grundlage für Änderungen am ContStifG zum Beginn des Jahres 2017.

11.03.2017: Einführung pauschaler Leistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe

Der Bundestag beschließt das Vierte Änderungsgesetz zum Conterganstiftungsgesetz, welches am 01.01.2017 in Kraft tritt: Die spezifischen Bedarfe von Menschen mit Conterganschädigung werden zukünftig durch pauschale Leistungen gedeckt (Pauschalierung). Spezielle Anträge sind hierfür nicht mehr notwendig. Zudem eröffnet der Gesetzgeber den Conterganbetroffenen ein neues Beratungsspektrum. Seit Juni 2017 ist das Beratungsangebot ein Baustein des Leistungsangebots der Conterganstiftung.

Quellen

Beate Kirk
Der Contergan-Fall: eine unvermeidbare Arzneimittel-Katastrophe? Zur Geschichte des Arzneistoffs Thalidomid
wvg mbH Stuttgart
(1999)

Prof. Dr. Klaus Heilmann
Zeitbombe Medikament: Warum Sie Ihren Arzneimitteln nicht blind vertrauen dürfen
Heyne Verlag
(2013)

Prof. Klaus Roth, FU Berlin
Eine unendliche chemische Geschichte
In: Chem. Unserer Zeit
(2005)

Prof. Dr. K.-D. Thomann
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
„Die Contergan-Katastrophe: Die trügerische Sicherheit der „harten“ Daten“
In: Deutsches Ärzteblatt
(2007)

Bundesverband Contergangeschädigter e.V.
Zahlen Daten, Fakten zu Contergan
(2011)