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Thema des Monats November 2018

07.11.2018

Sport und Fitness – Angebote für contergangeschädigte Menschen

Contergangeschädigter Taucher.
Blau getöntes Bild (Wasser) eines contergangeschädigten Tauchers unter Wasser.

Bianca Vogel, Bettina Eistel, Heinz Barnbeck, Josef Giesen oder auch Matthias Berg: Als contergangeschädigte Leistungssportler haben sie hart trainiert, sich mit anderen Menschen gemessen, Grenzen ausgetestet, Träume verwirklicht und vielfach große Erfolge gefeiert. Dabei mussten sie oft mit widrigen Umständen kämpfen und Hindernisse überwinden. Im Gegenzug haben sie aber die positive Wirkung des Sports als Bestätigung und Kraftspender erlebt.

Bewegung, Sport und Spiel halten jedoch auch abseits des Leistungssports für contergangeschädigte Menschen viel Positives bereit: Spaß an der Bewegung und vielleicht auch am sportlichen Wettkampf, Erlebnisse mit Freunden, eine erfüllende Freizeitgestaltung und die Bewahrung einer körperlichen Beweglichkeit und Fitness. Das vorhandene Angebot an Sportarten, die trotz vielfältiger Formen und Schweregrade der Conterganschädigung ausgeführt werden können, ist dabei breit gefächert. So können Contergangeschädigte sowohl Sportarten betreiben, die auch von nicht behinderten Sportlern ausgeübt werden (z. B. Tanzen, Skifahren, Tauchen oder Golf), als auch ganz eigenen Disziplinen (z. B. Showdown-Tischball) nachgehen. Darüber hinaus erfreuen sich auch verschiedene Selbstverteidigungsformen oder fernöstliche Entspannungstechniken einer zunehmenden Beliebtheit. Für Matthias Berg gilt es dabei vor allem „Abschied (zu) nehmen von dem, was nicht mehr geht und sich auf das (zu) konzentrieren, was geht, das ist das Rezept ... Und zwar völlig unabhängig davon, in welcher Situation der eigene Körper und der eigene Geist sind.“1 

Unser aktuelles Thema im Monat November 2018 möchten wir deshalb nutzen, verschiedene Sport- und Bewegungsarten vorzustellen, die für contergangeschädigte Menschen von Interesse sein könnten. Dabei wollen wir aufzeigen, wie  Betroffene - je nach individueller Schädigung und Gesundheitszustand – auch spielerisch den eigenen Körper trainieren und die bestehende körperliche Fitness erhalten bzw. ausbauen können.

Sollten Sie Interesse an einem speziellen Sport- oder Bewegungsangebot haben, welches wir unbedingt vorstellen sollten oder mit dem Sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben, so würden wir uns über eine kurze Nachricht via E-Mail unter info@contergan-infoportal.de sehr freuen.

Weitere Informationen

Tipps und Links zu
Sport und Fitness im CIP


Golf

Ein Sport auch für Menschen mit körperlichen Handicaps

Auf der RehaCare in Düsseldorf war auch der Behinderten Golf Club Deutschland e. V. (BGC) mit einem Stand vertreten. Nach Auskunft des 1994 in Ahrensburg bei Hamburg gegründeten BGC hat der Golfsport bei uns immer noch einen Ruf als elitäre Disziplin. Dabei kann Golf auch ein optimaler Sport für die Rehabilitation sein. Laut BGC mache der dafür erforderliche koordinierte Bewegungsablauf sowie die mentale Anspannung Golf zu einer optimalen Therapiemethode. So sei Golf gerade für Menschen mit Beeinträchtigungen eine Möglichkeit, ihr Selbstwert- und Lebensgefühl zu steigern und die eigene Leistungsfähigkeit zu trainieren. 

Dabei verweist der BGC darauf, dass insbesondere bei Rollstuhlfahrern Golf als physiologisch sinnvolle und unterstützende Methode der Rehabilitation eingesetzt werden kann. Sogar für stark sehbehinderte oder blinde Menschen eigne sich der Sport. Dies sei insbesondere damit verbunden, dass beim Golf der Ball ruhe und der Spieler agiere. Ganz im Gegensatz zu anderen Ballsportarten, bei denen der Spieler meist sehend reagieren muss. Auch contergangeschädigte Menschen betreiben nach Auskunft der Verbandsvertreter Golf und sind im BGC organisiert.


Paramotion-Mobilitätslösung als Sondermodell.
Eine Sonderanfertigung der Paramotion-Mobilitätslösung auf der RehaCare.
Rückansicht der Paramotion-Mobilitätslösung.
Rückansicht der Paramotion-Mobilitätslösung auf der RehaCare in Düsseldorf.
Seitenansicht der Paramotion-Mobilitätslösung.
Seitenansicht der Paramotion-Mobilitätslösung.

Der Behinderten Golf Club Deutschland e. V. ist seit 1995 auch Mitglied im Deutschen Golf Verband e. V. (DGV), dem Dachverband der Golfclubs und Golfanlagenbetreiber, und über den DGV auch Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Seither ist er für alle Belange von behinderten Golfern in Deutschland zuständig. 

Eine Mitgliedschaft im BGC kostet als aktives Mitglied 80,00 Euro Jahresbeitrag plus 25,00 Euro Aufnahmegebühr. Hierfür ist die Mitgliedschaft in einem (anderen) regulären Golfclub des DGV Voraussetzung. Eine Vollmitgliedschaft (inkl. DGV-Ausweis) für Menschen mit einer Behinderung kostet 260,00 Euro Jahresbeitrag plus 25,00 Euro Aufnahmegebühr. Diese Vollmitgliedschaft wird vom BGC in Zusammenarbeit mit dem Golf Club Lilienthal angeboten. Interessenten werden automatisch Mitglied im Golf Club Lilienthal und erlangten so auch eine DGV-Mitgliedskarte. Ab einer Behinderung von 50 % (GdB) entfällt die einmalige Aufnahmegebühr.

Zusammen mit dem BGC stellte auch das Unternehmen PowerBaseTec (PBT) auf der RehaCare aus. PBT ist ein kleines mittelständisches Unternehmen aus Niedersachsen, das sich auf aktive Mobilität spezialisiert hat. Zusammen mit der Firma Otto Bock ist PBT besonders im Bereich Golfsport für behinderte Menschen aktiv. Die von PBT vertriebene Mobilitätslösung „Paramotion“ (s. o.) ermöglicht es Rollstuhlfahrern, Golf zu spielen und sich frei auf dem Golfplatz zu bewegen. 


In unserer Bilderstrecke ist „Paramotion“ während der Handicap-Tage in Damp in Aktion zu sehen.

Golf-Mobilitätslösung auf den Handicap-Tagen in Damp.
Präsentation der Golf-Mobilitätslösung auf den Handicap-Tagen in Damp.
Die Golf-Mobilitätslösung auf den Handicap-Tagen in Damp in Aktion.

Das Gefährt ist aufgrund seiner Bereifung (Breite und Profil) sowie der kompakten Konstruktion für die Fahrt auch in unwegsamem Gelände geeignet. Das erlaubt insbesondere die Benutzung auf einem Golfplatz mit seinen verschiedenen Geländeformationen. Dabei wird er durch zwei Blei-Gel-Akkus mit je 12 V und 96 Ah Traktionsbatterien gespeist. Gebrauchte Geräte (überholt und geprüft) gibt es auf der Seite von PBT aktuell für 13.990,00 Euro zzgl. Lieferkosten und inklusive einem Jahr Garantie zu kaufen.

PBT bietet darüber hinaus auch Golf-Schnupperkurse, individuelle Trainingseinheiten sowie Kurse in Reha-Zentren an. Damit will das Unternehmen Menschen mit Behinderungen den Einstieg in die Welt des Golfsports erleichtern.

Weitere Informationen

Internetseite des
Behinderten Golf Club Deutschland e.V. 

Informationen zum Paramotion
von PowerBasetec

Kontakt

BGC Behinderten Golfclub Deutschland e. V.
- BGC Geschäftsstelle Deutschland -
Bettina und Christian Nachtwey
Oberdorfstrasse 7
37434 Bodensee / Niedersachsen
 
Telefon: 05507 2527
Telefax: 05507 979144
E-Mail: info@bgc-golf.de


PowerBaseTec
Oberdorfstrasse 7,
37434 Bodensee,

Telefon: 05507 9799108
Mobil: 0171 2732791
Telefax: 05507 979144
E-Mail: info@powerbasetec.de


Fundación Handisport

Mallorca

Die spanische Stiftung Handisport auf Mallorca ist eine Non-Profit-Organisation, die Menschen mit Behinderungen eine größtmögliche Integration in die Gesellschaft ermöglichen möchte. Dazu bietet sie seit Jahren behinderten Menschen auf Mallorca Freizeit- und Sportmöglichkeiten in einem barrierefreien Umfeld an. Für die einzelnen Sportangebote stehen den Betroffenen dabei spezialisierte und Englisch sprechende Sportlehrer zur Seite. Diese kümmern sich um die Anleitung und Betreuung der Betroffenen sowie die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen. Zu den Angeboten der Stiftung gehören dabei:

Blokart-Landsegler. © Michey / Depositphotos.com
Blokart.

Blokart – der Landsegler
Das Surfen auf der Erde, wie Landsegeln manchmal auch genannt wird, ist auch für contergangeschädigter Menschen möglich. Wenn sie schon segeln können, dann ist Blokart-Fahren auf Anhieb möglich. Betroffene ohne Vorkenntnisse können - nach Einweisung - ebenfalls sofort starten und sollten – so Handisport – nach etwa einer Stunde Übung alle notwendigen Manöver beherrschen.

Tauchsport.
Tauchen.

Tauchen
Die Stiftung betreibt auch eine Tauchschule und bietet Tauchen im Pool und im offenen Meer an. Für den Weg zum Wasser stehen bei Bedarf auch Strand-Rollstühle zur Verfügung.

Wasserski. © Noonie / Depositphotos.com
Wasserski.

Wasserski
Beim Wasserski-Angebot der Stiftung am Strand von Mallorca können Betroffene im Sitzen auf einem speziellen, eigens dafür entwickelten Ski (großer Basis-Ski mit zwei stabilisierenden Skiern an beiden Seiten) diesen Wassersport testen. Die jeweiligen Strandabschnitte sind dabei für Menschen mit Beeinträchtigungen gut zugänglich.

Golfsport.
Golf.

Golfsport
Auf der Baleareninsel stehen auch Golfplätze, die für Menschen mit Beeinträchtigungen geeignet sind, zur Verfügung. Die Stiftung stellt Betroffenen dazu geeignete Spezialfahrzeuge (z. B. ParaGolfer von Otto Bock) zur Verfügung und bietet auch Golfkurse für behinderte Menschen an.

Andere Angebote der Fundación Handisport sind Kanu-Ausflüge, begleitete Wander-Touren auf verschiedenen Routen über die Insel Mallorca (mit geländegängigen, 3-rädrigen Rollstühlen „Hipocampe All-Terrain Chairs“ und allradgetriebenen, elektrischen Outdoor-Rollstühlen) sowie Segelschul-Kurse und Segeltörns.

Weitere Informationen

Bericht auf myhandicap.de über
einen Besuch bei der Fundación Handisport 

Internetseite der
Fundación Handisport Mallorca
(in spanischer Sprache)

Kontakt

Fundación Handisport Mallorca
Polideportivo Municipal de magaluf
Mino, s/n. 07181 Calvià Mallorca
Illes Balears, Espana

Telefon: +34 971 132268
Telefax: +34 971 130702
E-Mail: info@handisportmallorca.org 


Eingestellt von: T. Heckmann
Quellen: Text 1: (1) Matthias Berg: „Sport ist ein unglaublicher Kraftspender“. Matthias Berg im Interview mit dem Teckboten zu den Paralympics in Rio de Janeiro, 20.09.2016. Text 2: Informationen des BGC und von PBT sowie eigene Recherchen. Alle Fotos von CIP.
Letzte Aktualisierung: 05. Dezember 2018

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