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Beratungszentrum Berlin-Biesdorf

24.09.2018

Beratung, Information und Hilfe

Ende Juni 2018 konnte der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) sein neues „Beratungszentrum Grundstück und Pflege“ nach nur zehn Monaten Bauzeit eröffnen. Das Zentrum mit seinen 350 Quadratmetern Ausstellungs- und Büroflächen wurde aus Mitgliedsbeiträgen (80%) sowie mit finanzieller Unterstützung des Bezirks Marzahn-Hellersdorf (20%) errichtet. Es befindet sich am Sitz des Verbandes in der Irmastraße 22 in 12683 Berlin-Biesdorf.



Dabei musste die offizielle Eröffnung vorgezogen werden, da sich immer mehr Beratungsinteressenten mit einer Bitte um Unterstützung an den Verband gewendet hatten. So entschied man sich kurzerhand das Zentrum zu eröffnen, auch wenn noch nicht alle geplanten Installationen komplett fertig gestellt waren (z. B. in der Küche). Dies wurde dann im Sommer nachgeholt.

Zur Eröffnung des Hauses gratulierte Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium, und dankte dem VDGN für seine Initiative, den Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen, zu Hause - in den eigenen vier Wänden - weiter zu leben, erfüllen zu helfen. Mit dem nun vorhandenen Beratungsangebot würden besonders auch jene unterstützt, die immer noch die Hauptlast der Pflege tragen.

Beratung, Information und Hilfe aus einer Hand

Im neuen Beratungszentrum bietet der VDGN älteren, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen und ihren Angehörigen Beratung, Information und Hilfe aus einer Hand. Es zeigt mit vielfältigen technischen Lösungen, wie trotz gesundheitlicher Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden gelingen kann. Ob Badewanne mit tiefem Einstieg, Treppenlift, spezielle Toiletten, Blindenleitsysteme oder Möbel mit Aufstehhilfe – die Besucher des neuen Beratungszentrums können sich die Technik vor Ort anschauen, vorführen lassen und selbst testen.

Darüber hinaus kann, wer es wünscht, sich von den Fachleuten im Beratungszentrum ein maßgeschneidertes Konzept erstellen lassen, wie trotz gesundheitlicher Einschränkungen ein angemessenes Leben in vertrauter Umgebung möglich wird. Seinen Ursprung hat das neue Beratungszentrum in dem vor zwei Jahren beim VDGN neu aufgebauten Bereich Leben, Wohnen und Pflege im Alter. Dieser wird von der Diplom-Pflegepädagogin und VDGN-Vizepräsidentin Ute Brach geleitet: „Mit dem neuen Haus haben wir nun optimale Bedingungen für die Beratung zu einem staatlich geförderten Abbau von Barrieren in Haus oder Wohnung. Als Partner für die Umsetzung stehen Fachfirmen des VDGN-Unternehmenspools zur Verfügung. Zu Fragen der Planung und Finanzierung solcher Umbauten sowie zu flankierenden Hilfsangeboten beraten Experten des Vereins Leben, Wohnen und Pflege (LWP). Auch vermitteln wir Hilfe im Alltag und unterstützen beim Beantragen eines Pflegegrads. Künftig sollen zudem Kurse für pflegende Angehörige stattfinden.“ 

Das Haus steht grundsätzliche allen Betroffenen offen und kann während der Öffnungszeiten auch von Nichtmitgliedern genutzt werden (siehe unten). Der Verband bitte dabei um eine kurze Voranmeldung per Telefon oder E-Mail und freut sich natürlich auch über eine kleine Spende für den laufenden Betrieb und den weiteren Ausbau der Angebote. Die mit dem Zentrum verbundenen ergänzenden Beratungsmöglichkeiten (z. B. Einholung und Prüfung von Kostenvoranschlägen, die Unterstützung hinsichtlich der Anträge bei Kostenträgern oder auch die Rechtsberatung durch Rechtsanwälte) sind ein besonderes Serviceangebot für die Mitglieder des VDGN.

Rundgang im Beratungszentrum

Frau Brach war es auch, die uns im neuen Beratungszentrum begrüßte und uns die verschiedenen Bereiche mit Lösungen für ein barrierefreies Leben in den eigenen vier Wänden präsentierte. Dabei ging Sie gleich zu Beginn auf eine Besonderheit des Projektes ein. Das Beratungszentrum sollte ein Projekt mit Ecken und Kanten sein. Natürlich hätte man ohne Probleme ein Haus bauen können, welches ebenerdig und bereits in der Bauphase komplett barrierefrei gestaltet gewesen wäre. Beim Verband entschied man sich jedoch dagegen, weil dies wenig mit der in der Praxis meist vorzufindenden realen Situation der Betroffenen zu tun hätte. 

Stattdessen entschied man sich dafür ein Standardhaus zu bauen, ohne Rücksicht auf die Barrierefreiheit. Dabei orientierte man sich an den Angaben der Mitglieder zu ihren Häusern und Wohnungen, um ein möglichst repräsentatives Abbild der Realität zu bekommen, insbesondere auch was die Größe der Räumlichkeiten und z. B. auch die Treppenhäuser angeht.



Ausgehend von diesem „Standard“-Haus begann man dann das neu entstandene „Haus der Barrieren“ im Nachhinein barrierefrei umzugestalten. So können Interessenten und Betroffene sehen, was möglich ist und wie sich barrierefreie Lösungen in einem normalen Haushalt nachrüsten lassen. Das reicht von den Liften am Eingang und zwischen den Stockwerken, über verschiedene Bäder und Hilfsmittel bis hin zur möglichen nachträglichen Installationen von barrierefreien Lichtsystemen, Informations- und Telekommunikationslösungen oder AAL-Sensoren (AAL = Ambient Assisted Living = Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben).

Beratungsbereich Küche

Unterstützt wird das Team von Frau Brach dabei auch von verschiedenen Herstellern, wobei die kostenlose Bereitstellung von Hilfsmitteln für die Ausstellung sich mit dem Erwerb von Ausstellungsstücken durch den VDGN die Waage hält (ungefähr 50 : 50). Dabei entsteht in der Diskussion mit den ausgewählten Herstellern über die Nutzung ihrer Produkte oft auch ein neues Verständnis für die Bedürfnisse der Betroffenen sowie mögliche weitere Einsatzfelder der Produkte. Dazu gehörte in den Gesprächen mit Siemens z. B. die Erkenntnis, die Kochfelder mit Induktionsflächen auch für Menschen mit Sensorikstörungen an der Unterseite der Arme auszuloben. Darüber hinaus wurde auch über die Frequenz der Induktionsfelder in der Küche gesprochen, die Betroffenen mit Hörimplantaten Probleme bereitet. Dies trug dazu bei, hier Änderungen am Produkt zu initiieren, die hörgeschädigten Menschen den Umgang mit diesen Geräten wieder erträglich gestaltet. Ein Beispiel von vielen, wie uns Frau Brach erläuterte.




Barrierefreiheit in Badezimmer und WC

Auch im Beratungszentrum in Berlin-Biesdorf sind die Badezimmer zur praktischen Nutzung vorgesehen. So können verschiedene barrierefreie Lösungen gleich in der Praxis getestet werden, auch wenn dies für einige Besucher manchmal noch etwas ungewohnt ist.






Beispiele für weitere Angebote

Hier einige weitere Beispiele für die Ausstellungsstücke im „Beratungszentrum Grundstück und Pflege“, an denen z. B. auch Angehörige von pflegebedürftigen Menschen konkret geschult werden.




Das „Beratungszentrum Grundstück und Pflege“ wird in Zukunft kontinuierlich erweitert und soll so langfristig zu einem der Anlaufpunkte in Berlin und Brandenburg werden, an dem sich Betroffene und Interessierte zu allen Fragen der Barrierefreiheit, des Aus- und Umbaus sowie damit verbundener sozialrechtlicher Fragestellungen informieren und beraten lassen können.

Weitere Informationen

Internetseite des Verbandes
Deutscher Grundstücksnutzer

Bundesweite Beratungsstellen
des Verbandes Deutscher
Grundstücksnutzer

Kontakt

Beratungszentrum Grundstück und Pflege
des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN)

Irmastraße 22
12683 Berlin

Telefon: 030 / 514 888 210
Telefax: 030 / 514 888 229
E-Mail: info@vdgn.de

Sprechzeiten:
Dienstag: 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr
Mittwoch: 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr
Donnerstag: 15 bis 20 Uhr
Freitag: 9 bis 13 Uhr

Zugang über Lift auch für gehbehinderte Menschen mit Rollstuhl problemlos möglich
Parkplätze vor dem Grundstück oder bei Bedarf direkt am Haus

Öffentlicher Nahverkehr: S-Bahn Wuhlheide oder U Elsterwerdaer Platz, Bus 190, Haltestelle Irmastraße


Eingestellt von: T. Heckmann
Letzte Aktualisierung: 24. September 2018

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