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Kleidung

27.12.2018

Thema des Monats Dezember 2018

Individuell gefertigter Handschuh aus der Manufaktur Wappler.
Individuell gefertigter Handschuh mit unterschiedlich langen Fingern aus der Manufaktur Wappler.

Mode für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen

Unsere Kleidung soll nicht nur praktisch sein, sondern auch gut aussehen. Das wünschen sich auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, deren individuelle Schädigung oft besondere Herausforderungen an die Passform und Funktionalität ihrer Kleidungsstücke stellt.

Dabei geht es nicht nur um Menschen im Rollstuhl, bei denen die Kleidung z. B. Druckstellen vermeiden und die gewohnte Bewegungsfreiheit des Oberkörpers auch weiterhin gewährleisten soll. Auch die Suche nach geeigneten Handschuhen, besonders leicht anzuziehenden Kleidungsstücken oder einem festlichen Abendkleid ist für contergangeschädigte Menschen nicht immer einfach. 

In unserem aktuellen Thema wollen wir uns deshalb mit Mode für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen beschäftigen, neue Ideen und Kleidungsstücke sowie die Designer und Schneider hinter diesen Angeboten vorstellen.

Sollten Sie Interesse an einem speziellen Kleidungsstück haben, welches wir unbedingt vorstellen sollten oder mit dem Sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben, so würden wir uns über eine kurze Nachricht via E-Mail unter info@contergan-infoportal.de sehr freuen.


Anbieter von Mode für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen


Fadenstolz – Kleidung nach Maß

Die Damen- und Herrenschneidermeisterin Jessica Lewerentz hat sich im Februar 2013 in Bremen mit „Fadenstolz“ selbständig gemacht. Sie bietet Kleidung für Rollstuhlfahrer, Prothesenträger, Contergangeschädigte und Menschen mit anderen körperlichen Besonderheiten, die mit der „Mode von der Stange“ nicht zurechtkommen bzw. nicht glücklich werden. Die Angebotspalette reicht dabei von Jeans und anderen Hosen über Hemden, Blusen und Westen, Etuikleidern, Sakkos sowie Kostümen bis hin zu Jacken und Mänteln. Auf Wunsch kommt Jessica Lewerentz auch zu den Betroffenen nach Hause und berät sie vor Ort. Zum Angebot im Internet

Herzogenrath – Mode für Handicapped

Isabell Herzogenrath bietet in ihrem Modeatelier in Dormagen (Niederrhein) seit 2003 Mode für Menschen mit Behinderung. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Synthese von Passform, Funktionalität und modischem Aussehen. Ihre Angebote reichen dabei von individuellen Anzügen über Regenjacken bis hin zu Mänteln für Rollstuhlfahrer. Dazu nutzt sie für ihre Kleidungsstücke gern dehnbare und gut waschbare Stoffe. Zum Angebot im Internet

Kattalinga

Stefan und Miriam Wolff bieten Pflege- und Reha-Unterwäsche an. Sie soll es z. B. Menschen mit dauerhaften Bewegungsdefiziten ermöglichen, durch eine spezielle Verschlusstechnik ihre Wäsche selbständig und ohne fremde Hilfe anzulegen. Zum Angebot im Internet

Manufaktur Rico Wappler

Der Lederhandschuhmacher Rico Wappler aus dem sächsischen Stützengrün bietet seit 2006 Handschuhe und orthopädische Handschuhe in Handarbeit und Maßanfertigung an. Nach Aussage von Rico Wappler hat  er bereits für einige Contergangeschädigte individuelle Handschuhe gefertigt. Zum Angebot im Internet 

mäander – andere Mode

Nina Schwerdtmann bietet in Hamburg seit 2010 Kleidungsstücke, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen zugeschnitten sind, die im Rollstuhl sitzen. Auch bei ihr stehen Funktionalität und modische Erscheinung im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt liegt auf Hosen und Jacken. Zum Angebot im Internet

Rolling Pants

Rolling Pants bietet seit 2015 Kleidung für Rollstuhlfahrer, die gemeinsam von Menschen mit und ohne Handicap entworfen wird. Das Sortiment von Thomas Schmidt und Urs-Stefan Kinting konzentriert sich dabei auf Denim-Jeans, Thermo-Jeans und Hosen für Damen und Herren. Darüber hinaus bietet das Hamburger Unternehmen T-Shirts und Accessoires an. Zum Angebot im Internet

amiamo

Anneli Cattelan fand keine passende Kleidung für ihren an Muskeldystrophie erkrankten Sohn. Deshalb griff sie selbst zu Nadel und Faden und gründete ein Modeatelier für Menschen mit Behinderung. Heute leitet sie den gemeinnützigen Verein amiamo in Münchenstein (Schweiz). Dort werden Hosen und Jacken für Rollstuhlfahrer kreiert. Dabei sieht es der Verein als seine Aufgabe an, Maßanfertigungen zu sozialorientierten Preisen herzustellen. Zum Angebot im Internet

Online-Shops mit Kleidung für Menschen im Rollstuhl

Bei den folgenden Online-Händlern finden Sie Kleidungsstücke, die speziell auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern zugeschnitten wurden:

Chairmelotte
(Teile der Webseite in Englisch)

Renato 

Rolli-Moden

Rolling Elephants 

Rollitex

Tamonda

Die hier aufgeführten Beispiele, Online-Shops und Ansprechpartner erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigen beispielhaft, welche Lösungen für contergangeschädigte Menschen angeboten werden. Gerne nehmen wir weitere Lösungen in die Übersicht auf. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu unter info@contergan-infoportal.de


30.09.2016

Projektidee: Anziehhilfe Jack

Die Idee hinter der Anziehhilfe Jack ist es, Menschen mit bewegungseingeschränkten Armen und Schultern zu helfen, sich eigenständig anzuziehen. Dabei sollen die komplexen Bewegungen der Oberarme, die typischerweise beim Anziehen einer Jacke notwendig sind, entfallen. Das Anziehen der Jacke soll bei Jack durch ein einfaches Vorwärtsgehen und leichtes Heben der Arme erfolgen. Die finale Entkopplung des Kragens der Jacke von der Anziehhilfe sei leicht. Nach Ansicht des Demovideos und des Prototypen auf der Messe erfordert sie aus unserer Sicht jedoch einige Anstrengung und körperliche Bewegung, die für viele contergangeschädigte Menschen schwierig wäre. Dies gaben die Entwickler am Stand auch gerne zu. Ein Einsteigen in die Jacke beim Rückwärtsgehen hätten sie auch schon überlegt. Angesichts der Angst vieler Menschen rückwärts zu laufen, hätten sie dies bisher aber nicht weiter verfolgt.

© Hochschule Hannover
Flyer der Hochschule Hannover zur Anziehhilfe.

Die Anziehhilfe Jack ist eine Idee von Amelie Mädge und Richard Messmann von der Hochschule Hannover. Sie entstand im Wintersemester 2015/16 im Rahmen des Projekts „Inclusive Design“. 

 

Durch die Messe hätten sie viele hilfreiche Anregungen von Betroffenen für die Weiterentwicklung erhalten. Gerne würden die beiden Entwickler auch mit contergangeschädigten Menschen in Kontakt kommen, um mehr über ihre spezifischen Bedürfnisse zu erfahren und diese in die Überarbeitung des Produktdesigns einfließen zu lassen.

Kontakt 

Hochschule Hannover
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing (OeM)
Expo Plaza 4
30539 Hannover 

Telefon: 0511 9296 1011
Telefax: 0511 9296 1010
E-Mail: oem@hs-hannover.de 

Weitere Informationen

Informationsflyer zur Anziehhilfe Jack - PDF, 1.1 MB
der Hochschule Hannover


Eingestellt von: T. Heckmann
Quellen: Informationen der Hochschule Hannover und eigene Recherchen
Letzte Aktualisierung: 05. Dezember 2018

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