Navigation

Brotkrümelpfad

Inhalt

Barrierefreie Haushaltsgeräte

Was ist daraus geworden?

Auf der Internationalen Funkausstellung 2017 hatten wir erstmals eine barrierefreie Waschmaschine von Miele gesehen. Diese wurde vom Unternehmen zusammen mit blinden und sehbehinderten Menschen auf der Basis eines bestehenden Modells entwickelt. Die Bedienung des Gerätes sollte den Betroffenen durch den Einsatz akustischer Signale und haptischer Elemente erleichtert werden.

Blick auf das mit Taktiken Merkmalen ergänzte Bedienfeld einer Miele-Waschmaschine.
Taktiles Bedienfeld einer Miele-Waschmaschine. © CIP

Nach fast anderthalb Jahren haben wir nachgefragt, was sich seitdem in diesem Bereich getan hat und welche Neuheiten es grundsätzlich im Markt gibt.

Die barrierefreie bzw. barrierearme Waschmaschine von Miele ist auch weiterhin im Angebot und wird - in Anbetracht der kleinen Zielgruppe - nach Unternehmensangaben auch gut nachgefragt. Weitere Produkte sind aktuell aber noch nicht verfügbar. Dies würde aber nicht bedeuten, dass in Zukunft nicht weitere Produkte auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen adaptiert werden könnten.

Eine Nachfrage beim Wettbewerber Bosch ergab, dass hier für die Bosch-Waschmaschine WAN280H1 eine taktile Schablone verfügbar wäre und auch die genutzten Druckschriften in verschiedenen barrierefreien Formaten existieren würden. Aktuell würde jedoch die Akzeptanz dieser Lösungen erst noch mit Betroffenen getestet, weshalb noch kein konkreter Vertriebsweg für diese Unterstützungsangebote genannt werden könnte. 

Als Alternative wird auf die Nutzung der Sprachsteuerung z. B. durch blinde und sehbehinderte Menschen verwiesen. Via Sprachsteuerung mittels Amazon Alexa gibt es hier die Möglichkeit, an der sogenannten „Home Connect“-Welt von Bosch teilzunehmen. Damit könnten mit der eigenen Stimme Bosch-Hausgeräte mit eingebauter Home-Connect-Steuerung, wie z. B. Kaffeemaschinen, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Trockner und Backofen, bedient werden. Hierfür müsste lediglich einmalig bei der Konfiguration des Gerätes oder jeweils beim Beladen (z. B. der Waschmaschine) eine Taste zur Fernsteuerung aktiviert werden, die sich leicht haptisch markieren ließe. Anschließend wäre der gesamte Prozess per Alexa-Sprachsteuerung kontrollier- und steuerbar. Dabei könnte z. B. geprüft werden, wie lange die Waschmaschine noch läuft.

Nach Auskunft der zuständigen Marketing-Managerin wäre die Steuerung dieser Geräte zudem in der barrierefreien iOS-Home-Connect-App von Apple über die Sprachausgabe des Smartphones möglich. Die Sprachausgabe oder VoiceOver-Funktion ließe sich in den iOS-Einstellungen des Apple-Gerätes aktivieren und im Demo-Modus der App testen.

Eine Einschränkung gäbe es jedoch: Aus Sicherheitsgründen und aufgrund gesetzlicher Bestimmungen kann das Bosch-Kochfeld derzeit als einziges Gerät aus der Home-Connect-Reihe nicht via Fernstart bedient werden. Damit sollen Kinder besser vor zu heißen Kochfeldern geschützt werden. Zudem sollen, so das Unternehmen weiter, wichtige Funktionen wie die Bedienung eines Kochfelds nicht von der Akkuleistung eines Smartphones abhängig gemacht machen.

Grundsätzlich sei man bei Bosch daran interessiert, die Möglichkeiten einer barrierefreien Gerätebedienung weiter auszubauen, insbesondere auch im Hinblick auf die Bedürfnisse blinder Menschen. Dabei würden die Rückmeldungen der Betroffenen zu den bereits verfügbaren Anwendungen in die Weiterentwicklung einfließen. Konkrete Neuentwicklungen bzw. aktuelle Planungen konnten jedoch nicht genannt werden.


Eingestellt von: T. Heckmann
Quellen: Informationen der Hersteller
Letzte Aktualisierung: 03. Juni 2019

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.