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Fernbus

01.09.2019

Alternative auf längeren Strecken

© Axel Bueckert, shutterstock.com
Zentraler Bus-Bahnhof in Hannover.

Seit der Liberalisierung des Busmarktes 2013 gelten Fernbusreisen als günstige Alternative zum Schienenverkehr. Leider stellt eine Fahrt mit dem Fernbus für Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung häufig noch ein großes Hindernis dar.

Laut Personenbeförderungsgesetz müssen alle Fernbusse barrierefrei gestaltet sein. Der Gesetzgeber hat den Fernbus-Anbietern jedoch Übergangsfristen eingeräumt. Seit 2016 müssen alle neu gekauften Fahrzeuge barrierefrei sein. Für bereits im Einsatz befindliche Busse tritt diese Regelung jedoch später in Kraft. Sie müssen erst ab dem 1. Januar 2020 barrierefrei sein. Ab 2020 sollen dann ausschließlich behindertengerechte Fernbusse unterwegs sein.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) hatte zusammen mit der Nationalen Koordinationsstelle „Tourismus für Alle e.V.“ bereits vor der Liberalisierung des Fernbus-Marktes ein Verzeichnis barrierefreier Reisebusse in Deutschland erstellt.

Neue Anbieter auf dem Markt

Seit letztem Jahr ist darüber hinaus in den Markt der Fernbusse wieder Bewegung gekommen. Neue Anbieter sind gestartet und versuchen dem Branchenprimus Flixbus Marktanteile streitig zu machen. Hier eine kurze Übersicht der neuen Anbieter und Angebote:

BlaBlaBus
Das französische Start-up-Unternehmen (Tochterunternehmen des Mitfahr-Anbieters BlaBlaCar) bietet seit Juni Reisen durch Deutschland und Europa an und lockt bis Ende September 2019 noch mit Einstiegsangeboten ab 0,99 Euro z. B. für die einfache Strecke von Berlin nach Frankfurt am Main (wochentags). Aktuell werden Verbindungen von Frankfurt/Main, Hamburg, Düsseldorf, München und Leipzig nach Berlin und wieder zurück angeboten sowie eine Verbindung zwischen Hamburg und Bremen. Demnächst sollen weitere Ziele, wie z. B. Münster, Stuttgart und Karlsruhe in den Streckenplan aufgenommen werden. Zum BlaBlaBus-Angebot im Internet

IC Bus
Mit dem IC Bus bietet die Deutsche Bahn eine Ergänzung ihres bestehenden Streckennetzes an und will auf den angebotenen Strecken ein konkurrenzfähiges Angebot der Bahn gegenüber anderen Mobilitätsanbietern sicherstellen. Der Schwerpunkt des Angebotes liegt in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Zusätzlich werden Verbindungen in die Benelux-Länder und Polen sowie punktuell nach Zürich und Prag angeboten. Auf den 9 Strecken mit Zwischenhalten können Reisende eine einfache Fahrt ab 7,90 Euro (Beispiel: Düsseldorf – Eindhoven) buchen. Zum IC Bus-Angebot im Internet

RegioJet
Seit Frühling 2016 sind Busse der tschechischen Marke „RegioJet“ in Europa unterwegs. Sie bieten Busverbindungen in Tschechien, der Slowakei und verschiedenen europäischen Ländern an (z. B. Frankreich, UK, Italien und Österreich). In Deutschland werden rund 20 Städte im Linienverkehr bedient. Dazu zählen Frankfurt/Main, Köln, Bonn, Düsseldorf, München, Berlin und Dresden. Eine Fahrkarte von Berlin nach Wien oder Budapest ist aktuell für 19 Euro erhältlich, London oder Mailand ab 33 Euro. Zum RegioJet-Angebot im Internet

Flibco.com
Ein kleinerer Anbieter ist flibco.com. Das Unternehmen bietet regelmäßige Pendelbus-Verbindungen zwischen europäischen Flughäfen v. a. in den Benelux-Ländern (z. B. Luxemburg über Flughafen Hahn nach Frankfurt/Main) und steht auch Nicht-Flugreisenden zur Verfügung. Zum Flibco-Angebot im Internet

„Tür-zu-Tür“-Mobilität

Ein aktueller Trend im Bereich Fernbus ist die Verbindung der Fernbuslinien mit weiteren Mobilitätsangeboten, insbesondere im PKW-Bereich. Damit soll die Idee der „Tür-zu-Tür-Mobilität“ gestärkt werden. So können beim französischen Anbieter BlaBlaCar (Muttergesellschaft von BlaBlaBus) anschließende Mitfahrmöglichkeiten in Höhe der Fernbuspreise gebucht werden (ca. 4 Cent/km). Parallel testet Flixbus in einer Kooperation mit dem Mobilitätsanbieter Uber spezielle Funktionen für Flixbus-Reisende. Dazu wurden in der Uber-App virtuelle Abholstellen an den von Flixbus bedienten Haltestellen in Berlin, München, Frankfurt und Düsseldorf eingerichtet. Mit deren Hilfe können Flixbus-Reisende schneller eine Mitfahrgelegenheit zu ihrem letztendlichen Reiseziel vor Ort buchen. Eine eigene Mitfahrgesellschaft (Flixcar) ist aktuell in Vorbereitung.

Weitere Informationen

Liniennetz-Übersicht von FlixBus
Nationale Fernbusse von Eurolines
Liniennetz-Übersicht von BlaBlaBus
Liniennetz-Übersicht von RegioJet
Liniennetz-Übersicht von IC Bus
Liniennetz-Übersicht von Flibco


Integrierte Hebebühne für Rollstühle an einem Reisebus.

Aktueller Stand der Umsetzung der Barrierefreiheit in Fernbussen
(August 2018)

Im Behindertengleichstellungsgesetz ist definiert, dass Verkehrsmittel für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen barrierefrei und „ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar“ sein sollen. Deshalb sollen laut Personenbeförderungsgesetz auch ab 2020 in Deutschland ausschließlich behindertengerechte Fernbusse unterwegs sein. Wir wollten wissen, wie der aktuelle Stand der Umsetzung bei den Fernbus-Unternehmen ist. und haben dazu Julia Walter, vom Referat barrierefreie Fernlinienbusse des BSK, befragt. Weiterlesen ...


Eingestellt von: T. Heckmann
Quellen: Informationen der Anbieter und eigene Recherchen.
Erstellt am 30. November 2017. Letzte Aktualisierung: 01. September 2019.
 

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