Navigation

Brotkrümelpfad

Inhalt

Praktische Tipps

30.11.2017

... zum barrierefreien Wohnen

Die Überlegungen zu den Umbaumaßnahmen zum barrierefreien Wohnen beginnen schon beim Zugang zum Haus bzw. zur Wohnung (z. B. Rampen, Handläufe, spezielle Lösungen für die Türöffnung, Beleuchtung). Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Gestaltung der Bewegungsflächen und Durchgänge in der Wohnung sowie der Sanitär- und Küchenräume gewidmet. 

Vorausschauend

Dabei gilt es, nicht nur die beste Lösung für den aktuellen Unterstützungsbedarf und das vorhandene Wohnumfeld zu finden, sondern auch die zu erwartenden Veränderungen der persönlichen Situation in die Planung mit einzubeziehen. So kann eine barrierefreie Gestaltung der Türbreiten für einen gehbehinderten Menschen mit 80 cm aktuell völlig passend sein. Sollte sich seine gesundheitliche Situation zukünftig aber verschlechtern und er auf einen Rollstuhl angewiesen sein, könnte sich diese Türbreite dann jedoch als zu gering erweisen (rollstuhlgerechte Türbreite = 90 cm).

Rechtssicher

© A. Drohmann
Schwelle zur Terrasse.

Bei einem wesentlichen Umbau eines Hauses mit mehreren Mietwohnungen verlangen die Landesbauordnungen der Länder bereits heute, dass der Bauherr einen Teil der Wohnungen barrierefrei zugänglich gestalten muss.1 Sollen Wohnanpassungsmaßnahmen jedoch in einer bestehenden Mietwohnung umgesetzt werden, so bedarf es hierzu laut Mietrecht der Zustimmung des Vermieters, sofern die geplanten Anpassungen in die bauliche Substanz der Wohnung eingreifen. Ohne Zustimmung des Vermieters können beispielsweise Haltegriffe oder technische Hilfen, deren Einbau jederzeit wieder rückgängig gemacht werden kann, installiert werden. Eine Verbreiterung der bestehenden Türen oder der Einbau eines Treppenliftes ist jedoch ohne Zustimmung des Vermieters nicht rechtens.

© A. Drohmann
Dusche mit vorbereiteter Halterung für Duschsitz.

Wenn bauliche Veränderungen notwendig sind, damit der Mieter langfristig in der Wohnung bleiben kann, ist es nach § 554a Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (Barrierefreiheit) für den Mieter möglich, vom Vermieter die Zustimmung für die geplanten Wohnungsanpassungen zu verlangen, die für eine behindertengerechte Nutzung erforderlich sind. Je nach Absprache mit dem Vermieter können die Kosten für den geplanten Umbau vom Mieter selbst bezahlt oder aber auch vom Vermieter übernommen werden, der sich die entstandenen Kosten dann – z. B. über eine Umlage auf die Miete – wahrscheinlich vom Mieter wieder zurückholen wird.2 

Darüber hinaus hat der Vermieter auch das Recht, bei einem Auszug des Mieters den Rückbau der Umbauten zu verlangen. Es empfiehlt sich deshalb vor dem Beginn der Umbaumaßnahmen mit dem Vermieter eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, in der die wichtigsten Punkte zum Umfang der Wohnungsanpassung, zu den Kosten und deren Verteilung sowie die gemeinsamen Absprachen für den Fall eines Auszuges aus der Wohnung (z. B. Rückbau, Entschädigung) geregelt werden.

Umfassend informiert

Um sich einen Überblick über die Möglichkeiten der Wohnungsanpassungen, der barrierefreien Ausstattungen oder den Einsatz von Hilfsmitteln, aber auch die zu beachtenden Regelungen zu verschaffen, können sich contergangeschädigte Menschen z. B. an Pflegestützpunkte, Fachstellen der Länder und Kommunen, Verbraucherzentralen, Architekten oder spezialisierte Wohnberatungsstellen wenden. Sie beraten und helfen bei der Planung und Durchführung der erforderlichen Maßnahmen und informieren über aktuelle Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Ansprechpartner

Regionale Pflegestützunkte
im Contergan-Infoportal 

Verbraucherzentralen 

Wohnberatungsstellen 

Übersicht Wohnberatung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V.
Übersicht Wohnberatung der Bundesinitiative Daheim statt Heim e.V.
Hessische Fachstelle für Wohnberatung
Niedersächsische Fachstelle für Wohnberatung
Fachstelle Wohnberatung Bayern 


Eingestellt von: T. Heckmann


Haustechnik und Komfort


23.12.2017

Technische Lösungen zur Realisierung von Barrierefreiheit und Alltagserleichterungen

Auf der Handicap 2017 in Bergheim haben wir uns mit Manfred Häpp, Fachkraft für barrierefreies Bauen und Wohnen, aus Düren über technische Lösungen zur Umsetzung einer barrierearmen Wohnraumgestaltung und zusätzlichen Erleichterungen im Alltag unterhalten. Dabei kamen wir im Gespräch auch zu der Herausforderung, dass jede Contergangschädigung individuelle Unterstützungs- und Assistenzerfordernisse hat. Vor diesem Hintergrund, hat Manfred Häpp, selbst sehbehindert, einmal versucht, einige grundsätzliche Anregungen aus seiner Beratungstätigkeit zu Fragen der Haustechnik und des Komforts für das CIP zusammen zu stellen, die auch für Contergangeschädigte von Interesse sein können. Für Ihre Fragen und weitergehende Informationen steht Ihnen Manfred Häpp gerne zur Verfügung.

Mit zunehmendem Alter gewinnt die Wohnung als Lebensmittelpunkt an Bedeutung.  Contergangeschädígte Menschen, die z. B. durch Folgeschäden oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund ihrer Ursprungsschäden vor neuen Herausforderungen des Lebens stehen, haben auch weiterhin den Anspruch, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und möglichst lange in der Wohnung bleiben zu können. Darüber hinaus soll die Wohnung  Sicherheit und Geborgenheit bieten. Dort gehen Bekannte, Freunde und Familienangehörige ein und aus und sie ist der Anker für Ruhe und Entspannung vom Alltag. 

Auslöser für bauliche oder technische Anpassungen können dabei eine eigene bzw. zunehmende Pflegebedürftigkeit, eine fortgeschrittene Behinderung oder auch die Absicht sein, eine Pflegekraft in die Wohnung mit aufzunehmen. Im Fokus steht dann eine Lebensraumgestaltung, die für jeden optimal nutzbar ist und gleichzeitig funktionale und emotionale Bedürfnisse berücksichtigt.

Die Wohnung bzw. das Haus müssen folglich die neuen Bedürfnisse baulich, technisch und optisch unterstützen und sollten die Möglichkeiten des technischen Fortschritt berücksichtigen. Auch innerhalb der Wohnung können sich die Nutzungsanforderungen der Räume verändern. So kann die Küche vermehrt zum Ort der Kommunikation werden und Raumstrukturen können einen offenen Wohncharakter gewinnen. Modernisierungsbedarf kann sich hier aus einer veralteten bzw. den aktuellen und zukünftigen funktionellen Anforderungen nicht mehr genügenden Heizungsanlage, Küchen- oder Badausstattung ergeben. Sind die Kinder aus dem Haus ausgezogen, stehen unter Umständen zu viele oder zu kleine Räume zur Verfügung, die anders genutzt werden sollen. Wird die Fensternutzung an die komfortable Handhabung und an ein optimales Lüftungskonzept angepasst oder einbruchssicher ausgestattet, steigert dies den Wohnkomfort und die Sicherheit.

Raumfunktion und technische Anpassungen

Ausgangspunkt jeder baulichen Veränderung ist eine Bedarfsanalyse. Es geht um die technische Machbarkeit, das finanzielle Budget und dessen Flexibilität. Dank innovativer Raumplanungsprogramme können Räume vorab virtuell geplant werden, um sie vor einem Umbau in der zukünftigen Variante eingehend visuell am Bildschirm oder Tablet zu überprüfen. Änderungen in diesem Planungsstadium sind unvergleichbar günstiger als Änderungen nach einer Fertigstellung.1

Eine Raumaufteilung nach positiv empfundenen Tätigkeiten und persönlichen Vorlieben steigert das eigene Wohngefühl und fördert die Kompetenzerhaltung im Alter. Dabei umfasst die Planung die Berücksichtigung von kurzen Wegen, eine Schwellenfreiheit oder zumindest in der Höhe festgelegte Begrenzung, großzügige Abstands- und Bewegungsflächen, ergonomische Sitzmöglichkeiten unter Berücksichtigung einer körperlichen Beeinträchtigung, eine bodengleiche Dusche oder Küchenelemente, die zur flexiblen Arbeitsfläche ausgezogen oder in der Höhe verstellt werden können. Der behinderungsbedingte Mehrbedarf berücksichtigt besondere Greif- und Drehmomente oder zusätzliche Gesichtspunkte in der Wahrnehmung.

So ist ein Handlauf gut zu umgreifen, wenn der Abstand zur Wand mindestens fünf Zentimeter beträgt. Je nach Vorliebe oder Sicherheitsbedarf kann der Handlauf - zur besseren Orientierung - auch mit LED-Beleuchtung versehen sein. In eine Wand eingelassene Step-Lights geben alternativ eine visuelle Orientierung.

In der Küche gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, welche die tägliche Hausarbeit erleichtern bzw. individuelle Raumaufteilungen zulässt. Eine in den Raum gesetzte Kücheninsel ist z.B. für Rollstuhlfahrer komplett umfahrbar und kann mit Herd, Dunstabzugshaube und Spüle ausgestattet werden. Wird solch ein Block jedoch nur als Treffpunkt und Vorbereitungsinsel genutzt, ist dies im Vergleich zur vorgenannten Lösung natürlich kostengünstiger. Unterfahrbarkeit ist für Menschen mit einem Rollstuhl ein Muss. Liegt der Spülbereich 15 cm höher als die Arbeitsplatte, wird der Rücken entlastet. Ober- und Unterschränke werden in breiteren und nicht so tiefen Varianten angeboten und können je nach Gestaltung auch mehr Stauraum bieten. Schrankböden können (für eine bessere Orientierung) als Glasböden gestaltet sein oder das Schrankinnere wird mit einer Beleuchtung ausgestattet, wenn eine Schranktüre geöffnet wird. Auch drehbare oder komplett ausziehbare Schrankböden bzw. in der Höhe elektrisch komplett verstellbare Oberschränke bieten Komfort in der Handhabung und erleichtern die Nutzung.2


© Rapido Schrank im Schrank, Rainer Hofmann 2016
Schrank im Schrank-System.
© Tischlerei Kolb, Bonn 2015
Ausfahr-Rondell in Eckschrank.

Beim Kühlschrankkauf spielt - neben der Energieeffizienz - auch der Nutzerkomfort eine wichtige Rolle. Neben der energiesparenden Ausstattung sind auch eine gute Isolierung und eine funktionale Zoneneinteilung wichtige Gesichtspunkte. Diese Zonendefinition des Kühlraums ist für unterschiedliche Lebensmittel optimiert. 

Ein Komfortaspekt ist die vollständige Ausfahrbarkeit des Kühlbereichs. Je nach Anbieter ist ein seitliches Zugreifen möglich. Die kalte und luftfeuchtegeregelte Gemüseschublade kann als kleines "Kühlhaus" gestaltet sein. Es gibt Produkthersteller, die Kühlschrank-Schubladen mit LED-Licht ausstatten.  Aktuell etablieren sich darüber hinaus auch Modelle, die durch einen digitalen Scan des Innenraums die eingelagerten Produkte erkennen. So kann auf das Smartphone eine Bestandsliste übermittelt werden. Der Nutzer kann dann über sein Smartphone eine Bestellung, z. B. in einigen größeren Städten auch über einen Online-Lieferdienst des Supermarktes, veranlassen. 

Ein extern montiertes Herdsicherungssystem kann optisch oder akustisch auf Gefahren hinweisen und nach voreingestellten Zeiten den Herd automatisch ausschalten.3 Die Dunstabzugshaube kann alternativ mit dem Herdbetrieb gekoppelt werden, so dass immer ein akustisches Signal beim Betrieb des Herdes besteht.

Herdwächter in zwei Sichtweisen, am und über dem Herd. © Manfred Häpp
Ein Herdwächter unterhalb der Dunstabzugshaube angebracht.

Digitales Bad 2.0 im Fokus persönlicher Bedürfnisse

Schon heute ist es technisch möglich, dass die Dusche die gewünschte Temperatur als gespeichert vorhält. Mit Touchscreens und Apps kann das Wasser auf die gewünschte Temperatur gebracht werden. Auch der Wasserfluss kann über Infrarottechnik gesteuert werden. Darüber hinaus kann im Bad z. B. auch die Nachlaufzeit und das Spülintervall über eine Fernbedienung individuell angepasst werden.4 

Das Bad soll sowohl der Körperhygiene als auch dem Wohlfühlen dienen. Vor dem Waschbecken, Toilette, Dusche oder der Badewanne sollten deshalb individuelle großzügige Bewegungsflächen geplant werden. Massive Wände ermöglichen ein nachträgliches und sicheres Anbringen von Haltegriffen, Stütz- und Hebevorrichtungen. Rutschfeste Bodenbeläge sind für alle Altersgruppen und Schädigungsmuster ein Komfort und dienen der Sicherheit. Bedienungsfreundliche Armaturen zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass ein Handtuchhalter zugleich als Haltegriff dient. Klapp- oder Stützgriffe müssen nicht ausschließlich gebohrt, sondern können heute auch schon geklebt werden.

Alternativ können auch Haltegriffe auf Saugbasis befestigt werden. Diese verfügen meist über eine Sicherheitsanzeige, die die Haftfähigkeit anzeigt. Alle Haltegriffe haben dabei besondere Anforderungen an die Tragfähigkeit. Deren maximale Belastungswerte sollten bei der Planung berücksichtigt werden.5 Details über eine als Hilfsmittel verschreibungsfähige Haltestange, die mit einer Sicherheitsanzeige geklemmt werden kann, finden sich bei der Hamburger Online-Wohnberatung. Informationen zu mobilen und in der Länge variierbaren Haltegriffe mit einer Saugverbindung  und einer entsprechenden TÜV-geprüfter Sicherheitsanzeige sind z. B. bei Mobeli zu finden. Viele Firmen bieten heute auch Einhebel-Mischbatterien mit extra langem Hebel an. Dies erleichtert Menschen mit kurzen Armen die Bedienung.

© Handwerkerkooperation Planwerk aus Frechen
Blick in eine Bad-Variation.

Wohnträume zum Wohlfühlen

Ein Spiegel mit Lichtgestaltung wird über dem Waschbecken nach individueller Höhe, als manuell oder elektrisch verstellbare Variante oder als Ganzkörperspiegel angebracht. Gleichzeitig dient der Spiegel als Instrument einer verstärkenden direkten oder indirekten Lichtgestaltung. Die Spiegelfläche kann auch vergrößernd gestaltet sein und mit einem Rundlichtbogen ausgestattet sein. Beim Zusammenspiel von Lichtspiegel und Lichtgestaltung im Raum muss auf das Zusammenspiel der verwendeten Lichtquellen besonders geachtet werden, um Überblendungen und damit Stürze zu vermeiden. Einen weiteren Beitrag zur Kostensenkung und Senkung des Installationsaufwands im Bad bietet die Planung von Funktionszonen, so dass die Sanitärobjekte nicht im ganzen Raum verteilt sind. 

Keramische Fliesen schneiden unter den Gesichtspunkten Reinigung und Pflege gut ab. Sie nehmen keine Gerüche an, dünsten keine Schadstoffe aus und bieten keine Grundlage für Keime, Pilze oder Haustaubmilben. Wandmosaike setzen farbliche Akzente und können zur Orientierung bei einer Sehbeeinträchtigung dienen. Das optimale Zusammenspiel von Bodenbelagsfarbe, Farbe der Mosaike, der Badausstattung und der Beleuchtung steigern sowohl das Sicherheitsgefühl und die Behaglichkeit.

© Handwerkerkoopation Planwerk aus Frechen
Toiletten-Variante.

Neue Lebensphasen bieten auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Arbeitszimmer kann aufgegeben und der Arbeitsbereich in das Wohnzimmer eingegliedert werden. Oder, in einem nicht mehr benötigten Kinderzimmer kann ein Wanddurchbruch erfolgen, um ein Bad zu vergrößern und mehr Bewegungsflächen zu schaffen. Die geplante Funktion hat dabei einen maßgeblichen Einfluss auf die Form der Umbauten. Denn Räume mit "Inseln" für einen Rückzug stellen z.B. komplett andere Anforderungen an die Gestaltung als Räume für ein "geselliges Miteinander". 

Die Gestaltung eines Hauses oder einer Wohnung liegt in der eigenen Verantwortung und muss bewusst angegangen werden. Dies kostet Zeit, Geld und fordert Kreativität. Nicht zu vergessen ist der besondere, personenbedingte Bedarf. Die gewählte technische Lösung muss sich dem Bewohner mit  einer Mobilitätseinschränkung, zusätzlichen altersbedingten oder besonderen Hör,- oder Sehbeeinträchtigung oder besonderen Anforderungen an Bewegungsabläufe anpassen und potentiell absehbare Entwicklungen in der Zukunft mit einkalkulieren. Hier sei auf die Installation von Dusch-WCs verwiesen, die allgemein als komfortabel angesehen werden, je nach Schweregrad einer körperlichen Beeinträchtigung auch individuelle Vorzüge bieten, da diese WCs in der Höhe individuell verstellbar und der Reinigungsvorgang anhand der Duschstrahlstärke und der Trocknungstemperatur beliebig einstellbar ist.6

Lichtgestaltung

Mit Licht kann die Raumwahrnehmung beeinflusst werden. Formen, Volumen und Details können mit der Gestaltung hervorgehoben werden. Durch den Einsatz  des Lichttechnikmanagementsystems Visual Timing Light VTL als biologisch wirksames Licht kann das Tageslicht nachgebildet werden. Es ist eine Form des zirkadianen Lichts.  Dieses Lichtmanagementsystem verändert durch das Zusammenspiel von Licht und Farbe die Anmutung im Raum und gibt eine Orientierung in der Tagesphase. 

Komfort und Gebrauchstauglichkeit

Leichtgängige Möbel oder der Einsatz unterstützender Alltagstechnik erhöhen den Komfort. So kann eine farblich modifizierte Schalterserie bei einer KNX-Planung (Aktuelle Generation der Gebäudeautomation) den Komfort steigern und verstärkt Orientierung über den technischen Zustand geben. Tasten werden beispielhaft mit runden Rot-Grün-Blau-LEDs hinterleuchtet. Die Farben sind individuell programmierbar und die Beleuchtung der Tasten seitlich ausgelegt. Die Druckpunkte sind zusätzlich tastbar. Neben der Funktion des Schaltens sind auch die Funktionen dimmen, Wert senden, die Betätigung einer Jalousie und verschiedene Lichtszenarien einstellbar. Die Tastbeleuchtung ist für den Nachtmodus programmierbar oder ganz abschaltbar.7  

Ausgangspunkt für Räume mit mehr Komfort kann auch die Beseitigung von Verlängerungskabeln sein, die durch eine bedarfsgerechte Elektroinstallation ersetzt wird. 

Technik im Dienste des Menschen

© Mit freundlicher Genehmigung ALUMAT Frey GmbH 2014
Barrierefreie Terassen-Tür-Schiene von Alumat.

Je nach individueller Schädigung kann der Einsatz von technischen Hilfsmitteln zusätzlichen Komfort und Sicherheit schaffen. Idealerweise entsprechen die technischen Lösungen den Anforderungen für barrierefreies Bauen. So ist eine Haushaltsgeräteüberwachung auch ganzheitlich durch KNX-Standard möglich. Alle Fenster können über eine KNX-Busleitung verbunden werden. Im Falle eines Einbruchs wird automatisch ein Alarm ausgelöst und der Hauseigentümer hierüber informiert. So kann aber auch eine automatische Lüftung bei schlechter Luftqualität erfolgen. 

Bei Rauchentwicklung erfolgt automatisch eine Aktivierung aller Rauchmelder, um die Fluchtmöglichkeit zu erhöhen. Ein Dachfenster kann durch KNX-Standard vom Erdgeschoss aus geschlossen werden. UV-Sensoren erkennen aufgrund dieser Technologie eine starke Sonneneinstrahlung. Elektroantriebe öffnen und schließen Rollläden dann automatisch oder zeitgesteuert. 

Ein Knopfdruck über eine Telefontaste oder über die Aktivierung des Smartphone reicht aus, um die Heizung zu aktivieren oder zu drosseln. Auch Stromverbraucher können so abgeschaltet werden. Über diese Technologie können Geräterückmeldungen, der aktuelle Status der Geräte und deren Installationen erfolgen sowie Lichtszenarien programmiert werden. Hiervon profitieren Personen ohne besonderen Unterstützungsbedarf als auch Personen mit  körperlichen Einschränkungen.

Die Liste möglicher Ansatzpunkte für technische Lösungen zur Realisierung von Barrierefreiheit und Alltagserleichterungen ließe sich noch lange fortsetzen. Wichtig für die konkrete Umsetzung sind dabei die individuellen Bedürfnisse und Assistenzerfordernisse auf der Basis der individuellen Schädigung. Bei der konkreten Planung sollten Sie sich deshalb am besten professionelle Unterstützung und Beratung holen. Dies erhalten sie z. B. in immer mehr regionalen Musterwohnungen verschiedener Träger, in Hilfsmittel-Ausstellungen oder bei den ausgebildeten und zertifizierten Fachkräften für barrierefreies Wohnen und Bauen.

Kontakt

Manfred Häpp
Fachkraft für barrierefreies Bauen & Wohnen
Mirweilerweg 22 a
52349 Düren 

Telefon: 02421 440 771
Fax: 02421 407787
Mobil: 0162 7415462
E-Mail: m.haepp@bmz-dueren.de 

Verwandte Artikel

Musterwohnungen im
Contergan-Infoportal

Ausstellungen zu Hilfsmitteln
im Contergan-Infoportal


Quellen und Verweise:

  1. Das Bau-Medien-Zentrum in Düren als Ausstellung von halben Häusern  kann dies beispielsweise ganzheitlich mithilfe von Skype ortsunabhängig realisieren. Auch verschiedene Badplanungsprogramme geben eine Hilfestellung, das Bad vorab bedarfsgerecht zu optimieren.
  2. Rechtes Bild: Tischlerei Kolb, Bonn 2015, linkes Bild Rapido Schrank im Schrank, Schreinerei Hofmann, Müchhausen Wollmar. Beide Schrankvarianten sind in der jeweiligen Höhe und Tiefe flexibel gestaltbar und individuell planbar.
  3. Foto: Herdwächter in zwei Sichtweisen am und über dem Herd, Lacate Solution 2017.
  4. Produkt Zenta von Kludi oder Armatur eTech von Dornbracht. Die berührungslose Sensortechnik  ermöglicht es über eine Handbewegung, den Wasserfluss auszulösen. Mit den Linkeverweisen ist ausdrücklich keine Kaufempfehlung verbunden.
  5. Informationen über eine innovative Klebetechnik finden sich hier.
  6. Das Waschlet Dusch WCzu finden Sie unter Planwerk Frechen. Eine weitere in verschiedene Regionen ansässige Handwerkerkooperation ist das Meisterteam, der auch Planer angeschlossen sind.
  7. Bild-und Produktbeispiele finden Sie bei der Gesellschaft für Prozesstechnik GePro mbH und bei Thomas Langer (Ausstellung in Frechen).

Eingestellt von: Manfred Häpp und T. Heckmann
Letzte Aktualisierung: 28.12.2017

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.