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Ausstellungen zu Hilfsmitteln

30.11.2017

Vor Ort gefunden

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten auch verschiedene Ausstellungen und Musterwohnungen besucht, die für Betroffene verschiedene Hilfsmittel-Angebote zum Anschauen, Prüfen und Austesten zur Verfügung stellen. Hier sind unsere Fundstücke dazu.

Beratungszentrum Hamburg
Hilfsmittel-Fundstücke aus Hamburg
Hilfsmittel in der Musterwohnung BEATE
Ausstellung zu Hilfsmitteln in Frankfurt am Main


BERATUNGSZENTRUM HAMBURG

22.05.2017

Besuch beim Verein „Barrierefrei Leben e.V.“ in Hamburg

CIP war in Hamburg beim Verein „Barrierefrei Leben e. V.“ zu Besuch. Ursprünglich im Rahmen eines Modellprojektes in der zweiten Hälfte der 80er Jahre als „Hilfsmittelberatung für behinderte Menschen e. V." gegründet, besteht der Verein seit 1994 unter seinem aktuellen Namen.

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, behinderte und ältere Menschen und deren Angehörige sowie Hamburger Vereine und Sozialeinrichtungen zu informieren und zu beraten. Um dies praktisch umzusetzen betreibt der Verein in Hamburg u. a. das Beratungszentrum für Technische Hilfen & Wohnraumanpassung sowie eine deutschlandweite Internet-Plattform, die auch für contergangeschädigte Menschen jede Menge Tipps und Anregungen bereithält.


Ausstellungs-Impressionen


Dabei bietet „Barrierefrei Leben e. V.“ insbesondere

  • Informationen und Beratung zur Auswahl, den Einsatzmöglichkeiten und der Beschaffung von technischen Hilfsmitteln,
  • Beratungsangebote und Vorschläge für individuellen, behinderungsbedingten Wohnungsumbau,
  • Mitarbeit und Beratung bei der Planung von barrierefreien (öffentlichen) Gebäuden,
  • Aufnahme von Anwendererfahrungen, Anregungen und Vorschlägen, die zur Verbesserung der Hilfsmittel und der Hilfsmittelversorgung führen
  • Planung und Mitarbeit bei Modellprojekten auf nationaler und internationaler Ebene
  • Schulungsangebote zum Einsatz technischer Hilfsmittel für Fachkräfte, die in der Hilfsmittelversorgung tätig sind bzw. die beruflich mit Hilfsmitteln arbeiten.

Die Hansestadt Hamburg trägt dabei jährlich circa 80 % der Mittel zum Haushalt des Beratungszentrums bei. Die verbleibenden 20 % muss der Verein von Sponsoren, bezahlter Beratung und Schulung von Pflegekräften, Handwerkern sowie weiterer Experten aus dem Bereich der Versorgung behinderter und älterer Menschen aufbringen. Provisionen von Ausstellern werden dagegen nicht angenommen.

Demo für Sanitär-Handwerker.
Demo-Installation für die Schulung von Handwerkern.

Vor dem Hintergrund dieser Finanzierung ist die Beratung nur für Hamburger Bürgerinnen und Bürger sowie für soziale Institutionen und Behörden. Für diese sind Beratung und Ausstellungsbesuch kostenlos.. 

Interessenten aus anderen Bundesländern Deutschlands verweist der Verein auf sein Internet-Portal „Online-Wohn-Beratung“, welches mit Unterstützung des BMG bis Ende 2017 um einen Ratgeber „Hilfsmittel für die häusliche Pflege“ ergänzt wird. 

Im Rahmen des Portals informiert „Barrierefrei Leben e. V.“ auch contergangeschädigte Menschen bereits heute darüber, wie man möglichst lange, möglichst eigenständig und selbstbestimmt in seinem aktuellen Zuhause Wohnen, mobil bleiben, Sturz- und Unfallgefahren vorbeugen sowie den Wohnkomfort und die Lebensqualität verbessern kann. Dabei werden je nach vorhandener Situation oder Problemlage spezifische Informationen und Tipps zu Hilfsmitteln, Umbaumaßnahmen oder einem barrierefreien Neubau präsentiert und Lösungsmöglichkeiten, Beschaffungswege, Kostenträger und Fördermittel vorgestellt.

In allen seinen Beratungsaktivitäten sieht sich der Verein dabei einer strikten Neutralität verpflichtet. Die Beratung erfolgt deshalb

  • neutral und herstellerunabhängig,
  • immer mit dem Menschen im Mittelpunkt,
  • pragmatisch sowie
  • lösungs- und nicht produktorientiert.

Die Ausstellung ist so konzipiert, dass unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, gezeigt werden. Pro Unterstützungsmöglichkeit können aus Platzmangel nur wenige Produkte präsentiert werden (teilweise auch abwechselnd). Der Besuch der Ausstellung soll den Ratsuchenden somit einen umfassenden und  vielfältigen Einblick in potentielle Hilfen und Unterstützungsangebote bieten.

Alle Ausstellungsstücke sind Leihgaben von Herstellern und nicht von Sanitätshäusern. Grundsätzlich gibt es für die Hersteller auch die Möglichkeit des Sponsorings durch Anmietung einer Werbefläche, um  die Arbeit des Beratungszentrums zu unterstützen. Sie können Informationen über eigene Angebote für die Besucher zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen sind jedoch (1) räumlich (Vorraum im Eingangsbereich) von der eigentlichen Ausstellung getrennt und haben (2) keinen Einfluss auf die Präsentation und Platzierung entsprechender Produkte in der Ausstellung selbst.

Eine weitere Besonderheit der Hamburger Ausstellung ist die Integration vieler Ausstellungsstücke in die normalen Büro- und Ausstellungsräume des Vereins, wo sie von Vereinsmitarbeitern und Besuchern ganz normal genutzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel (Vergrößerung der Bilder durch Doppelklick auf das Bild):

Fenstergriff-Verlängerung im Büro.

Griffverlängerungen zum Fensteröffnen in den Büros,

Doppelfunktion: WC als Ausstellungsstück und in täglicher Benutzung.

WC-Einrichtungen der Ausstellung zum Benutzen durch Mitarbeiter und Besucher,

In der barrierefreien Küche der Beratungsstelle in Hamburg.

eine barrierefreie, auch von den Mitarbeitern genutzte Küchenzeile, sowie

Automatisch öffnende Türen in der Hamburger Beratungsstelle.

sich automatisch, elektrisch öffnende Türen. 

Mit der gleichzeitigen praktischen Nutzung von Ausstellungsstücken im normalen Vereinsleben und durch die Besucher (z. B. die WC’s) sollen vor allem Barrieren abgebaut werden und die Ausstellungsstücke „zum Leben erweckt werden“. Dies hilft auch, den Benutzern deren praktische Nutzung im Alltag besonders realitätsnah zu präsentieren.

Etwa 900 individuelle Beratungen werden so pro Jahr in der Hamburger Richardstraße umgesetzt. Dazu kommen noch Telefonberatungen sowie zusätzlich ca.  70 Gruppenführungen und Schulungen. Also viel zu tun für das kleine Team der Beratungsstelle.

Das Beratungsteam aus dem Beratungszentrum für Technische Hilfen und Wohnraumanpassung in Hamburg. © Barrierefrei Leben e.V.
Das Team der Beratungsstelle in Hamburg im Gruppenfoto.

Natürlich haben wir die Hamburger BeraterInnen zum Abschluss unseres Besuches auch noch nach den besonders gefragten Themen in der Ausstellung und der Beratungsstelle gefragt. Eine Zeit lang habe es einen besonderen „Run“ auf Fensterhebel und Aufstehstühle gegeben. Grundsätzlich wären aber die Themen Badeinrichtung und Badumgestaltung, das Aufsuchen und Verlassen der nicht stufenlos erreichbaren Wohnung sowie die Nutzung kleiner Alltagshilfen immer von großer Bedeutung für die Besucher.

Auch wenn - aufgrund der besonderen Finanzierungssituation – aktuell nur contergangeschädigte Menschen aus Hamburg die Angebote des "Vereins Barrierefrei Leben e. V." vor Ort nutzen können, bieten die ergänzenden Angebote im Internet ein umfassendes und hilfreiches Informationsangebot zur Barrierefreiheit für Betroffene in allen anderen Bundesländern, welches kontinuierlich erweitert wird.


Blick in den Eingangsbereich der Hamburger Beratungsstelle.




Im Bild sehen Sie den Eingangsbereich in Hamburg. Hinter der Glasschiebetür befindet sich der kleine Sponsoren-Bereich, direkt hinter bzw. vor der Eingangstür zum - klar davon getrennten -  Ausstellungsbereich. Hier dürfen Sponsoren ihre Broschüren auslegen (Vergrößerung mit Doppelklick auf dem Bild).


Kontakt

Barrierefrei Leben e.V.
Beratungszentrum
Richardstraße 45
22081 Hamburg

Telefon: 040 299956-0 (für Terminvereinbarungen)
Fax: 040 293601
E-Mail: beratung@barrierefrei-leben.de 

Ansprechpartnerin für Vereinsangelegenheiten
Karin Dieckmann
Telefon: 040 2999 5658
E-Mail: beratung@barrierefrei-leben.de 

Ansprechpartner für online-wohn-beratung.de
Dieter Wiegel
Projektleiter
Telefon: 040 2999 5636 (keine telefonische Beratung)
E-Mail: info@online-wohn-beratung.de 

Weitere Informationen

Barrierefrei Leben e.V.
Verein für Hilfsmittelberatung, Wohnraumanpassung und barrierefreie Bauberatung
http://www.barrierefrei-leben.de 

Beratungszentrum für Technische Hilfen & Wohnraumanpassung
http://www.barrierefrei-leben.de/beratungszentrum.0.html 

Deutschlandweite Wohnberatung per Internet
durch Barrierefrei Leben e.V.
https://www.online-wohn-beratung.de 

22.05.2017

Weitere Informationsmaterialien

Info-Faltblatt für Hamburger Bürgerinnen und Bürger (PDF-Datei, 659 KB)
Informationen zur Hilfsmittelfinanzierung (PDF-Datei, 105 KB)
Finanzierungsmöglichkeiten zur Schaffung behindertengerechter Wohnungen (PDF-Datei, 112 KB)

Grundinformationen zu Hausnotruf-Systemen (PDF-Datei, 39 KB)
Broschüre "20 Jahre Beratungszentrum 1991-2011" (PDF-Datei 5,4 MB)
Info-Faltblatt zur Onlineberatung von Barrierefrei Leben e.V. (PDF-Datei, 1,5 MB)

Verwandte Artikel

Musterwohnungen im
Contergan-Infoportal CIP




Quellen: Verein „Barrierefrei Leben e.V.“, Herstellerinformationen und eigene Recherchen.
Autor: T. Heckmann
Erstellt: 13.04./22.05.2017


FUNDSTÜCKE AUS HAMBURG

Bei unserem Besuch im Hamburger Beratungs-Zentrum sind uns in der dortigen Ausstellung zu den Hilfsmitteln und praktischen Helfern einige Ausstellungsstücke besonders aufgefallen. Diese möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen.

Rutschfeste Folien-Streifen für Dusche, Wanne und Bad.



Safety Step
Sicherer Halt in Dusche und Wanne
Folien-Streifen je 30 cm x 2 cm

Kontakt:
Schumacher
Pottenhauser Straße 3
32791 Lage

Telefon: 05232 929888

Fenstergriff-Verlängerung im Büro.



Fenstergriff-Verlängerung
Professionelle Lösung für barrierefreies Wohnen

Kontakt:
Tischlerei Herbert Wittern
Kimbernstieg 12
22455 Hamburg
E-Mail: mail@fenstergriffverlaengerung.de 

WC mit Verschiebemöglichkeit nach oben, unten, links und rechts.



Comfort-WC

Bewegung nach oben, unten, rechts oder links

Kontakt:
HEYSAN
Sanitär und Sanitätstechnik
Am Nordhang 1
30453 Hannover
Telefon: 0511 9402414
E-Mail: info@heysan.de 

Türschwellenbühne für nachträglichen Einbau.



Türschwellenbühne
für ein
barrierefreies und selbstbestimmtes Leben zuhause

MOWI-Systems
Telefon: 05068 933 4198
Telefax: 05068 933 4199
E-Mail: wege@mowi-systems.de 


MUSTERWOHNUNG BEATE

Wichtiger Hinweis

Informationsschild zur Musterwohnung BEATE an der Tür.

Bitte beachten Sie, dass die Serviceangebote der Beratungsstelle sowie der Musterwohnung aufgrund der Finanzierung durch die Landkreise nur den Bürgern der beteiligten Landkreise (Schwarzwald-Baar-Kreis, Rottweil und Tuttlingen) nach telefonischer Anmeldung zur Verfügung stehen.

Ihre Ansprechpartnerinnen

Katja Porsch & Maren Koffler
Beratungsstelle
„Alter & Technik“

Am Hoptbühl 2, 78048
Villingen-Schwenningen

Telefon: 07721 913 7135
Fax: 07721 913 8135
E-Mail: K.Porsch@Lrasbk.de 

06.04.2017

Schwarzwald-Baar-Kreis

Unser Weg führte uns dieses Mal nach Baden-Württemberg, in die Beratungsstelle Alter & Technik des Schwarzwald-Baar-Kreises mit ihrer Musterwohnung BEATE.

Gruppenporträt: Das Team der Beratungsstelle Schwarzwald-Baar-Kreis.

Das Team der Beratungsstelle in Villingen-Schwenningen (v.l.): Frau Porsch und Frau Koffler (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Herr Buschle (Rottweil).

Die Idee

Bereits heute gibt es eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsmitteln, um eine Wohnung barrierefreier zu gestalten. Dabei ist es oft schwierig, einen Überblick über vorhandene Angebote zu erhalten und darüber hinaus dann auch noch einschätzen zu können, welche Angebote für die individuelle Situation am geeignetsten wären. Für viele contergangeschädigte Menschen bleibt hier oft nur die Methode „Versuch – Irrtum“. Man kauft ein Hilfsmittel, testet es und es funktioniert oder wird zur Seite gelegt. Alternativ werden Bekannte und Freunde gefragt, ob sie eine Idee oder bereits Erfahrungen mit einem spezifischen Hilfsmittel hätten. Vor diesem Hintergrund entschied man sich 2011 im Schwarzwald-Baar-Kreis für die Bürger eine eigene Beratungsstelle einzurichten. Neben einer ausführlichen und individuellen Beratung, kommen die Mitarbeiter auch zu Hausbesuchen. Hilfsmittel können ausgeliehen und getestet werden und es gibt Informationen zu Bezugsquellen, Finanzierungsmöglichkeiten und geeigneten Handwerkern. Die Beratung (nach Terminabsprache) ist dabei für die Bürger des Schwarzwald-Baar-Kreises sowie der Landkreise Rottweil und Tuttlingen kostenlos und erfolgt neutral und unabhängig. Finanziert wird das Angebot über die Landkreise. 

Im Laufe der Zeit stapelten sich im Büro von Katja Porsch, der Leiterin der Beratungsstelle, jedoch die Hilfsmittel und der Bedarf nach einer neuen Lösung wurde immer größer. Seit 2014 gibt es nun zusätzlich zur Beratungsstelle die Musterwohnung BEATE. Dabei steht BEATE für 

B arrierefrei wohnen

E rleben und ausprobieren

A lltagshelfer

T echnische Unterstützung

E inzelberatung.

Die Umsetzung

Die Musterwohnung BEATE in der Gewerbeschule in Villingen-Schwenningen ist eingerichtet wie eine kleine Wohnung mit den Bereichen Flur, Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche sowie einem kleinen Beratungsbereich. Einzeln oder in Gruppen können sich hier auch contergangeschädigte Menschen ausführlich die Funktionen der vielen verschiedenen Hilfsmittel erklären lassen, die Hilfsmittel selbst ausprobieren und alle Fragen zum Erwerb, zur Finanzierung und zum Einbau stellen. An jedem Ausstellungsstück hängt ein kleiner Zettel mit einem Bild des Hilfsmittels, Informationen zum Produkt, dem Preis und zu Bezugsmöglichkeiten, den sich Interessenten als Denkstütze mitnehmen können. Für die technischen Geräte, wie z. B. Waschmaschinen, Backöfen, Mikrowellen, gibt es darüber hinaus Checklisten zur Barrierefreiheit zum Mitnehmen. Die Ausstellungsstücke werden dabei von der Beratungsstelle selbst oder mit Hilfe von Sponsoring finanziert. Manchmal kommt es auch zu Schenkungen von dankbaren Bürgern, wie beim Treppensteiger Scalamobil. 

Zusätzlich hat das Landratsamt zwei umfangreiche Broschüren zum Mitnehmen erarbeitet. Die „Alterszeit“ ist ein Regio-Wegweiser mit Adressverzeichnis zu allen Fragen rund um Pflege, Wohnen und Beratung. In der Broschüre „Besser Wohnen im Alter“ gibt es einen Überblick über alle in der Musterwohnung vorgestellten Hilfsmittel sowie umfangreiche Tipps zur Barrierefreiheit. 

Insgesamt haben im letzten Jahr 2.560 Bürger die Informationsangebote der Beratungsstelle und der Musterwohnung genutzt. Durchschnittlich jeden 2. Tag kommt es dabei zu Akutberatungen aufgrund einer aktuell eingetretenen Pflegesituation bzw. der Verschlechterung einer bestehenden Situation. Was das Team um Katja Porsch dabei in den letzten Jahren beobachtete, ist das zunehmende Angebot aber auch die zunehmende Akzeptanz technischer, elektrischer bzw. elektronischer Hilfsmittel. Dies würde sich bisher jedoch noch nicht in den Erstattungskatalogen der Kranken- und Pflegekassen widerspiegeln. Nach Gesprächen mit deren Vertretern sieht Katja Porsch aber auch hier ein Umdenken. 

Einen weiteren Trend sehen die Mitarbeiter der Beratungsstelle im Bereich smarte Lösungen. Bereits vorhandene Lösungen oder Applikationen für Internet oder mobile Nutzung werden so angepasst, dass sie auch den Pflegeprozess unterstützen. Das hat den Vorteil, dass die Betroffenen bzw. ihre Angehörigen mit den Grundprinzipien der Bedienung aus ihrem täglichen Leben bereits vertraut sind und Hemmschwellen der Nutzung deshalb niedriger sind. Komplett durchtechnisierte „Ambiant Assisted Living“-Lösungen (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben) sind noch eher selten vertreten. Neben den hohen Kosten liegt das vor allem an Problemen der Praktikabilität. Der Schwerpunkt in der Beratung liegt in Villingen-Schwenningen deshalb auf der Nachrüstung. Ein Bedarf tritt oft akut auf und dann bleibt meist keine Zeit für langwierige Planungen und komplette Umbauten. Hier gilt es schnell, unkompliziert und pragmatisch Lösungsmöglichkeiten zu schaffen, welche die vorhandene Situation vor Ort berücksichtigen und schnell Hilfe und Unterstützung bieten.

Die Partner

Um eine erfolgreiche Beratung zu sichern, geht es nicht ohne Partner. Neben einer engen Zusammenarbeit mit den regionalen Pflegestützpunkten sind dabei vor allem auch die Wohnungsgesellschaften, die Industrie-und Handelskammer, Handwerker, Architekten, Pflegeschulen und Hochschulen bei der Beratungsstelle mit im Boot. In gemeinsamen Projekten versuchen sie auch neue Lösungen für Fragen der Barrierefreiheit zu finden und gefundene Ideen praktisch zu testen. Die Musterwohnung ist aber auch für die Hersteller der Hilfsmittel interessant. So zeigten sich nicht nur einmal Schwächen bestimmter Lösungsangebote beim konkreten Testen in der Musterwohnung. Diese wurden zurückgemeldet und z. B. beim Bedienungsfeld eines Herdes zeitnah praktisch überarbeitet und umgesetzt.

Praktische Tipps

Bei einem ausführlichen Rundgang durch die Musterwohnung stellten uns Frau Porsch, Frau Koffler sowie Herr Buschle verschiedenste Hilfsmittel praktisch vor, von denen wir Ihnen hier einige vorstellen möchten:

Türsprechanlage mit Fingerprint und Video

Türsprechanlage mit Fingerprint und Video

Ein Hauszugangssystem, das Sicherheit und Komfort bietet. Ein Schlüssel ist nicht mehr nötig. Im System können darüber hinaus einfach und unkompliziert die Fingerabdrücke mehrerer Personen gespeichert werden. Durch die Videoübertragung kann zusätzlich gesehen werden, wer vor der Tür steht.

Hersteller: ELRO
Preis: Etwa 275,00 - 290,00 Euro
Link: Zum Angebot

Hilfen im Haushalt

Mülleimer mit Bewegungssensor

Mülleimer mit Bewegungssensor

Der Mülleimer öffnet sich automatisch, sowie man in die Nähe des batteriebetriebenen Sensors kommt. Nach kurzer Zeit schließt er sich auch wieder automatisch.

Hersteller: Jago
Preis: Zwischen 29 Euro (30 Liter) und 43 Euro (62 Liter)

Multi-Deckelöffner

Multi-Deckelöffner

Erleichtert das Öffnen festsitzender Schraubdeckel verschiedener Größen (von 4 bis 8 cm Durchmesser).

Hersteller: z. B. Ernesto oder GIMARS
Preis: Zwischen 3 und 15 Euro
Link: Zum Angebot

Schlüsseldrehhilfe

Schlüsseldrehhilfe

Mit Hilfe des großen Griffes können kleine Schlüssel einfacher und mit weniger Kraftaufwand im Schloss gedreht werden. Geeignet für mehrere Schlüssel.

Hersteller: z. B. Vitility
Preis: Zwischen 4 und 10 Euro
Link: Zum Angebot

Tuben-Ausdrückhilfe

Tuben-Ausdrückhilfe

Sie ermöglicht es dem Nutzer Tuben ohne großen Kraftaufwand vollständig zu entleeren.

Hersteller: Vitility
Preis: Etwa 5 Euro
Link: Zum Angebot

Kommunikation

Modische Notrufuhr mit integrierter SIM-Karte

Modische Notrufuhr mit integrierter SIM-Karte

Sie verfügt neben der klassischen Uhrenfunktion über eine SOS-Notruftaste für eine Schnellwahl im Notfall und kann die exakte Position des Trägers übermitteln (via SMS, E-Mail oder Tracking-Portal). Zusätzlich kann sie auch als Handy-Ersatz fungieren. Hierzu ist sie mit einem Mikrofon und einem Lautsprecher für das Telefonieren (inklusive Freisprech-Option) ausgestattet und kann auf Wunsch alle auf dem Telefonbuch der SIM-Karte gespeicherten Nummern anrufen.

Hersteller: Locixx
Preis: ca. 400 Euro
Link: Zum Angebot

Abspiel- und Lesegeräte

CD und DAISY-Dateien-Player „Victor Reader Stratus“

CD und DAISY-Dateien-Player „Victor Reader Stratus“

Der Player bietet die Möglichkeit nicht nur normale Musik-CD oder ein Hörbuch sondern auch Dateien im DAISY-Format zu lesen und abzuspielen (z. B. Angebote der Westdeutschen Blindenhörbücherei)

Hersteller: HumanWare
Preis: Etwa 420 – 480 Euro
Link: Zum Angebot

Stationäres Bildschirmlesegerät

Stationäres Bildschirmlesegerät

Hiermit können Texte, Bilder, Fotos und vieles mehr vergrößert und auf einem Bildschirm angesehen werden. Die Bedienung ist einfach und intuitiv und das Gerät ist verordnungsfähig. Erweiterungsmöglichkeit: Touchscreen-Monitor mit Vorlesefunktion.

Hersteller: Optelec
Preis: Etwa 2.300 - 4.755 Euro (je nach Ausstattung)
Link: Zum Angebot

Vorlesegerät ClearReader LS20 CR+

Vorlesegerät ClearReader LS20 CR+

Mit Hilfe einer Kamera werden die Texte erfasst und mit Hilfe einer integrierten Texterkennungssoftware in eine Hörversion umgewandelt und ausgegeben. Das Gerät funktioniert mit Netzanschluss oder Akku, kann komplette DIN A4-Seiten wiedergeben und ist verordnungsfähig.

Hersteller: Optelec
Preis: Etwa 3.930 Euro
Link: Zum Angebot

Langstielige Hilfsmittel

Langstielige Toilettenbürste (WC-Garnitur Komfort)

Langstielige Toilettenbürste
(WC-Garnitur Komfort)

Hersteller: Vertrieb Westfalia
Preis: Etwa 8 - 20 Euro
Link: Zum Angebot

Langstielige Kehrgarnitur

Langstielige Kehrgarnitur

Hersteller: Oxo Good Grips
Preis: Etwa 20 - 25 Euro
Link: Zum Angebot

Bitte beachten Sie

Die Serviceangebote der Beratungsstelle sowie der Musterwohnung stehen - aufgrund der Finanzierung durch die Landkreise - nur den Bürgern der beteiligten Landkreise (Schwarzwald-Baar-Kreis, Rottweil und Tuttlingen) nach telefonischer Anmeldung zur Verfügung.

Kontakt

Katja Porsch und Maren Koffler
Beratungsstelle „Alter & Technik“
Am Hoptbühl 2
78048 Villingen-Schwenningen

Tel.: 07721 913 7135
Fax: 07721 913 8135
E-Mail: K.Porsch@Lrasbk.de

Kontakt für den Landkreis Rottweil

Florian Buschle
E-Mail: F.Buschle@Lrasbk.de 

Musterwohnung BEATE
(nach telefonischer Terminvereinbarung)
in Schwenningen


AUSSTELLUNG IN FRANKFURT AM MAIN


26.01.2018

Die Ausstellung "Barrierefreies Wohnen und Leben" an der Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit

Auf rund 150 Quadratmetern bietet die Frankfurter University of Applied Sciences viele verschiedene Lösungen für barrierefreies, selbstständiges Wohnen an. Die Ausstellung ist dabei angesiedelt am Fachbereich 4 „Soziale Arbeit und Gesundheit“. 47 Produktanbieter unterstützen das permanente, seit Herbst 2012 bestehende Projekt, welches 2013 auch mit dem Hessischen Staatspreis „Universelles Design – Anerkennung“ ausgezeichnet wurde. Ziel der Ausstellung ist es, Betroffenen und Interessierten Anregungen zu geben, wie man mit Hilfe technischer Hilfsmittel länger und selbstbestimmter zu Hause leben kann. Sie wird aber auch genutzt, um Studierenden der Frankfurter Fachhochschule die verschiedenen möglichen technischen Lösungen vorzustellen und sie mit deren Gebrauch vertraut zu machen.

Wer kann die Ausstellung nutzen?

Für Betroffene, Angehörige, Interessierte und Selbsthilfegruppen ist die Ausstellung jeden letzten Mittwoch des Monats von 14:00 – 16:00 Uhr ohne Voranmeldung kostenlos zugänglich. Ebenfalls können Führungen beantragt werden, deren Beginn stets um 14:00 Uhr ist. Ab dem 31. Januar 2018 können darüber hinaus auch Führungstermine in türkischer und englischer Sprache vereinbart werden. Darüber hinaus kann auch eine Beratung zum barrierefreien Wohnen und Leben in Anspruch genommen werden, die in Kooperation mit der Fachstelle für Barrierefreiheit des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen angeboten wird.

Was bietet die Ausstellung?

Auf der Ausstellungsfläche werden viele verschiedene Produkte, Hilfsmittel und Lösungen für barrierefreies Wohnen und Leben präsentiert. So gibt es zum Beispiel eine eingerichtete Modellwohnung, deren nutzerfreundliche, barrierefreie Einrichtung begutachtet werden kann. Neben einfachen Hilfsmitteln für den Alltag werden verschiedene, biodynamische Lichtkonzepte vorgestellt, sowie technische Lösungen im Rahmen des Ambient Assisted Living (= Altersgerechte Assistenzsysteme für ein umgebungsunterstütztes, gesundes und unabhängiges Leben) präsentiert. Sicherheitskonzepte rund um das Eindämmen von Sturz- und Verletzungsgefahren und Vertreter emotionaler Robotik, wie die Robbe PARO oder ein Telepräsenz-Roboter sind ebenfalls Bestandteil der Ausstellung.

Eigener YouTube-Kanal

Zusätzlich zu der Ausstellung hat die Universität auch einen YouTube-Kanal entwickelt, der bereits seit dem 10. September 2012 besteht und speziell für die Ausstellung ins Leben gerufen wurde. In leicht verständlichen Kurzfilmen demonstrieren die Frankfurter Ausstellungsmacher die Nutzung einiger Produkte, die man in der Ausstellung findet. Somit geben die kurzen Videos einen spannenden Einblick in die Ausstellungsexponate, ohne jedoch alle interessanten Informationen vorwegzunehmen.

Wie erfolgt die Aufnahme der Exponate in die Ausstellung?

Ob ein Hilfsmittel bzw. Ausstellungsstück in die Frankfurter Ausstellung aufgenommen wird, ist nach Frau Richter, vom Projektteam in Frankfurt, auch abhängig vom jeweiligen Angebot. Neben gezielten Suchen des Teams nach neuen Exponaten (entsprechend der Themenschwerpunkte der Ausstellung), kommen auch Firmen auf sie zu und stellen ihre Produkte leihweise zur Verfügung. Die jeweiligen Themenschwerpunkte würden dann das Auswahlverfahren bestimmen.

Gibt es Schwerpunkte bei den gestellten Fragen der Besucher?

Am Ende der Führungen wird auf allgemeine Fragen der Besucher eingegangen. Eine gezielte Beratung erfolgt jedoch meist erst aufgrund von Einzelanfragen, zz. B. von Pflegenden, bei einem extra vereinbarten Termin. Die dabei besprochenen Themen umfassen die gesamte Breite der ausgestellten Hilfsmittel. Bei den Beratungen sind dann auch Mitglieder des VdK vertreten, die bei diesem Projekt eng mit der Frankfurt University of Applied Sciences zusammenarbeiten.


Die barrierefreie Modellwohnung

Die öffentlich zugängliche Ausstellung hält eine komplett eingerichtete Modellwohnung für ihre Besucher bereit, die verschiedene Lösungsmöglichkeiten für das Überwinden von Barrieren aufzeigt.

Rotoflex: Das Pflege- und Aufstehbett

Einer dieser Lösungsvorschläge ist das Pflege- und Aufstehbett von Rotoflex. Das Bett ist mit den grundlegenden Bedienmöglichkeiten eines gewöhnlichen Pflegebetts ausgestattet und verfügt darüber hinaus über eine weitere Funktion: Mithilfe eines Knopfdrucks kann die liegende Person ohne den Aufwand einer zusätzlichen Transferleistung in eine sitzende Position gebracht werden. Betätigt man den entsprechenden Knopf an der Bedieneinheit, werden die Kopf- und Fußpartie der Matratze leicht angehoben. Anschließend rotiert das Bett um neunzig Grad nach rechts. Dann wird die Matratze langsam abgesenkt, bis die Füße der liegenden Person schließlich den Boden berühren. Nun befindet sich die Person in einer sitzenden Position und kann z. B. eine Mahlzeit an einem Tisch einnehmen. Um die Aufrichtfunktion richtig nutzen zu können, müssen die Größe und das Gewicht der Person auf die Maße des Bettes abgestimmt sein. Der Hersteller bietet bei Bedarf an, das Bett an die Körpermaße der eingeschränkten Person anzupassen. Zusätzlich kann das Pflegebett der eingeschränkten Person auch beim Aufstehen behilflich sein. Hierzu wird die Sitzpartie des Bettes langsam angehoben, während sich die Person leicht vorbeugt. Dadurch wird das Gewicht der Person auf ihre Füße verlagert und das Aufstehen z. B. mit Hilfe eines Rollators erleichtert.

Das barrierefreie Bad - Tür, Waschbecken, Toilette und Dusche

In das barrierefreie Bad gelangt man durch eine Raumspartür. Sie spart Platz, da sie nur zu 40 cm in das Bad hineinragt. Durch den breiten Türspalt von 90 cm ist das Bad dann z. B. auch für Rollstuhlfahrer leicht zugänglich. Das unterfahrbare Waschbecken des Modellbadezimmers bietet viel Komfort. Es wurde ein höhenverstellbarer Wasserhahn installiert, der sowohl zum Hände- als auch zum Haarewaschen dienen kann. Der über dem Waschbecken angebrachte Spiegel bietet auch sitzenden und kleinen Personen die Möglichkeit, sich zu betrachten, da er sehr groß ist und fast bis zur Oberkante des Waschbeckens hinabreicht. Die in die Spiegelseiten integrierten LED-Leuchten sorgen für eine gute Beleuchtung des Spiegels. Ebenfalls Teil des barrierefreien Bads ist die geräumige und barrierefreie Dusche. Ein Klappsitz ermöglicht größeren Komfort beim Duschen und sorgt für Stabilisierung im Rückenbereich. Die Haltegriffe, die links und rechts neben dem Klappsitz angebracht sind, sorgen dafür für Sicherheit und können gleichzeitig auch einmal als Handtuchhalter genutzt werden. Der leicht verstellbare Duschkopf kann mit einer Hand und einem Handgriff auf die gewünschte Höhe eingestellt werden. Eine integrierte Einrastautomatik hindert dann den Duschkopf daran, seine Position zu verändern. Ein nützliches Hilfsmittel ist auch der Anti-Brühschutz, der einen Temperaturanstieg des Wassers auf über 39 Grad Celsius verhindert. Ausgelöst wird der Wasserstrom einfach per Knopfdruck. Der letzte wichtige Bestandteil des Badezimmers ist das barrierefreie WC. Ähnlich wie die Dusche ist auch das WC-Areal mit viel Platz ausgestattet. Das auf 48 cm abgesenkte WC garantiert ein leichtes, bequemes Hinsetzen. Rechts und links neben der WC-Schüssel sind zwei Klappstützgriffe angebracht, um das Aufstehen zu erleichtern. Außerdem ist im linken Klappstützgriff die Wasserspülung per Knopfdruck integriert sowie ein Notrufknopf, der z. B. bei plötzlicher Übelkeit betätigt werden kann. Das Badezimmer ist außerdem mit einer separaten Notrufvorrichtung in Form eines (längeren) Seils ausgestattet. In einer Notfallsituation kann durch dessen Betätigung ein Hilferufsignal z. B. an einen Assistenten oder eine Notrufzentrale weitergeleitet werden.

Weitere barrierefreie Hilfsmittel

Darüber hinaus findet man auch weitere Hilfsmittel, die sich keinem bestimmten Zimmertyp zuordnen lassen bzw. allgemein nutzbar sind.

Türspion

Zu diesen Angeboten gehört z. B. der barrierefreie Türspion. Er ist viel niedriger in der Tür angebracht, als ein gewöhnlicher Spion, damit auch Rollstuhlfahrer und kleine Personen ihn problemlos nutzen können. Schaut man durch ihn hindurch, erblickt man trotz dessen niedriger Lage die draußen stehende Person in ihrer vollen Größe. Hierzu wurde ein Winkel in den Spion integriert, der den Höhenunterschied ausgleicht.

Fenster öffnen und schließen

Der automatische Fensterschließer WINFLIP ist ein Hilfsmittel, das an jedem beliebigen Fenster nachgerüstet werden kann. Da er ohne Elektrizität funktioniert, ist nicht einmal eine Stromzufuhr erforderlich. Der Fensterschließer wird in Form eines langen, weißen Aufsatzes am Fensterrahmen montiert. An diesem Aufsatz befindet sich eine weiße Schnur mit einem Griff. Dieser Griff kann auch von motorisch eingeschränkten oder kleinen Personen genutzt werden, um das Fenster zu öffnen. Steht das Fenster schließlich offen, schließt es sich nach einer ausgewählten Lüftungszeit von fünf Minuten bis zu fünf Stunden automatisch von selbst. Der Schwung, mit dem das Fenster zuschlägt, kann ebenfalls selbst reguliert werden.

Lifttreppe

Ein weiteres in der Ausstellung vorgestelltes Hilfsmittel ist die CAMA Lifttreppe. Sie ermöglicht das Überwinden von Höhenunterschieden von bis zu 1,25 Metern. Dies entspricht bei normaler Treppenstufenhöhe ungefähr sieben Treppenstufen. Es handelt sich bei dieser Lifttreppe um eine mechanische Holztreppe, die sich mit Hilfe eines Schalters zu einer Plattform zusammenstauchen lässt. Betätigt man einen der Schalter am unteren oder oberen Ende der Treppe, senken sich die Stufen langsam hinab und formen auf dem Boden eine Plattform. Am oberen Ende der Treppe fährt gleichzeitig eine Sicherheitsschranke auf, um den Absturz von Personen zu verhindern. Möchte man die Höhe von unten nach oben überwinden, kann man nun mit Hilfe eines Rollators oder eines Rollstuhls auf die Plattform auffahren. Wichtig hierbei ist, dass der Rollator bzw. Rollstuhl mit den Bremsen auf der Plattform festgestellt wird. Hat man sich fest auf der Plattform gesichert, kann manuell der Befehl zum Hochfahren gegeben werden. Ist man am oberen Ende der Treppe angekommen, verschwindet die Sicherheitsschranke und man kann die Liftplattform sicher verlassen. Die CAMA Lifttreppe ist optimal für den Innen- und Außenbereich von Gebäuden um im öffentlichen Raum geeignet, da sie die Überwindung von Höhenunterschieden ungemein erleichtert. Sie kann jedoch nicht für die Überwindung ganzer Stockwerke genutzt werden.

Biodynamische Lichtkonzepte und Lichtdusche

Die verschiedenen Lichtkonzepte, die in der Frankfurter Ausstellung präsentiert werden, dienen der Unterstützung und Stabilisierung des menschlichen Biorhythmus. Diese Art des Lichts wird deshalb als biodynamisches Licht bezeichnet. In einem der YouTube-Videos der Frankfurter Uni wird das Zirkadiane Licht als Beispiel für biodynamische Lichtkonzepte vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine therapeutische Hilfe für Menschen, die aufgrund einer erheblichen motorischen Einschränkung ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. Oftmals werden diese Personen in zu geringen Mengen mit Licht versorgt, was ihr Gespür für den Tagesablauf und die Jahreszeiten durcheinanderbringt. Abhilfe schafft eine Lampe mit zirkadianem Licht. Das sich ständig verändernde Licht simuliert parallel zu den realen Lichtverhältnissen den natürlichen Tageslichtablauf. Dadurch stabilisiert es das Verständnis für Tages- und Jahreszeiten. Am Morgen erscheint das Licht bläulich, während es sich mittags weiß und am Abend schließlich rötlich färbt.

Ein weiteres Beispiel für therapeutische Lichtkonzepte ist die Lichtdusche. Hierfür wird eine Tageslichtlampe aufgestellt, deren Licht über 6000 Lux (Lateinisch für Licht = Einheit für die Beleuchtungsstärke) besitzt. Diese Lampe simuliert die Beleuchtung durch Sonnenlicht und kann bei einer zu geringen Tageslichtdosis eingesetzt werden. Eine tägliche zweistündige Lichtdusche beugt der Bildung des Hormons Melatonin vor, das für Wintermüdigkeit und -depression verantwortlich ist.

Hilfsmittel zur Vermeidung von Stürzen und Verletzungen

Technische Hilfsmittel sollen neben der Überwindung von Barrieren im Alltag natürlich auch für mehr Sicherheit sorgen. Als Beispiel hierfür präsentiert die Universität Frankfurt das Sicherheitskonzept der Kontakt- bzw. Sturzmatte. Die Kontaktmatte, die gleichzeitig auch eine Sturzmatte ist, setzt sich aus zwei übereinanderliegenden Matten zusammen. Der sichtbare Läufer ist über die eigentliche Kontaktmatte gestülpt und enthält keinerlei Technik. Diese Lösung vereinfacht das Waschen und Sauberhalten der Matte, da der schmutzige Läufer bei Bedarf einfach abgezogen werden kann. Die mit Sensoren bestückte Kontaktmatte versteckt sich unter dem Läufer und wir per Klettverschluss an diesem befestigt. Die Kontaktmatte kann Belastungen, sowie das genaue Gewicht und die belastete Fläche erkennen. Außerdem kann das Belasten der Matte mit einem Automatismus verbunden werden, wie z. B. dem automatischen Einschalten des Lichts. Registriert die Matte dann einen Sturz, so werden sofort ein akustisches Signal und ein zusätzlicher Alarm ausgelöst. Somit kann durch das intelligente Erkennungssystem der Sturzmatte schnell Hilfe gerufen werden.

Technische Lösungskonzepte für Ambient Assisted Living

Der Bereich des Ambient Assisted Living beschäftigt sich mit technischen Innovationen im Bereich der Kommunikation und des Informationsaustausches. Ziel dieser Innovationskonzepte ist die unaufdringliche Unterstützung von älteren und/oder Menschen mit z. B. körperlichen Einschränkungen im Alltagsleben. Bezogen auf diesen Bereich der Hilfsmitteltechnik werden in der Ausstellung der Frankfurter Universität verschiedenste Kommunikations- sowie Steuerungssysteme vorgeführt.

Assistenzsysteme: Die altersgerechte Software für die eigenen Vier Wände

Bei der ersten von drei Assistenzsystemen handelt es sich um eine webbasierte Variante. Diese muss bereits beim Hausbau bzw. beim Renovieren integriert werden, da sie mit einer intelligenten Stromleitung arbeitet, die in der Wand verlegt wird. Die Software selbst wird auf einer Touchscreen-Oberfläche installiert. Auch die Installation auf einem Mobiltelefon ist möglich, sofern das Gerät per Touchscreen bedienbar ist. Ist das System eingeschaltet, steht eine Bedienfläche mit mehreren Aktionsbuttons zur Verfügung. Wichtig ist vor allem der Status-Button. Dieser muss in frei gewählten Zeitabständen durch einfaches Drücken bestätigt werden, um dem System zu signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Wird er nicht bestätigt, färbt sich der Button rot und ein Warnsignal wird ausgestoßen. Folgt immer noch keine Bestätigung, wird ein Notruf weitergeleitet, um anschließend helfende Maßnahmen einzuleiten.

Zusätzlich kann man über die Bedienfläche auf die Bereiche Licht, Jalousie, Klima, Medien, Sicherheit, Technik und Notruf im Haus / in der Wohnung Einfluss nehmen. Sie können über das Assistenzsystem nach Belieben gesteuert werden. Die großen Symbole und Buchstaben sorgen für eine altersgerechte und vereinfachte Bedienung. Das System wird zusätzlich von Umgebungssensoren ergänzt. Beispielsweise kann eine Notrufanlage im Badezimmer direkt mit dem Assistenzsystem verbunden werden. Ein weiterer nützlicher Aspekt dieses Assistenzsystems ist die vereinfachte Türkommunikation. Klingelt jemand an der Haustür, wird der Anruf direkt zur Bedienfläche des Systems weitergeleitet und kann dort angenommen werden. Die Kamerafunktion ist einseitig; man erblickt die Person, die vor der Haustür steht, ohne selbst von ihr gesehen zu werden. Somit eignet sich dieses Assistenzsystem insbesondere für motorisch stark eingeschränkte oder bettlägerige Personen. Auch mobil funktioniert diese Verbindung. So könnte man überprüfen, wer vor der eigenen Haustür steht, ohne selbst daheim zu sein.

PAUL Assist

Ein weiteres intelligentes Assistenzsystem, das jedoch vor allem in größeren Gebäudekomplexen (betreutes Wohnen) oder aber auch in Wohngruppen eingesetzt wird, ist PAUL Assist. Das System wurde von der TU Kaiserslautern gemeinsam mit der Firma CIBEK und weiteren Partnern aus einem AAL-Projekt entwickelt.  PAUL erleichtert die Steuerung von vielen verschiedenen elektronischen Vorgängen, wie z. B. Licht, Radio oder Rollläden. Darüber hinaus vereinfacht die Software die soziale Kommunikation, z. B. beim betreuten Wohnen, da es eine Schwarzes Brett – Funktion besitzt, die allen Mitbewohnern zugänglich ist. Somit kann bei Angelegenheiten, welche die ganze Gruppe betreffen, auch einfach online kommuniziert werden. Im Bereich der Kommunikation verfügt das Assistenzsystem auch über eine Videofunktion, mit der einfach Kontakt zu Freunden, Angehörigen und Mitbewohnern aufgenommen werden kann.

PAUL sorgt darüber hinaus auch für mehr Sicherheit. Vor dem Verlassen der Wohnung können beispielsweise einfach kritische Steckdosen ausgeschaltet werden und man kann überprüfen, ob alle Fenster geschlossen sind. PAUL besitzt ebenfalls eine eingebaute Türkamera und die Tür kann über die Bedieneinheit manuell geöffnet werden. Eine Notsituation erkennt PAUL selbstständig und ruft automatisch um Hilfe. Auch ein manueller Hilferuf der Person ist über die Notruffunktion möglich. Je nach Konfiguration kann über das intelligente Assistenzsystem auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen organisiert werden. Beispielsweise lassen sich über das Bedienfeld z.B. Mahlzeiten bestellen oder man kann sich an Termine erinnern lassen.

Eine weitere Variante des Assistenzsystems ist ein funkbasiertes System, das ohne Internetzugang funktioniert. Dieses System ist vor allem für Privathaushalte geeignet, da die Installation schnell und unkompliziert vonstattengeht. Die Bedieneinheit kommt komplett ohne Knöpfe aus und besteht aus fünf Sensoren, die etwa die Größe eines Festnetztelefons besitzen. Diese Sensoren werden überall in der Wohnung platziert und erstellen in den ersten drei Wochen ein Temperatur-, Licht-, und Geschwindigkeitsprofil des/r Bewohner/in. Danach besucht ein Techniker die Wohnung und bespricht mit der/m Bewohner/in, bei welchen Abweichungen von den Normwerten ein Alarm ausgelöst werden soll. Wird ein Alarm ausgelöst, gibt es kein akustisches Signal. Stattdessen wird eine SMS an ein beliebiges Mobiltelefon, z. B. das eines Angehörigen oder Pflegenden, geschickt. Voraussetzung für dieses Assistenzsystem ist dementsprechend ein Mobilfunkvertrag für das Empfängerhandy, damit der Notruf auch unterwegs empfangen werden kann. Diese Einschränkung wird jedoch durch die einfache Bedienung und Installation der Funkeinheiten ausgeglichen. An Tagen mit einer vorhersehbaren hohen Abweichung vom Standartprofil, beispielsweise beim Besuch von Freunden oder der Enkel an Weihnachten, kann das Assistenzsystem auch abgeschaltet werden. Hierfür befindet sich ein Ein- und Ausschaltknopf an den Funkeinheiten.

Notrufknopf

Die einfachste und älteste Version der Hilfe im Falle eines Notfalls ist das Notruftelefon. Es kann nachträglich eingebaut werden und wird direkt an die Haustelefonleitung angeschlossen. Die Bedieneinheit ist z. B. mit einem roten Alarmknopf und einem gelben Aktivitätsknopf ausgestattet. Letzterer muss regelmäßig von der Person gedrückt werden, da ansonsten ein Notruf ausgelöst wird. Die Telefoneinheit besitzt auch eine Lautsprecheranlage und kann somit zentral in der Wohnung aufgestellt werden. Neben dem eigentlichen Telefon wird ein Sensor mit einem Notrufknopf geliefert, der um den Hals oder das Handgelenk gelegt werden kann. In einer Notsituation kann die Person somit schnell den Notrufknopf betätigen. Auch einkommende Anrufe können über den Notrufsensor angenommen werden.

Ergänzend zum Notruftelefon kann auch ein sogenannter Care Assist eingesetzt werden. Er ist funkbasiert und mit dem Sensor des Notruftelefons kompatibel. Installiert man z. B. einen Sturzsensor im Haus und dieser registriert einen Sturz, leitet der Care Assist das Signal sofort an das Notruftelefon weiter. Somit fungiert das Gerät als Vermittler zwischen einem Funksensor und dem Notruftelefon.

Technische Kommunikationshilfen

Unterstützte Kommunikation – Das ist das Ziel der technischen Kommunikationshilfen, die bei der Betreuung und Pflege ihre Anwendung finden. Insbesondere kognitiv und kommunikativ eingeschränkten Personen erleichtern sie den alltäglichen zwischenmenschlichen Dialog. Die Frankfurter Ausstellung präsentiert auch in diesem Bereich technische Hilfsmittel, die zu einer vereinfachten, barrierefreien Kommunikation beitragen:

GoTalkNow für iOS-Geräte

Die iOS-Software GoTalkNow wurde von der Firma Attainment als Hilfsmittel für Unterstützende Kommunikation entwickelt. Die frei zusammenstellbare Benutzeroberfläche kann je nach Bedarf angepasst und verändert werden. Kommunikativ eingeschränkte Personen können über beschriftete Schaltflächen kommunizieren und Aktionen auswählen. Somit treten sie in ein Dialogverhalten mit z. B. einem Pfleger oder Assistenten und erhalten die Möglichkeit, ihren Willen zu kommunizieren.

MetaTalkDE für iOS-Geräte

Die Firma Cidar Health Care LLC entwickelte die symbolbasierte App ebenfalls zum Ausbau der Kommunikationsfähigkeit. Die App ermöglicht das Kommunizieren über Bilder, die mit Sprache hinterlegt sind. Durch das Drücken auf die entsprechenden Bilder können Personen mit eingeschränkter Sprachfunktion ihrem eigenen Willen Ausdruck verleihen.

Assistive Express German für iOS-Geräte

Hierbei handelt es sich um eine von der Firma Kiat Ng entwickelten App zur Versprachlichung von Schrift. Sie enthält eine Tastatur mit integrierter Wortvorhersage, die das Eintippen von Sätzen erleichtert. Diese können dann von der App ausgesprochen werden. Die lernfähige Wortvorhersage speichert oft genutzte Worte automatisch ab. Zusätzlich können bestimmte Sätze in einer Favoriten-Liste abgespeichert werden.

Kestner Gebärdenlexikon für iOS- und Android-Geräte

Der Verlag Karin Kestner hat ein elektronisches Gebärdenlexikon für die Betriebssysteme Android und iOS entwickelt. Es dient zum Nachschlagen und eigenem Anlernen von Gebärden. Ähnlich wie bei einem Wörterbuch können die gesuchten Gebärden in Form von Vokabeln nachgeschlagen werden, die dann in einem Video als Gebärde vorgeführt werden. Somit erhalten kommunikativ eingeschränkte Personen die Möglichkeit, Gebärden als zusätzliches Kommunikationsmittel einzusetzen.

Der BigMack

Beim BigMack handelt es sich im Gegensatz zu den vorherigen Kommunikationshilfen nicht um eine App, sondern um eine „sprechende Taste“. Tatsächlich besteht das technische Gerät aus einem großen Taster, der zum Aufnehmen und Abspielen der Stimme dient. Dieser Taster ist in mehreren Farbvarianten verfügbar. Der BigMack soll kognitiv eingeschränkte Personen auf spielerischem Wege in ein kommunikatives Dialogverhalten führen. Er kann bei der Pflege oder Therapie für die vereinfachte Kommunikation zwischen dem Pfleger/Therapeuten und der eingeschränkten Person genutzt werden. Hält man den Taster gedrückt, aktiviert man die Sprachaufnahme und kann z. B. eine Aufforderung einsprechen. Die eingeschränkte Person kann später auf diese Aufforderung zurückgreifen. Indem sie auf die Taste drückt, kann sie die eingesprochene Aufforderung nutzen, um ihren eigenen Willen auszudrücken. Verknüpft wird dieser Vorgang oft mit einem beigelegten Bildsymbol, damit die Person den Zusammenhang zwischen Ton und Bild erlernt.

Die Tobii Augensteuerung

Der schwedische Hightech-Hersteller Tobii Technology hat sich mit seiner Software auf die Blickerfassung und Blicksteuerung spezialisiert. Die in der Ausstellung präsentierten Systeme werden per Augenkontakt gesteuert und sind somit für motorisch stark eingeschränkte Personen geeignet. Voraussetzung für die Nutzung dieser Technologie ist das frontale Halten des Blickkontaktes mit der Schaltfläche und das Verweilen mit den Augen auf einem Punkt. Außerdem sind Schreib- und Lesekenntnisse erforderlich.

Auf dem YouTube-Kanal der Ausstellung werden drei Varianten der Tobii Augensteuerung vorgestellt. Jede von ihnen muss vor der Nutzung durch die Augen der nutzenden Person konfiguriert werden. Hierdurch wird das System genau auf deren Augen angepasst. Hat man die Konfiguration erfolgreich beendet, erscheinen die eigenen Augen als weiße Punkte auf der Schaltfläche. Diese Punkte folgen stets der eigenen Augenbewegung, auch bei einer Veränderung der Sitz- oder Kopfposition.

Tobii Sono Lexis

Diese Variante bietet eine Symbolkommunikationsfläche, über die einfache Sätze per Augensteuerung gebildet und versprachlicht werden können. Die einzelnen Bestandteile des Satzes können in verschiedenen Kategorien ausgewählt werden. Die genutzten Worte werden durch zugehörige Symbole noch einmal verstärkt und können so leichter erkannt werden. Insofern kann diese Variante der Tobii Augensteuerung in einem gewissen Rahmen auch ohne Lese- und Schreibkenntnisse genutzt werden.

Tobii Sono Key

Die Bedienfläche des Sono Key hingegen besteht aus einer reinen Buchstabentastatur. Eine Wortvorhersage erleichtert das Bilden von Sätzen. Die gebildeten Phrasen können mithilfe verschiedener Stimmen versprachlicht werden. Das System ermöglicht neben dieser Art der Kommunikation den Zugriff auf Skype, einen Kalender, einen E-Mail-Funktion, Musik, eine Bildergalerie, einen Taschenrechner und ein SMS-Postfach. Über die integrierte Umfeldsteuerung können außerdem je nach Bedarf Türen, Fernseher und Betten konfiguriert werden.

Tobii Literaacy

Tobii Literaacy verbindet schließlich die Kommunikation via Schriftsprache mit gezielter Symbolik. Ähnlich wie beim Sono Key ist auch hier eine Tastatur mit intelligenter Wortvorhersage vorhanden, jedoch ist die Anordnung der Buchstaben alphabetisch. Zusätzlich ermöglicht Tobii Literaacy eine vereinfachte situationsabhängige Kommunikation: Verschiedene vorgespeicherte Sätze sind in bestimmten Kategorien zusammengefasst, z. B. „Essen und Trinken“, die bei Bedarf aufgerufen werden können. Diese Kategorien ermöglichen eine schnellere Reaktion der z. B. pflegebedürftigen Person in bestimmten Situationen.

Emotionale und persönliche Robotik

Künstliche Intelligenz findet schon länger Anwendung im Bereich der Betreuung und Pflege. Die Idee, andere Lebewesen als Menschen in die Therapie mit einzubeziehen, wurde erstmals mit der tierunterstützten Therapie umgesetzt. Die emotionale Robotik teilt deren Grundgedanken und hat ihn durch den Einsatz von emotionalen Technologien erweitert.  Die Ausstellung der Frankfurter Universität beschäftigt sich zum einen mit dem Sinn und Zweck der emotionalen Robotik, zum anderen auch mit den ethischen Fragen, die ihre Nutzung aufwirft.

Die Robbe PARO

Der persönliche Roboter wurde am National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) in Japan entwickelt. Im Jahre 2001 wurde PARO schließlich erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und drei Jahre später in den Verkauf gebracht. In Deutschland ist die ca. 60 cm lange Technik-Robbe bereit in über 40 Einrichtungen vertreten. Sie wird als Therapiemittel bei der Betreuung und Pflege von demenziell Erkrankten eingesetzt. Durch das zutrauliche Äußere einer jungen Sattelrobbe gepaart mit dem weichen Fell eines Kuscheltiers stößt PARO selten auf die Ablehnung während der Therapie. Sein Fell ist mit Sensoren ausgestattet und gibt dem Roboter somit die Möglichkeit, seine Umwelt wahrzunehmen und mithilfe von Lauten auf sie zu reagieren. Bei demenziell Erkrankten löst die Beschäftigung mit PARO eine positive emotionale Reaktion aus, sie zeigen sich zufrieden und entwickeln einen emotionalen Bezug zu dem Roboter. Außerdem stellt PARO bei chronischer Apathie einen wichtigen Bezug zur Außenwelt dar und löst längst vergessene Schlüsselreize bei den Erkrankten aus.

Der Dinosaurier PLEO

Die ursprünglich von der Firma Ugobe entworfene künstliche Intelligenz mit dem Erscheinungsbild eines Camarasaurier-Babys wird in Deutschland von der Joker AG vertrieben. Produziert wird der Roboter seit Juli 2009 von der Firma Innvo Labs Corporations. PLEO ist in der Lage, sich auf allen Vieren fortzubewegen, die Augen zu öffnen und zu schließen und das Fressen von Futter zu simulieren. Der persönliche Roboter ist mit 38 Sensoren, einem Stereo-Mikrofon und einer Digitalkamera ausgestattet. Mithilfe dieses Equipments kann er die Bewegungen um ihn herum verfolgen und auf Geräusche reagieren. Die künstliche Intelligenz des Roboters ist eingeschränkt lern- und entwicklungsfähig. Mit der Zeit bildet sich aufgrund dessen eine Art „Charakter“ aus, der je nach „Lebenserfahrung“ variiert. Experten vergleichen die Wirkung PLEOs mit der eines Haustieres, mit dem „gekuschelt und gespielt“ werden kann.

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Eingestellt von: T. Heckmann

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