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Fahrdienste

05.08.2019

Angebote verschiedener Träger

Besondere Fahrdienste für behinderte Menschen gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Sie unterstützen die selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Tagesablaufes und erleichtern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wenn kein eigener PKW vorhanden ist oder keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können. Angeboten werden diese z. B. durch verschiedene Träger der freien Wohlfahrtsverbände. Die Kosten für ihre Nutzung müssen dabei unter bestimmten Voraussetzungen nicht vom Betroffenen selbst übernommen werden.

 

© Michael Bellaire / Johanniter
Fahrdienst-Mitarbeiter der Johanniter begleiten eine Frau zum Auto.

Bei berufstätigen Menschen mit Handicap können die Rehabilitationsträger (z. B. gesetzliche Krankenkassen, Rentenversicherung) Beförderungskosten übernehmen, wenn ein Betroffener aufgrund seiner Behinderung für die Fahrt zum und vom Arbeitsplatz keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. Auch das Sozialamt kann Kosten für die Nutzung eines Behindertenfahrdienstes als Hilfe zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben übernehmen, wenn Betroffenen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht möglich ist und kein vorrangig verpflichteter Sozialleistungsträger vorhanden ist. 

Übernahme der Kosten

Die dabei angewandten Regelungen zur Kostenübernahme sind jedoch je nach Stadt oder Gemeinde regional unterschiedlich. Konkrete Informationen zu den örtlichen Fahrdiensten erhält man bei seiner Stadt oder Gemeinde. Diese informieren ebenfalls - wie auch verschiedene Träger solcher Fahrdienste (z. B. das DRK) - über die bestehenden regionalen Regelungen zur Kostenübernahme. 

Bei medizinisch bedingten Fahrten übernahmen die Krankenkassen bereits in der Vergangenheit für einige Patienten unter gewissen Voraussetzungen eine Taxifahrt zu einer ambulanten Behandlung. Dies geschah auf Grundlage der Krankentransport-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Hierzu musste der behandelnde Arzt im Vorfeld eine Verordnung ausstellen und darin bestätigen, dass die Behandlung medizinisch notwendig, und eine Taxifahrt aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Diese Verordnung musste dann von der Krankenkasse vor Antritt der Taxifahrt genehmigt werden. Dies geschah in der Regel zwar in den meisten Fällen. Das Verfahren war jedoch für die Betroffenen, ihre Angehörigen und für die Krankenkassen selbst mit einem großen Aufwand verbunden.

Hier gibt es nun eine Erleichterung für alle Beteiligten. So ist eine Vorabgenehmigung der Krankenkasse seit 1. Januar 2019 für verschiedene Patientengruppen nicht mehr nötig. Für sie gilt nun eine automatische Erlaubnis, sofern der Arzt die Taxifahrt als medizinisch notwendig einstuft. Dabei werden die Taxikosten für den Arztbesuch von pflegebedürftigen Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 grundsätzlich übernommen. Menschen mit Pflegegrad 3 müssen zusätzlich eine dauerhaft eingeschränkte Mobilität haben, sofern sie nicht zum 31.12.2016 eine Pflegestufe 2 hatten. In diese Neuregelung wurden darüber hinaus auch behinderte Menschen, die über einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ verfügen („außergewöhnliche Gehbehinderung“, „Blind oder hochgradig sehbehindert“ bzw. „Hilflos“) einbezogen. Für all diese Menschen gelten die Taxifahrten ab sofort mit der ärztlichen Verordnung auch als von der Krankenkasse genehmigt.

Nützliche Links

Zertifikat "Sicherer Kranken- und Behindertentransfer" von TÜV/DEKRA
Aktion Mensch: Suche nach Fahrdiensten in der Umgebung 
Johanniter Fahrdienst für Menschen mit Behinderung
Deutsches Rotes Kreuz-Fahrdienst
Fahrdienste des Arbeiter-Samariter-Bundes


Eingestellt von: T. Heckmann
Eingestellt am 25. November 2015. Letzte Aktualisierung am 05. August 2019.

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