Neue Impfungen schützen Senioren

Die Angst an einer Lungenentzündung zu erkranken, wächst mit steigendem Alter. Infektionen mit Pneumokokkenbakterien oder Influenzaviren begünstigen vielfach Lungenentzündungen. Im Alter enden diese oft mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen oder sogar tödlich. Eine Impfung hilft, weil speziell ältere Menschen deutlich anfälliger für Krankheitserreger sind. Aber wer weiß schon, ob sein Impfschutz noch besteht – oder dieser die aktuellen Impfoptionen bereits abdeckt.

Die Statistik ist ernüchternd: Nur wenige Senioren lassen sich impfen. In den westlichen Bundesländern sind es gerade mal 10 - 30 Prozent, die sich zum Beispiel gegen Pneumokokken (Bakterien, die zu einer Lungenentzündung führen) impfen lassen. In den östlichen Bundesländern liegt die Quote bei 35 - 45 Prozent. Immerhin 40 Prozent der über 60-Jährigen leiden nach einer Keuchhusten-Infektion („Pertussis“) an Lungenentzündungen, die wiederum durch starken Husten zu Mittelohrentzündungen, Rippenbrüchen oder Inkontinenz führen können. Grund für eine Infektion ist ein schwaches Immunsystem. Eine Impfung schützt Senioren sowohl vor einer Ansteckung als auch vor starken Beschwerden bei einer Infektion.

Die Folgen von Lungenentzündungen sind häufig Blutvergiftungen. An diesen sterben in Deutschland jährlich 70.000 Menschen. Verursacher sind vor allem Influenzaviren und Pneumokokkenbakterien. Die Beschwerden einer Lungenentzündung wie Fieber, Schüttelfrost und Atembeschwerden, wirken nicht nur auf den eigenen Gesundheitszustand. Sie beeinflussen auch das private Umfeld, denn ohne Impfung können die Krankheitserreger unmittelbar weitergegeben werden.  Gerade die Weitergabe des Keuchhusten-Erregers, ist besonders gefährlich für Neugeborene, weil diese noch nicht geimpft werden können.  

Das Robert Koch Institut (RKI) rät Patienten ab einem Alter von 60 Jahren, Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Pertussis, Poliomyelitis, Pneumokokken und Herpes Zoster durchzuführen. Eine Grippe-Impfung wird jährlich empfohlen. Die ständige Veränderung der Influenzaviren, erfordert einen jährlich aktuellen Impfstoff. Jede Impfung sorgt dafür, dass Antikörper gebildet werden. Sie bekämpfen den Krankheitserreger und machen ihn unschädlich. Dadurch sinkt das Infektionsrisiko.

Die Entwicklung neuer Impfstoffe speziell für Senioren stellt sich jedoch als schwierig heraus. Durch ihr schwächeres Immunsystem, können sie nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden. Für über 60-Jährige müssen deshalb sogenannte Totimpfstoffe entwickelt werden. Deshalb wurde 2018 zum Beispiel der verstärkte Totimpfstoff Shingrix (gegen Gürtelrose) explizit für Senioren eingeführt. Ebenfalls 2018 wurde der Impfstoff Pneumovax 23, der gegen Pneumokokken schützt, überholt. Auch er wird besonders bei Personen über 60 Jahren eingesetzt. Die für Senioren empfohlene Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis wurde im Jahr 2019 als Kombi-Impfstoff auf den Markt gebracht. Zuletzt erschien  2020 der Vierfach-Impfstoff Vaxigrip Tetra,  der speziell über 65-Jährige vor Influenzaviren, Atemwegserkrankungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen schützt. Experten raten zum Gespräch mit dem Hausarzt, der individuell erforderliche Impfungen zusammenstellt.

 

LINKS

Hier einige weiterführende Artikel zum Thema:

 

Senioren Ratgeber

https://www.senioren-ratgeber.de/impfungen

Thüringen impft

https://xn--thringen-impft-hsb.de/60/

Pharmazeutische Zeitung

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-172011/auch-im-alter-gut-geschuetzt/