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Zahngesundheit

Prävention und Pflege sind von besonderer Bedeutung

Nach Angaben des Vereins für Zahnhygiene, der alljährlich im September den „Tag der Zahngesundheit“ veranstaltet, ist die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung und mit Pflegebedürftigkeit oft schlechter als die des Bevölkerungsdurchschnitts. Vor allem ihr Risiko für Karies-, Mundschleimhaut- und Parodontalerkrankungen (= Erkrankungen des Zahnhalteapparates) ist überdurchschnittlich hoch. 

Die Ursachen dafür liegen jedoch nicht in der jeweiligen Behinderung an sich, sondern in einer oder mehreren Begleiterscheinungen oder -schädigungen, die mit der Behinderung einhergehen. Bei einer Conterganschädigung ergeben sich so oft besondere Belastung für das Zahn- und Kiefersystem aus dem kompensatorischen Einsatz der Zähne z. B. zum Greifen und Festhalten von Gegenständen oder Öffnen von Flaschen. Diese häufig unumgänglichen Kompensationsstrategien führten bei Betroffenen zu frühzeitigen Zahnschädigungen. 

Darüber hinaus werden durch contergantypische Fehlbildungen mit Funktionseinschränkungen an Armen und Beinen die tägliche umfassende Zahnpflege, die von besonderer Bedeutung für die Gesunderhaltung der Zähne ist, bei einzelnen Betroffenen erschwert bzw. unmöglich gemacht. Dies kann nicht nur zu Zahnverlust, sondern auch zu weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. So weist die Bundeszahnärztekammer darauf hin, dass Erkrankungen im Mund auch zusätzliche negative Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben können. Dazu zählen zum Beispiel eine erhöhte Infektanfälligkeit, aber auch die Verschlechterung eines Diabetes oder die Erhöhung des Schlaganfallrisikos.

Neue G-BA Richtlinie: Gesonderter Anspruch auf Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen für behinderte Menschen

Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftigkeit haben aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation einen gesonderten Anspruch auf Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen. Dies ist seit 2018 in einer Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geregelt, die spezifische Regelungen zur Art und zum Umfang der zahnärztlichen Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Versicherten, die einem Pflegegrad nach § 15 SGB XI zugeordnet sind oder Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII erhalten.

Ziel der Richtlinie ist es, das überdurchschnittlich hohe Risiko für Karies-, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen für diesen Personenkreis zu senken. Abhängig vom individuellen Mundgesundheitsstatus sollen vorbeugende Maßnahmen geplant und die Mundgesundheit der Versicherten erhalten oder verbessert werden.

Die wichtigsten neuen Leistungen für Betroffene sind:

  • Erhebung des Mundgesundheitsstatus: Bei der zahnärztlichen Erhebung des Mundgesundheitsstatus wird der Pflegezustand der Zähne, des Zahnfleischs, der Mundschleimhäute sowie des gegebenenfalls vorhandenen Zahnersatzes beurteilt. Die Statuserhebung bildet die Grundlage für einen individuellen Mundgesundheitsplan. Die Erhebung erfolgt einmal im Kalenderhalbjahr.
  • Erstellung eines individuellen Mundgesundheitsplans: Der individuell zu erstellende Mundgesundheitsplan umfasst Maßnahmen, mit denen die Mundgesundheit gezielt gefördert werden soll. Insbesondere geht es um Empfehlungen zur Zahnhygiene, zur Fluoridanwendung, zur zahngesunden Ernährung sowie der Verhinderung/Linderung von Mundtrockenheit. Die Erstellung beziehungsweise Anpassung des Mundgesundheitsplans erfolgt einmal im Kalenderhalbjahr.
  • Aufklärung zur Mundgesundheit: Bei der Mundgesundheitsaufklärung werden den Versicherten und ggf. Helfenden die empfohlenen Maßnahmen erläutert und ggf. auch praktisch demonstriert. Die Mundgesundheitsaufklärung erfolgt – in einem engen zeitlichen Zusammenhang zur Erstellung des individuellen Mundgesundheitsplans – einmal im Kalenderhalbjahr.
  • Entfernung harter Zahnbeläge: Die Versicherten haben regelmäßig – einmal im Kalenderhalbjahr – Anspruch auf die Entfernung harter Zahnbeläge.

Weitere Informationen

Merkblatt des Beratungsbereiches der Geschäftsstelle der
Conterganstiftung für behinderte Menschen zur
Zahnvorsorge ab 1. Juli 2018
(PDF, 529 KB)

Richtlinie über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei
Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen (Richtlinie nach § 22a SGB V)
(PDF, 69.56 KB)

Patienteninformation: Zusätzliche zahnärztliche Leistungen für
Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen 
(PDF, 54.45 KB)

Merkblatt in Leichter Sprache: Zusätzliche Leistungen zur
Mund-Gesundheit für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung 
(PDF, 122.19 KB)
 


Produkt-Tipp

Bluero G100
Elektrische Zahnbürste mit Absaugfunktion

Auf der RehaCare 2019 in Düsseldorf stellte das koreanische Unternehmen bluereo eine elektrische Zahnbürste mit Absaugfunktion vor: bluereo G100. Diese kann vom Pflege- und Assistenzpersonal bei der Mundhygiene von Pflegeempfängern genutzt werden. Das integrierte LED-Licht beleuchtet das Innere des Mundes und hilft so zusätzlich beim Zähneputzen. 

Aufgrund der integrierten Gurgelwasser-Absaugung (500 ml/min) ist sie aber auch für Betroffene geeignet, die Probleme mit dem Ausspucken von Wasser und Gurgelwasser beim Zähneputzen haben. Der Wasser-Sammelbehälter (700 ml Füllmenge) kann dazu beim Zähneputzen mit Hilfe der beigefügten Schlaufe um den Hals getragen werden. 

Geliefert wird die G100 mit 2 Bürstenköpfen, faltbarem Wasser-Sammelbehälter mit Schlaufe, Reinigungsbürste und Ladegerät. Die G100 kostet laut Standpersonal aktuell 230 Dollar und kann im Internet direkt beim Unternehmen bezogen werden.


Das bluero-Angebot mit Zahnbürste und Wasserbehälter auf der RehaCare 2019 in Düsseldorf.
Das bluero-Angebot.
Blick auf den bluero-Messestand auf der RehaCare 2019 in Düsseldorf.
bluero-Messestand auf der RehaCare.

Weitere Informationen

Internetseite zur bluereo G100
(in Englisch) 

YouTube-Informationsvideo
zur bluereo G100 (in Englisch)

Kontakt

Su-ryun Baeg
Manager Overseas Sales dept.
Telefon: +82 2 3440 7448
Telefax: +82 2 6919 4020
E-Mail: srbaeg@bluereo.com

Bluereo Inc.
7th Fl., TIPS TOWN, 165, Yeoksam-ro,
Gangnam-gu, Seoul, 06247, Korea


Eingestellt von T. Heckmann.
Erstellt am 10. November 2019.

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