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Komplementäre Behandlungsverfahren

30.11.2017

Ein Umdenken findet statt

Noch 2004 beklagte Prof. Willich in einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt, dass „das Verhältnis von Schulmedizin und alternativen medizinischen Konzepten – hier zusammenfassend als Komplementärmedizin bezeichnet – im deutschen Gesundheitssystem seit langem von gegenseitigem Misstrauen, Abgrenzung, teilweise Ablehnung geprägt" sei. "Von einer systematischen Kooperation oder gar Integration verschiedener medizinischer Grundkonzepte kann bisher nicht die Rede sein.“1

Seitdem hat sich viel getan. Die Beschäftigung mit alternativen bzw. komplementär-medizinischen Ansätzen gewann auch bei Medizinern - im Sinne einer integrativen Medizin - immer mehr Anhänger. Und vor allem unter Patienten ist in den letzten Jahren eine Zunahme der Nachfrage nach komplementär-medizinischen Angeboten zu beobachten. Dabei ist dieser Trend nicht per se als Beleg für die Wirksamkeit der Komplementärmedizin zu sehen und auch nicht immer mit enttäuschten Erwartungen an die Schulmedizin verbunden. Er deutet jedoch auf den Wunsch der Patienten nach einer Erweiterung der therapeutischen Optionen ihrer behandelnden Ärzte hin, insbesondere bei chronischen oder nicht heilbaren Krankheiten. 

Schulmedizin ergänzen

Dabei werden unter Komplementärmedizin Behandlungsmethoden verstanden, die nicht zur Schulmedizin gehören, diese jedoch ergänzen können. Dazu gehören z. B. Nahrungsergänzungsmittel, Immunstimulanzien, Heilpflanzen, Entspannungstechniken, traditionelle chinesische Medizin mit Akupunktur und vieles mehr. 

Auch technisch unterstützte Therapiemaßnahmen, wie z. B. die Hyperthermie, werden zu komplementärmedizinischen Maßnahmen gezählt. Die meisten der genannten Therapieformen stammen aus der sogenannten Erfahrungsheilkunde. Das bedeutet, dass Ärzte teilweise über Jahrhunderte bestimmte Methoden oder Substanzen probeweise einsetzten und anschließend positive Therapieergebnisse beobachteten. Ihre Erfahrungen gaben die Ärzte innerhalb der Ärzteschaft weiter. Nach Angaben des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte wendeten bereits 2012 rund 60.000 Ärzte in Deutschland komplementärmedizinische Verfahren an.2

Leider versprechen einige Anbieter komplementärer Medizin nach wie vor wundersame Heilung und wecken dadurch bei Patienten Hoffnungen, ohne diese erfüllen zu können. Andererseits trifft die pauschale Aussage "Komplementärmedizin bringt sowieso nichts" nicht zu. Im Bereich der Phytoherapie gibt es große, sorgfältige gemachte und aussagekräftige Studien, die positive Effekte belegen. 

Komplementärmedizin ist nicht nebenwirkungsfrei

Es gilt jedoch auch für die Komplementärmedizin, dass eine sorgfältige Nutzen-/ Risikoabwägung erfolgen muss. Nicht alle komplementärmedizinischen Ansätze sind nebenwirkungsfrei. So können z. B. Substanzen aus der Naturheilkunde mit unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen einhergehen. 

Ein Beispiel dafür ist Johanniskraut, welches ein großes Potential für unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten besitzt. Pflanzliche Arzneimittel ausschließlich mit den Begriffen „natürlich“ und „ungefährlich“ zu assoziieren wäre deshalb ein großer Irrtum.

Darüber hinaus gibt es nicht "die Erkrankung", die für komplementärmedizinische Ansätze prädestiniert ist. Ergänzend zur Schulmedizin werden komplementärmedizinische Methoden z. B. in der Behandlung von Krebs, von chronischen Schmerzzuständen, Angst und Depressionen, aber auch von Asthma und Allergien eingesetzt. 

Weitere Informationen

Mehr zum Thema Alternativ- bzw. Komplementärmedizin erfahren Sie in den Bereichen

Für welche Anwendungsgebiete geeignet?
Welche Methoden gibt es?
Was hilft?

Verwandte Artikel

Wo kann ich mich über alternative 
Behandlungsmethoden informieren?

Interview mit Rolf Heine vom
Netzwerk Anthroposophische Pflege 

Interview mit Frau Prof. Dr. Hübner
von der Uni-Klinik in Jena zur
Komplementärmedizin


Quellen

[1] Willig, Stefan N. et al.: Schulmedizin und Komplementärmedizin: Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden. In: Dtsch Arztebl 2004; 101: A 1314–1319 [Heft 19]

[2] DZVhÄ: Vorstands-Interview mit Cornelia Bajic und Silvia Nuvoloni-Buhlf auf www.dzvhae.de


06.03.2018

Thema des Monats März 2018

© Sabine Weiße / pixelio.de
Akupunktur-Modell von hinten.

Alternative Behandlungsverfahren zur Linderung von Symptomen und Krankheitsbildern

Die Beschäftigung mit alternativen bzw. komplementär-medizinischen Ansätzen gewinnt bei Schulmedizinern - im Sinne einer integrativen Medizin - immer mehr Anhänger. Auch unter Betroffenen ist in den letzten Jahren das Interesse an den Angeboten der Alternativmedizin gestiegen. Dabei ist dieser Trend nicht per se als Beleg für die Wirksamkeit der alternativen Behandlungsverfahren zu sehen und auch nicht immer mit enttäuschten Erwartungen an die Schulmedizin verbunden. Er deutet jedoch auf den Wunsch der Patienten nach einer Erweiterung der therapeutischen Optionen ihrer behandelnden Ärzte hin, insbesondere bei chronischen Erkrankungen und Schädigungsmustern.

Schulmedizin ergänzen

Ergänzend zur Schulmedizin werden Methoden der alternativen Medizin z. B. in der Behandlung von chronischen Schmerzzuständen, Angst und Depressionen, aber auch von Krebs, Asthma und Allergien eingesetzt. Dabei werden unter alternativer bzw. komplementärer Medizin solche Behandlungsmethoden verstanden, die nicht zur Schulmedizin gehören, jedoch ergänzend bzw. unterstützend zu den wissenschaftlich begründeten Behandlungsverfahren der Schulmedizin genutzt werden können. Hierzu gehören z. B. Nahrungsergänzungsmittel, Immunstimulanzien, Heilpflanzen, Entspannungstechniken, die traditionelle chinesische Medizin mit der Akupunktur und vieles mehr. Auch technisch unterstützte Therapiemaßnahmen, wie z. B. die Hyperthermie, werden dabei zu diesen Maßnahmen gezählt. 

Unser Thema des Monats im März wollen wir deshalb dazu nutzen, um im CIP Informationen zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Alternativmedizin, verbreiteten Methoden und Anwendungsgebieten sowie deren Evidenzbasis zur Verfügung zu stellen. Dazu werden wir mit Experten reden, bestehende Angebote vorstellen sowie praktische Tipps für die Beschäftigung mit dem Thema - unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse contergangeschädigter Menschen - geben.

 

Ihre Erfahrungen

Wenn Sie bereits selbst Erfahrungen mit Behandlungsverfahren der alternativen Medizin haben, die vielleicht auch für andere Nutzer des CIP interessant und hilfreich sein könnten, oder bei Ihnen Interesse an einem speziellen Verfahren besteht, welches wir vorstellen sollen, so würden wir uns über eine kurze E-Mail mit Ihren Erfahrungen oder Wünschen unter info@contergan-infoportal.de freuen.


21.03.2018

Wo kann ich mich über alternative Behandlungsmethoden informieren?

Parallel zum gestiegenen öffentlichen Interesse an alternativen Methoden der Diagnostik und Therapie hat sich auch das Angebot an alternativen Verfahren in den letzten Jahren stark erweitert. Dabei können jedoch nicht alle Ansätze auf eine lange Tradition bzw. wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf ihre Wirksamkeit verweisen. Um ihnen hier die Orientierung zu erleichtern, haben wir im Rahmen unseres Themas des Monats im März 2018 einige Informationsquellen zusammengestellt, bei denen sie sich zum Thema Alternativmedizin informieren können. Dabei erhebt die Auflistung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wird kontinuierlich erweitert. 


© KVCS
Screenshot der Internetseite der Karl und Veronica Carstens Stiftung: Natur und Medizin

Karl und Veronica Carstens-Stiftung : Natur und Medizin

Die gemeinnützige Stiftung setzt sich seit 1982 für die Verankerung von Naturheilkunde und Homöopathie in der Medizin ein. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind die Förderung wissenschaftlicher Forschung und des medizinischen Nachwuchses sowie die fundierte Aufklärung über Anwendung und Nutzen der Komplementärmedizin. In diesem Zusammenhang hat sie z. B. auch eine Datenbank (CAM-Quest) erstellt, die derzeit über 90.000 Einträge zu Studien zur Naturheilkunde und Komplementärmedizin enthält. 

Zum Angebot im Internet


© bdi
Screenshot der Internetseite des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V.

Berufsverband Deutscher Internisten e. V.
Internisten im Netz -  "Naturheilkunde & Komplementärmedizin"

Der Internetauftritt bietet Informationen zur  Naturheilkunde, ihrem Nutzen, aber auch den Grenzen der bekanntesten Verfahren aus Sicht der Internisten sowie geeignete Ansprechpartner.

Zum Angebot im Internet


© zkv
Screenshot der Internetseite des Deutschen Verbandes für Physiotherapie e.V.

Deutscher Verband für Physiotherapie e. V. (ZKV)

Auf der Plattform Physio-Deutschland bietet der Verband Informationen zur manuellen Therapie und weiteren alternativen Behandlungsansätzen für Patienten sowie eine Physiotherapeutensuche.

Zum Angebot im Internet


© kid
Screenshot der Internetseite des Krebsinformationsdienstes Heidelberg.

Krebsinformationsdienst (KID)
des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) Heidelberg

Der Krebsinformationsdienst in Heidelberg informiert zu allen Fragen rund um Krebserkrankungen im Internet und über eine kostenlose telefonische Hotline (0800 4203040). Dies beinhaltet auch Informationen zu alternativen Methoden, wie z. B. Hyperthermie, Nahrungsergänzung oder Misteltherapie.

Zum Angebot im Internet


© iwenv
Screenshot der Internetseite des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität Köln.

Institut zur wissenschaftlichen Evaluation
naturheilkundlicher Verfahren (IWENV)

an der Universität Köln

Das Institut - mit einem Schwerpunkt im Bereich Krebs - hat es sich zum Ziel gesetzt, die Patienten bei der Orientierung in der Vielzahl angebotener Diagnostik-/Therapieverfahren zu unterstützen. 

Zum Institut an der Universität Köln

Zum Portal "Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebs"
in Zusammenarbeit mit der Krebsgesellschaft NRW


© KoKoNat
Screenshot der Internetseite des Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde am Klinikum rechts der Isar (TU München).

Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) am Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München

Ziele des Zentrums sind u. a. die Integration der Naturheilverfahren in Forschung und Lehre an den Münchener Universitäten sowie die Errichtung eines Kompetenznetzwerks mit klinischen Forschungs- und Versorgungskapazitäten. Hierzu zählen neben dem Forschungszentrum auch eine angeschlossene Ambulanz und ein ProphylaxeCenter.

Zum Angebot im Internet


© IKH Berlin
Screenshot der Internetseite des Immanuel Krankenhauses in Berlin.

Immanuel Krankenhaus Berlin: Naturheilkunde

Das Immanuel Krankenhaus Berlin ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und bietet neben Informationen zu naturheilkundlichen Behandlungsansätzen jeden Mittwoch in seinem Festsaal einen Vortrag rund um alternative Heilmethoden und gesundes Leben.

Zum Angebot im Internet


© zaen
Screenshot der Internetseite des Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.

Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e. V.

Rund 4.500 Mitglieder des Verbandes stehen für qualifizierte, ärztliche Angebote für Alternative Heilverfahren und Komplementärmedizin. Diese umfassen z. B. Homöopathie, Akupunktur, Phytotherapie, Chirotherapie, Ayurveda, Ernährungsmedizin, Neuraltherapie und die ganzheitliche Zahnmedizin. Der Verband bietet auf seiner Internetseite auch eine Arztsuche.

Zum Verband im Internet
Zur Arztsuche


© gaed
Screenshot der Internetseite der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland e.V.

Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland e. V.

Die anthroposophische Medizin ergänzt - nach Aussage ihrere Vertreter - die auf der Naturwissenschaft beruhende Schulmedizin durch einen ganzheitlichen, anthropologisch begründeten Ansatz, der den Menschen als leibliches, seelisches und geistiges Wesen begreift und behandelt.

Zum Verband im Internet


© vfap
Screenshot der Internetseite des Verbandes für anthroposophische Pflege e.V.

Verband für anthroposophische Pflege e. V.

Der Verband setzt sich in seinen Zielen für die Entwicklung und Anwendung eines ganzheitlichen Verständnisses vom Menschen und von den pflegerischen Handlungen in der professionellen Pflege ein. Dabei soll modernes Pflegewissen von den Grundlagen des anthroposophischen Menschen- und Krankheitsverständnisses ergänzt werden.

Zum Verband im Internet


© Kneipp-Bund
Screenshot der Internetseite des Kneipp Bundes e.V.

Kneipp-Bund e. V.

Dachverband der etwa 600 Kneipp-Vereine in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein hat er sich der Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung verschrieben. Seine Angebote und die Inhalte der Verbandstätigkeit beruhen dabei auf den Lehren von Sebastian Kneipp (1821-1897) sowie aktuellen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung.

Zum Angebot im Internet


Weitere interessante Links?

Wenn Sie weitere seriöse Informationsquellen kennen, die wir hier mit auflisten sollten, würden wir uns über eine kurze E-Mail unter info@contergan-infoportal.de freuen.


Eingestellt von: T. Heckmann
Letzte Aktualisierung: 21. März 2018

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