Navigation

Brotkrümelpfad

Inhalt

Gemeinsamer Bundesausschuss

Geänderte Heilmittelrichtlinie und neuer Heilmittel-Katalog

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) - als höchstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen - bestimmt mit seinen Richtlinien, welche medizinischen Leistungen die circa 73 Millionen gesetzlich Versicherten beanspruchen können. In diesem Zusammenhang regelt er mit seiner Heilmittel-Richtlinie auch die Verordnung von Heilmitteln (1) durch Vertragsärzte sowie (2) Krankenhäuser im Rahmen des neuen Entlassungs-Managements. Ein wichtiger Bestandteil der Richtlinie ist ein Verzeichnis verordnungsfähiger Maßnahmen (Heilmittelkatalog) und eine Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf.

Nach der Änderung des Hilfsmittelkataloges (CIP berichtete) hatte der G-BA auch die Überarbeitung der Heilmittel-Richtlinie und die Neufassung und Neustrukturierung des Heilmittelkatalogs in Angriff genommen. Im November 2019 wurde die finale Fassung beschlossen, mit der die Verordnung von Heilmitteln nun einfacher werden soll.

Die jetzt vorliegenden Änderungen werden aber erst zum 1. Oktober 2020 in Kraft treten. Die Gründe hierfür liegen vor allem in den notwendigen Anpassungen der Kommunikationsstrukturen im Gesundheitswesen zwischen Ärzten und Therapeuten sowie der notwendigen Umsetzung der beschlossenen Änderungen in den Software-Programmen der Leistungserbringer.

Zu den wichtigen Änderungen aus Sicht der contergangeschädigten Menschen zählen:

  • Bei der Verordnung von Heilmitteln durch Ärzte wird die Unterscheidung zwischen Verordnung im Regelfall (keine Genehmigung der Krankenkasse erforderlich) und außerhalb des Regelfalls (vor Fortsetzung der Therapie ist Genehmigung der Krankenkasse erforderlich) aufgehoben. Es gibt in Zukunft nur noch den Versorgungsfall, d. h. der Arzt verordnet das Heilmittel bei - aus seiner Sicht - gegebener medizinischer Indikation. Damit fallen die aufwendigen Genehmigungsverfahren durch Krankenkassen bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls weg.
  • Eine Heilmittel-Behandlung kann künftig bis zu 28 Tage statt 14 Tage nach Verordnungsdatum begonnen werden. Das schafft für Betroffene eine größere Flexibilität.
  • Es gibt auch keine Regel- oder Höchstmenge mehr, die der Arzt verordnen kann. Stattdessen erhält der Arzt nur einen Hinweis auf die - für diese spezifische Indikation - im Normalfall angemessene Verordnungsmenge.
  • Ärzte können ab Oktober 2020 dann auf einer Verordnung auch mehrere unterschiedliche Behandlungsarten angegeben. Dies ermöglicht die separate Behandlung verschiedener Indikationen mit einer Verordnung.
  • Darüber hinaus wird eine Blankoverordnung eingeführt. Dabei verordnet der Arzt ein Heilmittel. Der behandelnde Therapeut entscheidet dann aber selbständig über die Art, Dauer und Häufigkeit der Therapie. Die jeweilige Verordnung ist zunächst für 16 Wochen gültig.

Im Zusammenhang mit der neuen Heilmittelverordnung soll es ab Oktober 2020 statt bisher drei auch nur noch ein Verordnungsformular für alle Heilmittel geben. Entsprechende Abstimmungen der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen dauern derzeit jedoch noch an.

Weitere Informationen

Heilmittel-Richtlinie: Änderungen der Heilmittel-Richtlinie einschließlich des Heilmittelkatalogs vom 19.09.2019, geändert am 22.11.2019. Inkrafttreten zum 01. Oktober 2020.

Beschlusstext
(PDF 1,95 MB)

Anhang 1 zum Beschluss: Diagnoseliste langfristiger Heilmittelbedarf
nach § 32 Absatz 1a SGB V (PDF 1,28 MB)

Anhang 2 zum Beschluss: Heilmittelkatalog
(PDF 2,03 MB)

Änderung des Beschlusses vom 19. September 2019 am 22.11.2019
(PDF 117,97 KB)
 


Eingestellt von: T. Heckmann.
Letzte Aktualisierung am 10. Dezember 2019.

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.