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Heilmittel

30.11.2017

Was sind Heilmittel?

Betroffene und Therapeutin bei einer Übung.

Entsprechend der Regelungen im SGB V und der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) über die „Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (HeilM-RL)“ sind unter Heilmitteln ärztlich verordnete und persönlich zu erbringende medizinische Dienstleistungen zu verstehen. Sie dürfen nur von Angehörigen entsprechender Gesundheitsfachberufe erbracht werden. 

Zu den Heilmitteln zählen laut HeilM-RL Maßnahmen 

  • der physikalischen Therapie wie Krankengymnastik, Lymphdrainage und/oder Massagen, 
  • der Podologie (medizinische Fußpflege), 
  • der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie sowie 
  • der Ergotherapie. 

Gesetzlich Krankenversicherte haben grundsätzlich Anspruch auf die Versorgung mit Heilmitteln. Bei privat Krankenversicherten kann sich der Umfang der erstattungsfähigen Heilmittel je nach Versicherungsunternehmen und gewähltem individuellen Tarif unterscheiden. Gesetzlich krankenversicherte Patienten mit besonders schweren und dauerhaften Erkrankungen haben seit 2011 auch die Möglichkeit, sich die Verordnung von Heilmitteln langfristig von ihrer Krankenkasse genehmigen zu lassen.

Heilmittel dienen bei contergangeschädigten Menschen insbesondere der Schmerzlinderung, der besseren Gelenkbeweglichkeit und dem Mobilitätserhalt.

Spezifische Bedarfe

Nicht immer ist die Deckung des individuellen Bedarfs an Heilmitteln für contergangeschädigte Menschen im gewünschten Umfang komplett über die gesetzlichen Kostenträger möglich. Für die Befriedigung spezifischer Bedarfe stehen den Betroffenen deshalb jährliche Pauschalleistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe zur Verfügung. 

Mehr Informationen dazu erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der Conterganstiftung oder im Bereich Spezifische Bedarfe des CIP.

Weitere Informationen

Zu den Heilmitteln gehört auch die manuelle Therapie. Dabei werden Funktionsstörungen des Bewegungsapparates mit Hilfe spezieller Handgriffe und Mobilisationstechniken behandelt. Dadurch sollen ... Weiterlesen

Die Ergotherapie dient laut Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) der Wiederherstellung, Entwicklung, Verbesserung, Erhaltung oder Kompensation gestörter motorischer, sensorischer, psychischer und kognitiver Funktionen ... Weiterlesen

Unter dem Begriff Podologie versteht man die nicht-ärztliche Heilkunde am Fuß. Es summieren sich bei podologischer (fußpflegerischer) Behandlung viele Maßnahmen. Sie dienen ... Weiterlesen


Heilmittel-Richtlinie des GBA
Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Rahmenrichtlinie)

2. Teil der GBA-Richtlinie
Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen (Heilmittelkatalog)

GBA-Merkblatt zur Genehmigung langfristiger Heilmittelbehandlungen
nach § 32 Abs. 1a SGB V in Verbindung mit § 8 Abs. 5 HeilM-RL 

Rahmenempfehlungen zur Heilmittelversorgung 
gemäß § 125 Abs. 1 SGB V des GKV-Spitzenberbandes

Übersicht des GBA zu den gesetzlichen Regelungen
in Bezug auf die Versorgung mit Heilmitteln


24.09.2017

Wichtigste ICD-10-Nummern für Contergangeschädigte

Heilmittel spielen für contergangeschädigten Menschen eine besondere Rolle, z. B. bei der Schmerzlinderung und dem Mobilitätserhalt. Seit dem 1. Januar 2017 ist eine neue Heilmittelrichtlinie in Kraft, die den Ärzten die Verordnungen von verschiedenen Therapien für Contergangeschädigte auch außerhalb des Regelfalls ermöglicht. Dabei wurde z. B. auch die Thalidomid-Embryopathie - darunter versteht man alle Schäden an ungeborenen Kindern durch die Thalidomid-Einnahme der Mutter - in die Diagnoseliste aufgenommen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bundesverband Contergangeschädigter e.V. eine Übersicht zur Heilmittelrichtlinie erarbeitet, die jene ICD-10-Nummern auflistet, welche die meisten Contergangeschädigten betreffen. Diese möchten wir Ihnen hier - mit freundlicher Genehmigung des Bundesverbandes - zur Verfügung stellen.

Übersicht zu den ICD-10-Nummern - Teil 1.

Der Bundesverband Contergangeschädigter e. V. weist in diesem Zusammenhang auch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass dies (aufgrund des Umfanges der Richtlinie) nur ein Auszug aller möglichen ICD-10-Nummern ist. Ihr Arzt kann selbstverständlich auch andere Diagnosen in das Rezept eintragen, da die Diagnose und die Verordnung von Heilmitteln die Aufgaben Ihres Arztes sind und allein in seinem Ermessen liegen. 

Übersicht zu den ICD-10-Nummern - Teil 2.

Verwandte Artikel

Informationen zu manuellen Therapien
Informationen zur podologischen Therapie
Informationen zur Ergotherapie
Informationen zur langfristigen Heilbehandlung
Informationen zu Hilfsmitteln


 

Eingestellt von: Antje Jocher / Thomas Heckmann
Quelle: Newsletter Nr. 14 des Bundesverbandes Contergangeschädigter e.V. vom Juli 2017
Letzte Aktualisierung: 18. September 2018

 

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