Navigation

Brotkrümelpfad

Inhalt

Mach das Beste draus!

Lesung mit Stefanie Ritzmann

Blick auf das Podium der Lesung mit Stefanie Ritzmann im Hospitalhof Stuttgart. Lesung mit Stefanie Ritzmann im Hospitalhof Stuttgart.

Am 5. Juli 2018 fand im Hospitalhof Stuttgart eine Lesung mit Stefanie Ritzmann statt. Sie stellte ihr - in diesem Jahr erschienenes - Buch „Weglaufen? Geht nicht!“ vor, in dem sie ihre Lebensgeschichte erzählt. Dabei ist das Buch über ihr Leben mit einer Contergan-Schädigung nicht nur eine Biographie, sondern vor allem auch ein Mutmach-Buch ... für Alt und Jung, für Behinderte und Nichtbehinderte. Stefanie Ritzmann kämpfte sich Stück für Stück in ein selbständiges Leben hinein. Das geschah nicht ohne Rückschläge und nicht ohne neue Verletzungen. Aber sie gibt nicht auf. Sie engagiert sich, mischt sich ein, kämpft und triumphiert. Dabei hat sie nie ihren Humor verloren. Und das merkte man auch bei der Lesung in Stuttgart. Moderiert wurde die Veranstaltung von Pfarrerin Monika Renninger, der Leiterin des Evangelischen Bildungszentrums Hospitalhof. Sie stellte auch die erste Frage des Abends: „Wie ist dieses Buch entstanden?“

„Ich wollte schon immer ein Buch schreiben, habe mich aber lange nicht getraut, es selber in die Hand zu nehmen“, berichtete Stefanie Ritzmann. „Dann habe ich ein Frauenporträt von Beate (Rygiert, die Co-Autorin, d. Red.) gelesen und gehofft, vielleicht hilft sie mir. Ich habe sie im Internet gesucht, gefunden und per E-Mail angeschrieben. Sie hat dann innerhalb von 2 Stunden geantwortet. Sie war sehr, sehr schnell ... hat aber nicht gleich ja gesagt. Stattdessen hat sie gefragt, was ich mir da genau vorstelle und ob ich wüsste, was an einem solchen Buchprojekt noch alles hinten dran hängt, z. B. auch finanziell. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich eine Botschaft habe, und die auch gerne weitergeben möchte. Finanziell würde ich das schon hinkriegen. Gezögert hat sie trotzdem noch, und ich weiß auch, dass man ihr davon abgeraten hat, das Buch mit mir zu schreiben. Sie hat dann aber doch zugesagt. Wollen Sie wissen warum? Ihre Mutter hatte auch Contergan-Tabletten auf dem Nachttisch liegen gehabt, hat sie aber nicht genommen. Ihr Vater hatte sie vorher weggeschmissen. Das hat für sie dann den Ausschlag gegeben doch mitzumachen. So sind wir zusammengekommen, und ich hatte das Gefühl, das sollte so sein. Weil alles relativ schnell funktionierte. Wir harmonierten gleich und haben uns gut verstanden.“


Blick auf die Außenfassade des Hospitalhofes im Zentrum Stuttgarts.
Hospitalhof in Stuttgart.
Gespannte Vorfreude auf die Lesung mit Stefanie Ritzmann im Hospitalhof Stuttgart.
Vor der Lesung.
Bäume, Bänke und stimmungsvolles abendliches Licht im Innenhof des Stuttgarter Hospitalhofes.
Blick in den Innenhof des Hospitalhofes.

„Ich hatte außerdem das Glück, dass Beate nur eine Stunde von mir entfernt wohnte. So kam sie dann mehrmals in der Woche zu mir. Und ich hab‘ dann einfach drauflos erzählt“, so Stefanie Ritzmann. „Es war nicht so, dass wir die ganze Zeit chronologisch vorgegangen sind. Wir hüpften bei den Themen schon hin und her. Aber Gott sei Dank hat sie immer auf dem Laptop mitgeschrieben oder unsere Gespräche auch mit dem Diktiergerät mitgeschnitten. So konnten wir das Ganze dann wie bei einem Film zusammenschneiden. Es war dann schon noch einmal ein Aufarbeiten meiner Biographie und eine Auseinandersetzung mit den Menschen, die mich ermutigt haben, aber auch mit den Menschen, die es mir nicht zugetraut haben, ein eigenes Leben zu führen. Ein halbes Jahr haben wir insgesamt dafür gebraucht. Gewidmet habe ich das Buch meiner Oma, die immer für mich da gewesen ist und zu mir gehalten hat. Meine Oma hatte ein Lebensmotto. Das war: `Mach das Beste draus!´. Und das wurde dann auch meins.“

Damit endete die Lesung. Monika Renninger bedankte sich, auch im Namen der Zuhörer, für die ermutigende Botschaft und dafür, dass Stefanie Ritzmann so hartnäckig geblieben ist und zusammen mit Beate Rygiert dieses Buch geschrieben hat. Es wäre tatsächlich ein sehr ermutigendes Buch, weil es nichts beschönigt, nichts verheimlicht und auch nichts unterschlägt, sondern zeigt, was man erreichen kann, wenn man tagtäglich einfach nur versucht das Beste aus seinem Leben zu machen und dabei sich selber und das Leben annimmt, so wie es ist.


Stefanie Ritzmann und Co-Autorin Beate Rygiert lächeln in Stuttgart zusammen in die Kamera.
Stefanie Ritzmann mit Co-Autorin Beate Rygiert.
Stefanie Ritzmann und die Moderatorin der Lesung, Pfarrerin Monika Renninger, schauen sich nach der Lesung zufrieden an.
Stefanie Ritzmann mit Moderatorin Monika Renninger.

Informationen zum Buch

Weglaufen? Geht nicht!
Die Lebensgeschichte einer Frau mit Contergan-Behinderung
Mit einem Vorwort von Carmen Würth
Stefanie Ritzmann, Beate Rygiert
Verlag Klöpfer & Meyer
268 Seiten mit 24 s/w Fotos und 3 s/w Illustrationen,
gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-465-5
[D] 22,- / [A] 22,70
Auch als ebook verfügbar!

Quellen der Zitate der Lesung

Alle Zitate der Lesung entstammen dem Buch „Weglaufen? Geht nicht!“

01 - Seite 11
02 - Seite 13
03 - Seite 28 ff.
04 - Seite 111 f. 
05 - Seite 116
06 - Seite 116 f.
07 - Seite 118
08 - Seite 261
09 - Seite 262
10 - Seite 263 f.
11 - Seite 265
12 - Ebenda.


Eingestellt von: T. Heckmann
Letzte Aktualisierung: 23. Juli 2018

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.