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Bremen

30.11.2017

Beratungsstelle kom.fort e.V. in Bremen

Eingang zur Bremer Beratungsstelle kom.fort e.V.

Ende September waren wir in Bremen und haben uns mit Dipl.-Ing. Meike Austermann-Frenz, der Leiterin der Beratungsstelle und Vereinsvorsitzenden von kom.fort e.V., getroffen. Sie zeigte uns ihre Räumlichkeiten, sprach mit uns über die Herausforderungen beim barrierefreien Bauen und präsentierte einige in Bremen vorgestellte Lösungen zum barrierefreien Wohnen und Bauen.

kom.fort e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Beratung für barrierefreies Bauen und Wohnen in der Freien Hansestadt Bremen. Gleich zu Beginn unseres Gespräches verwies Frau Austermann-Frenz darauf, dass kom.fort e.V. eine Beratungsstelle mit angegliederter Ausstellung und keine Musterwohnung sei, wie viele Menschen immer noch denken. Das Angebot richte sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in Bremen sowie ein breites Fachpublikum. Ziel ihrer Arbeit sei es, barrierefreies Bauen zu fördern und einen Beitrag zur Gleichstellung von alten und behinderten Menschen in der Gesellschaft zu leisten. Die Beratung in der Beratungsstelle ist deshalb kostenlos. 

Darüber hinaus werden auch Hausbesuche angeboten, für die allerdings seit 2 Jahren eine Aufwandsentschädigung in Höhe von pauschal 50,00 Euro anfallen. Wer sich dies nicht leisten kann, aber trotzdem eine Beratung in der häuslichen Umgebung benötigt, kann finanziell durch das Bremer Sozialamt unterstützt werden. Dass dieser Service gerne angenommen wird, beweist die bestehende Warteliste für Hausbesuche.

Wenn es gewünscht wird, begleiten die Mitarbeiterinnen von kom.fort eine Wohnungsanpassungsmaßnahme auch bei der Umsetzung der Umbauten.

Grundsätzlich richtet sich das Angebot an die Bürger und Bürgerinnen in Bremen. In Ausnahmefällen bietet die Beratungsstelle auch Hausbesuche in einem Umkreis von 20 Kilometern um die Stadt an. Hier würden dann Kosten in Höhe von 65,00 Euro pro Stunde plus Fahrtkosten anfallen. Dabei kann außerhalb Bremens aber nur eine Beratung, nicht jedoch eine Umsetzungsbegleitung für die barrierefreien Baumaßnahmen angeboten werden.

Getragen wird das Angebot zum überwiegenden Teil vom Land Bremen. Ergänzende Mittel erwirtschaftet die Beratungsstelle durch die kostenpflichtigen Hausbesuche, durch Fortbildungen und Schulungen für Handwerker und Fachleute, für MitarbeiterInnen von Pflegediensten und sozialen Einrichtungen und Menschen, die sich beruflich mit dem Thema Barrierefreies Bauen auseinandersetzen. Auch Führungen durch die Ausstellung und Vorträge werden angeboten. Die Beraterinnen sind Baufachfrauen bzw.  Architektinnen. Unterstützt werden sie von einer Sozialpädagogin bzw. Geragogin.

Schwerpunkt der Beratung sind auch in Bremen das Bad und die Sanitäreinrichtungen. Frau Austermann-Frenz wies darauf hin, dass alle Menschen in diesem Bereich so lange wie möglich und so weit wie möglich selbständig agieren möchten. Körperliche Einschränkungen machten sich deshalb hier auch zuerst negativ bemerkbar. Ein großer Teil der Ausstellung in der  Beratungsstelle, beschäftigt sich deshalb mit dem Thema Bad. Hier - wie auch in den anderen Ausstellungsbereichen - kommt es den Bremern vor allem darauf an, die Vielfalt der Möglichkeiten zu zeigen und wo möglich auch praktisch testen zu lassen. Die barrierefreie Toilette ist deshalb nicht nur zum Anschauen da, sondern wird auch ganz normal von den Besuchern genutzt.

Aktuell werden für das Bad die meisten Unterstützungsangebote und Hilfsmitteln im Markt angeboten. Man kann bei deren Nutzung jedoch auch sehr viel falsch machen, wie Frau Austermann-Frenz betonte. So gilt es z. B. bei einer Badewanne mit Einstiegstür zu beachten, dass beim Einstieg - je nach Modell - immer noch eine gewisse Schwelle zu überwinden ist. Darüber hinaus muss man vor dem Bad und nach dem Bad in der Wanne so lange warten, bis das Wasser vollständig eingelaufen bzw. abgelaufen  ist. Erst dann lässt sich die Tür öffnen. Dabei kann einem Betroffenen nach einem heißen Bad auch schnell einmal kalt werden. Ist die neue Wanne erst einmal eingebaut und erweist sich im Alltagsbetrieb als doch nicht ganz so praktikabel, lassen sich mögliche Planungsfehler kaum noch oder nur noch mit sehr hohem finanziellen Aufwand beheben. Kompetente Beratung im Vorfeld wird deshalb immer wichtiger.

Die Anregungen für die in der Ausstellung gezeigten Produkte und Lösungen erhalten die Bremerinnen auf Messen, Ausstellungen, von Mitarbeitern anderer Beratungsstellen, durch eigene Recherchen oder auch über die Informationen von Herstellern in diesem Bereich. Neue Produkte werden dabei erst einmal 3 Monate getestet. Erfüllen sie die Erwartungen nicht, werden sie auch wieder aus der Ausstellung entfernt. Aktuell gab es so Beschwerden von Nutzern über den vorhandenen Toilettensitz im barrierefreien Bad der Beratungsstelle. Dieser wird nun gegen ein anderes Modell ausgetauscht, denn nur was den Betroffenen wirklich weiterhilft soll vorgestellt werden.

Kontakt

kom.fort e. V.
Landwehrstr. 44
28217 Bremen

Telefon: 0421 790 11-0
Fax:  0421 790 11-20
E-Mail: info@kom-fort.de  

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10:00 - 13:00 Uhr
Mittwoch auch 15:00 - 17:00 Uhr  

Sie erreichen kom.fort e.V. mit den Strassenbahn-Linien 2 und 10,
Haltestelle Haferkamp.

Weitere Informationen

Internetseite der Beratungsstelle
kom.fort e.V. in Bremen


Eingestellt von: T. Heckmann

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