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Erfahrungsbericht: Unendlich mühselig

Blick in ein umgebautes Auto.

Seit nun fast einem Jahr kämpft Frau B. zusammen mit Ihrem Mann mit den Behörden. Es geht um ein neues Auto für Sie, mit dem die Lehrerin den täglichen Weg zu Ihrem Arbeitsplatz selbständig bewältigen kann. Ihr bisheriger VW Polo mit Fußlenkung bereitet ihr seit einiger Zeit Probleme ... oder genauer, ihre Gelenke bereiten Ihr Probleme. Die Folge: Sie ist auf der Suche nach einem neuen Auto, in dem sie höher sitzt und einer alternativen Steuerung, die ihre Gelenke entlastet. Da sie immer noch berufstätig ist, sollte das eigentlich kein Problem sein. Dachte Sie ... und damit begann die Odyssee.

Nachdem Sie zusammen mit Ihrem Mann eine geeignete Lösung gefunden hatte, welche die bestehenden Knieprobleme bei der Fahrzeugbedienung berücksichtigte (Kosten ca. 40.000 Euro), stellten die beiden einen Antrag auf Förderung des Autos und der Umbauten bei der zuständigen Fachstelle. Der Bitte um ein alternatives Angebot kamen Sie gerne nach. Dabei fanden Sie ein weiteres System, welches noch besser auf die individuelle Schädigung von Frau B. eingeht, welches aber auch noch einmal signifikant mehr kosten würde. In der Diskussion um die Kosten regte die Fachstelle daraufhin zwischenzeitlich an, zu prüfen, ob es nicht besser wäre, wenn Frau B. jeden Tag mit dem Taxi zur Schule und zurück fahren würde. Endlos erscheinende Diskussionen mit verschiedenen zuständigen Mitarbeitern über technische Einzelheiten und Notwendigkeiten (z. B. Gegenüberstellung einer Komplettlösung gegen den Einbau vieler kleiner Einzellösungen für die Fahrzeugbedienung) sowie einige medizinische Gutachten zur Notwendigkeit der Anpassung weiter, fand sich allerdings ein neues Problem.

Für die Nutzung des geplanten, individuell auf sie zugeschnittenen Systems benötigt Frau B. eine Erweiterung ihres bestehenden Führerscheines. Diese Erweiterung erfordert neue Fahrstunden und eine Prüfung in einem Auto, welches das neue System eingebaut hat. Dieses Auto gibt es aber noch nicht, da es ja gerade beantragt wird. Die Fachstelle weigerte sich aber nun, über die Förderung zu entscheiden, da Frau B. per Führerschein aktuell ja gar nicht berechtigt sei, ein solches Fahrzeug zu führen.

Ihr Mann, der seine Frau seit vielen Jahren bei der Diskussion mit Behörden und Fachstellen unterstützt, da sie die andauernden Diskussionen um Sinn und Unsinn von bestimmten Unterstützungsmaßnahmen nur noch frustrieren und belasten, fand zusammen mit einer Umrüstungsfirma nun eine Lösung. Ein Testwagen wird für Frau B. für eine begrenzte Zeit mit einem entsprechenden System umgerüstet. Damit kann Sie im November 2015 dann die notwendigen Fahrstunden absolvieren und die Ergänzung im Führerschein eintragen lassen. Das kostet zwar zusätzliches Geld (Reisekosten nach Süddeutschland zum Fahrzeug-Umrüster, temporäre technische Umbauten am Testfahrzeug etc.), könnte aber Bewegung in die verfahrene Situation bringen. Alle notwendigen Voraussetzungen wären dann erfüllt.

Bleibt noch zu hoffen, dass in den seit Jahren strapazierten Budgets der Fachstelle dann kurzfristig auch noch genügend Geldmittel verfügbar sind, um die Förderung schnell und unbürokratisch auf den Weg zu bringen.

Übrigens ...

Inzwischen hat Frau B. die Begutachtung für das neue Lenksystem bestanden. Dies ist nun eine modifizierte Handbedienung. Aktuell läuft die Anpassung des Führerscheins. Erst danach wird über den Umbau (ca. 55.000 Euro) entschieden.

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