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Spracheingabe: Neue Generation der Dragon-Software (Version 15)

© Rolf Thorp-Hansen / pixelio.de
Mann schaut am Schreibtisch sitzend auf einen Computer-Bildschirm.

Für viele contergangeschädigte Menschen ist die Dragon-Spracherkennung eine Standard-Anwendung für schnelle und präzise Diktier- und Transkriptionsaufgaben. Im September 2016 hat Nuance, der Hersteller von Dragon, die neue Version 15 der Software auf den Markt gebracht, die wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten.

Dragon Professional Individual

Dragon ist eine weit verbreitete Spracherkennungs-Software, die das vom Nutzer gesprochene Wort in einen geschriebenen Text auf dem Bildschirm oder alternativ auch Steuerungsbefehle für den Computer umsetzt. Dabei kann man zur Spracheingabe verschiedene Mikrofone, z. B. auch das eingebaute Mikrofon des Notebooks oder Computers, oder auch Bluetooth-Headsets nutzen. Nach einem notwendigen kurzen Übungsdiktat, damit sich die Software auf den Nutzer einstellen kann, wird ein individuelles Nutzerprofil erstellt. Die Bedienung des Programmes erfolgt dann über eine integrierte Menüleiste, die sich auf dem Bildschirm frei verschieben lässt. Wird sie nicht benötigt, macht sie sich automatisch klein und wird diskret in den Hintergrund verschoben. 

Das Programm arbeitet dabei im alltäglichen Betrieb ohne eine Internetverbindung. Es ist lernfähig und ermöglicht die Ergänzung eigenen Vokabulars ebenso, wie von Eigenheiten der individuellen Aussprache der Nutzer. Typische Problemfelder einer solchen Software waren und sind immer Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Abkürzungen, Produkt- und Eigennamen. Tester wiesen darauf hin, dass sich entsprechend auftretende Fehler mit ein wenig Aufwand und Unterstützung der eingebauten Korrekturfunktion von Dragon gut beheben lassen. Wer die Software darüber hinaus häufig nutzt, bekommt täglich bessere Ergebnisse, da zum Beispiel Namen oder häufig verwendete Spezialbegriffe in der neuesten Version automatisch im Vokabular landen. Nach Auskunft des Herstellers nutzt die Software dazu die auf Mustererkennung basierende „Deep-Learning-Technik“. Damit können Muster von Stimmen, Dialekte und Akzente noch besser erfasst werden. 

Neu ist zudem die Option, bei der Umsetzung einer Audiodatei die Satzzeichen auch automatisch einfügen zu lassen. Dies gilt jedoch aktuell nur für Punkte und Kommas. Zusätzliche Zeichen müssen weiterhin beim Diktieren manuell angegeben werden.

Wichtigste Funktionen

Die wichtigsten Funktionen und Neuerungen bei Dragon 15 sind dabei laut Hersteller:

  • Dragon merkt sich Wörter und Ausdrücke, die vom Nutzer häufig verwendet werden. Dies minimiert den individuellen Korrekturaufwand.
  • Optimale Erkennung auch von Sprechern mit Akzent oder bei vorhandenen Hintergrundgeräuschen.
  • Dank Smart-Format-Regeln merkt sich Dragon die Formatierungspräferenzen der Nutzer z. B. für Abkürzungen, Datumsangaben und Telefonnummern .
  • Individuelle Textformatierungen, etwa Fettdruck oder Unterstreichung, sind durch Spracheingabe möglich.
  • Dragon 15 funktioniert mit gängigen Geschäftsanwendungen (z. B. MS Word, MS Excel)
  • Unterstützt die Formate .mp3, .aif, .aiff, .wav, .mp4, .m4a und .m4v

Laut Herstellerangaben werden - je nach Komplexität des Textes - von 100 diktierten Worten ein bis zwei Wörter falsch wiedergegeben (transkribiert). Einfache Texte können sogar komplett fehlerfrei transkribiert werden. Bei einem Test der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im September 2016 wurde eine Wiedergabe-Genauigkeit von 99% erreicht.

Darüber hinaus wurde Dragon nun auch für den Einsatz auf Geräten mit berührungsempfindlichen Oberflächen (Touch-Bedienung) optimiert, wie z. B. Tablet-PC’s. Mit Hilfe der separaten cloudbasierten Applikation „Dragon Anywhere“ diktieren und bearbeiten Nutzer dann Dokumente in beliebiger Länge direkt auf einem Mobilgerät mit einem iOS (Apple iphone, iPad) oder Android-Betriebssystem. Dabei ist auch eine geräteübergreifende Nutzung des eigenen Vokabulars möglich. Es wird dazu in der Cloud gespeichert und automatisch mit den verschiedenen Geräten des Nutzers individuell synchronisiert (z. B. Computer zu Hause und Smartphone). Hierfür ist allerdings der zusätzliche Abschluss eines weiteren Service-Abonnements nötig.

Seit der Version Dragon 13 unterstützt Dragon auch die Internet-Protokolle der Web Accessibility Initiative (WAI). Damit wurden Internetseiten und Anwendungen für Menschen mit einer Behinderung besser zugänglich und eine gute Navigation auf Internetseiten ermöglicht.

Verfügbarkeit und Preis

Die neue Dragon-Version 15 (Dragon Professional Individual) ist seit September 2016 für das Windows-Betriebssystem verfügbar und kostet laut Hersteller 399,- Euro inklusive Mehrwertsteuer. Ältere Versionen laufen auch mit Apples Mac-OS-Betriebssystem. Für den Cloud-Dienst Dragon Anywhere ist zusätzlich ein Abonnement für 200 Euro im Jahr oder 20 Euro im Monat nötig.

Systemvoraussetzungen

  • Arbeitsspeicher - RAM: Mindestens 4 GB
  • Prozessor: Intel® Dual Core oder äquivalenter AMD-Prozessor. Schnellere Prozessoren erzielen bessere Leistungen.
  • Notwendiger freier Festplattenspeicher: 8 GB
  • Unterstützte Betriebssysteme: Windows 7, 8.1, 10 (32-Bit und 64-Bit), Windows Server 2008 R2 und 2012
  • Internet Explorer 11 oder höher oder die aktuelle Version von Chrome oder Firefox für die Onlinehilfe
  • Sound-Karte für 16-Bit-Aufzeichnung
  • Eingebautes Mikrofon oder Nuance-zertifiziertes Mikrofon Weitere Informationen unter support.nuance.com/compatibility 
  • Eine Internetverbindung ist notwendig für den Produktdownload und die automatische Produktaktivierung. Laut Hersteller ein kurzer, anonymer Vorgang.

Weitere Informationen

Internetseite des Herstellers "Nuance" mit weiteren
Informationen zu Dragon Professional Individual

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für den Privatnutzer

Kontakt

Nuance Communications Ireland Limited
20 Merrion Road, Ballsbridge,
Dublin 4, Ireland

Telefon: + 353 1 513 2500
Telefax: + 353 1 506 0539
E-Mail: infogermany@nuance.com 

 

Quellen: Informationen des Herstellers und eigene Internet-Recherchen
Online: Seit 14.12.2016

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