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Gütesiegel

Gütesiegel als Orientierungshilfen

Was sind Gütesiegel?

© Handelsverband Deutschland
Gütesiegel Einkaufen - Ausgezeichnet Generationenfreundlich

Im Gegensatz zu Prüfsiegeln (z. B. GS), welche die (geprüfte) Einhaltung von gesetzlichen oder freiwilligen Sicherheits- und Qualitätskriterien bestätigen, sollen Gütesiegel das Vorhandensein einer besonderen Qualität bzw. eines Gebrauchsnutzens dokumentieren und den Kunden Orientierung bieten. Dabei bedeutet ein solches Siegel aber nicht zwangsläufig, dass ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung auch von einer unabhängigen Stelle geprüft wurde. In den letzten Jahren sind auch in den Bereichen barriere-armer bzw. barrierefreier Services, Dienstleistungen und Produkte verschiedene Gütesiegel entstanden. 

Vorreiter waren dabei neben einzelnen touristischen Angeboten und Sehenswürdigkeiten insbesondere auch einzelne Städte (z. B. Berlin), die öffentliche Orte und Einrichtungen in ihrer Region auf ihre Barrierefreiheit hin überprüfen ließen. Spezielle Gütesiegel für den Bereich der Contergan-Schädigungen haben wir bisher jedoch noch nicht gefunden. Deshalb konzentrieren wir uns im Thema des Monats November 2016 erst einmal auf die Gütesiegel und Zertifizierungen, die sich grundsätzlich mit Fragen der Barrierefreiheit beschäftigen, entsprechend der bestehenden gesetzlichen Regelungen und Vorschriften sowie weiterer, individuell definierter Qualitätskriterien der Anbieter.

Konkrete Kriterien anschauen

Da es keine zentral zuständige Zertifizierungsbehörde gibt, nicht für alle Angebote bereits feste Normen oder gesetzliche Regelungen existieren und verschiedene Anbieter aus Gründen der besseren Vermarktung einzelner Regionen und Angebote eigenständig aktiv wurden, haben wir es neben bundesweit genutzten Siegeln heute auch mit viele regionalen und lokalen Gütesiegeln zu tun. Bestimmte Mindeststandards finden sich dabei immer wieder, so zum Beispiel die Vorgaben der DIN 18040-1/2 beim Thema barrierefreies Bauen und Wohnen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass zur Beurteilung der Aussagekraft eines einzelnen Gütesiegels immer die konkreten Zertifizierungskriterien und der Zertifizierungsprozess selbst angeschaut werden müssen, um eine Bewertung der individuellen Nützlichkeit vornehmen zu können.

Wir haben uns deshalb einige existierende Gütesiegel einmal näher angeschaut. Die aktuelle Übersicht ist ein erster Schritt zu einer angestrebten Gesamtübersicht und wird in Zukunft kontinuierlich erweitert werden.

Touristische Gütesiegel

Auch im touristischen Bereich sollen Gütesiegel contergangeschädigten Gästen eine schnelle Orientierung in Bezug auf vorhandene barrierefreie bzw. barrierearme Angebote einer Ferieneinrichtung bzw. einer gesamten Ferienregion bieten. Ähnlich wie bei der Sterne-Qualifizierung von Hotels werden aber auch bei den Siegeln zur Barrierefreiheit aus Gründen der Praktikabilität und Vergleichbarkeit vor allem die vorhandene Infrastruktur bewertet, wie z. B. Breite der Türdurchgänge, Wege und Bewegungsflächen, zusätzliche optische Signale für den Feueralarm. Ein Qualitätsmerkmal, welches sich trotz seiner Bedeutung für die Betroffenen aber nur sehr schwer quantifizieren und mit Mindeststandards beschreiben lässt, ist die Qualität der angebotenen Services (z. B. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Atmosphäre, Aufgeschlossenheit für inklusive Angebote und Teilhabe). Nach Ergebnissen von Expertenbefragungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ist es jedoch „gerade die Servicequalität (, die) von den mobilitäts- oder aktivitätseingeschränkten Reisenden besonders hoch bewertet und nicht selten als ebenso wichtig angesehen wird wie die Barrierefreiheit der Infrastruktur“. Einige Einrichtungen nutzen deshalb parallel auch noch allgemeine Gütesiegel zur Servicequalität, wie z. B.ServiceQualität Deutschland (SQP)“ des Deutschen Tourismusverbandes e.V. 

Eine weitere Herausforderung stellt die Vielfalt der vorhandenen Gütesiegel im barrierefreien Tourismus dar, die jedes für sich auch mit eigenen Kriterien und Mindeststandards arbeiten. Ein einheitliches, allgemein gültiges und akzeptiertes Gütesiegel hat sich bisher noch nicht durchgesetzt. Und nicht immer erfüllen neu eingeführte Siegel auch die initial hoch gesteckten Erwartungen. So beschloss der Stadtrat der Landeshauptstadt Erfurt 2005 die Einführung eines Gütesiegels „Erfurt barrierefrei“. Bereits Mitte 2014 beklagte die Thüringer Allgemeine, dass in neun Jahren das Gütesiegel erst einmal vergeben wurde. Eine Liste mit zertifizierten Betrieben sucht man bis heute für Erfurt vergeblich.

Aus diesem Grund stellen wir Ihnen im Folgenden bundesweite, regionale und lokale Gütesiegel nur dann vor, wenn diese auch praktisch genutzt und bereits von einer gewissen Anzahl von Einrichtungen getragen werden. Diese Aufstellung erhebt dabei nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wird kontinuierlich aktualisiert. Gerne würden wir Ihnen auch jedes Siegel als Original-Logo zeigen. Hierfür sind wir immer noch in den Gesprächen mit den Rechte-Inhabern.

Grundidee:Definition bundesweit einheitlicher Kriterien zur Sicherung branchenübergreifender Qualitätsstandards, welche gemeinsam von Betroffenenverbänden und touristischen Verbänden erarbeitet worden. Gäste sollen die Eignung eines Angebotes im Vorfeld der geplanten Reise für ihre individuellen Bedürfnisse eigenständig beurteilen können. Gefördert wird das Projekt vom BMWi.
Für was wird es vergeben?Angebote aus den Bereichen Unterkünfte, Gastronomie, Unterhaltung und Kultur, Freizeit und Sport, Verkehr, Touristik-Information, Messe-, Tagungs- und Veranstaltungsstätten und Shopping
Wer vergibt das Gütezeichen?Lizenznehmer (z.B. Regionen, Verbände, Kooperationen) des Kennzeichnungssystems „Reisen für Alle“. Diese sind u.a. für die Ausbildung und Einsatz der „Erheber“, Informationen und Schulungen für Betriebe und Anbieter, die Zertifizierung sowie die Vermarktung der zertifizierten Angebote und Betriebe zuständig.
Wer kontrolliert die Einhaltung?Speziell geschulte „Erheber“. Bisher wurden 170 ausgebildet.
Wie läuft die Prüfung ab?Die „Erheber“ besuchen die Einrichtungen vor Ort. Dabei erheben sie Daten zur Barrierefreiheit mit Hilfe bundesweit einheitlicher Erhebungsbögen. Es handelt sich um keine Selbsteinschätzung des Betriebs. Für die Nutzung des Systems fallen jährliche Lizenzgebühren an. Zusätzlich müssen geschulte MitarbeiterInnen in den Betrieben vorhanden sein.
Vergabekriterien:

Basis für die Kennzeichnung "Reisen für Alle" sind spezielle Qualitätskriterien für:

  • Menschen mit Gehbehinderung
  • Rollstuhlfahrer
  • Menschen mit Hörbehinderung
  • Gehörlose Menschen
  • Menschen mit Sehbehinderung
  • Blinde Menschen
  • Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen
Gültigkeit:Das Gütesiegel ist drei Jahre gültig und kann nach Ablauf verlängert werden.
Start der Zertifizierung:Oktober 2013
Anzahl zertifizierter Betriebe:1.500 Einrichtungen (03/2016)
Mehr Informationen:Internetseite "Reisen für Alle"
Ansprechpartner:Deutsche Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e.V.
Rolf Schrader
Projektleitung
Charlottenstraße 13
10969 Berlin

Telefon: 030 235519-0
Telefax: 030 235519-25
E-Mail: Rolf.schrader@dsft-berlin.de 

Beispiel für Zertifikatsverwendung:Muhr am See im Fränkischen Seenland
Grundidee:Zertifizierung von barrierefreien öffentlichen Räumen auf der Basis einheitlicher und transparenter Bewertungen, welche die Umsetzung der Barrierefreiheit deutlich machen. Signet soll zeigen, welche Einrichtungen zumindest die Grundanforderungen der Barrierefreiheit erfüllen und selbstbestimmt nutzbar sind. 
Für was wird es vergeben?Zertifizierung von Berliner Orten und Einrichtungen mit Besucherverkehr.
Wer vergibt das Gütezeichen?Auf Initiative des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung wurde 2004 die Aktion ‘Berlin barrierefrei’ gestartet und ein geschütztes Siegel entwickelt. 2012 übernahm die Pegasus GmbH die Aktion. Sie entwickelte ein neues Konzept zur Überprüfung der Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Einrichtungen.
Wer kontrolliert die Einhaltung?Die Qualität der Ausführung der Barrierefreiheit wird in drei Qualitätsstufen eingeschätzt (Sterne). Bei „Basis“ (ein Stern) erfolgt dies im Zuge der Selbstauskunft. Bei den Stufen „Aktiv“ (2 Sterne) und „Premium“ (3 Sterne) erfolgt eine Überprüfung der Einrichtungen vor Ort durch Personal der Pegasus GmbH oder deren Partner. 
Wie läuft die Prüfung ab?Den Antrag stellt der Interessent. Bei Stufe „Basis“ erfolgt eine Prüfung der Daten der antragstellenden Einrichtung anhand einer „Selbstauskunft“. Bei „Aktiv“ und „Premium“ erfolgt eine Aufnahme der Kriterien und Prüfung vor Ort. Für die Nutzung des Systems fallen jährliche Lizenzgebühren an.
Vergabekriterien:

Grundlage der Bewertung bilden die aktuellen Baubestimmungen und DIN-Normen 18024 Teil 1 und 2 sowie die 18040 Teil 1 und 2. Zusätzliche Einbeziehung von Empfehlungen und Hinweise der Behindertenverbände sowie der Fachkompetenz aus dem Bereich barrierefreies Bauen.

Ein Stern = "Basis" = Grundanforderungen der Zugänglichkeit erfüllt, Hilfe durch das Personal bei einzelnen Aufgaben nötig. Anerkennung der Barrierefreiheit, aber keine Zertifizierung. Erfüllung der Anforderungen von mindestens 20 Prozent.

Zwei Sterne = "Aktiv" = Allgemein selbstständige Nutzbarkeit des Angebots ist gegeben, Abweichungen von aktuell geltenden Standards sind möglich. Erfüllung der Anforderungen von mindestens 40 Prozent.

Drei Sterne = "Premium" = Selbstständige und selbstbestimmte Nutzung der Einrichtung wird ermöglicht, nur geringe Abweichungen von aktuell geltenden Standards sind in geringem Maße möglich. Erfüllung der Anforderungen von mindestens 80 Prozent.

Gültigkeit:Basis: 2 Jahre. Verlängerung möglich. (Neues Konzept)
Start der Zertifizierung:2004 (Ursprungskonzept) bzw. 2014 (Neustart)
Anzahl zertifizierter Betriebe:2004-2014: rund 800 (Initiale Aktion) / Ab 2014: 2
Mehr Informationen:Internetseite "Signet barrierefrei"
Ansprechpartner:Pegasus GmbH Gesellschaft für soz./ges. Innovation
Carsten Rauchhaus
Signet barrierefrei
Nordbahnstr. 17
13359 Berlin

Telefon: 030 322940-302
E-Mail: kontakt@signet-barrierefrei.de 
Beispiel für Zertifikatsverwendung:Zahnarztpraxis Ramona Ruhm & Kollegen in Berlin-Tempelhof
Grundidee:Laut Anbieter weder Zertifizierung noch Gütesiegel. Mit dem Signet soll Menschen mit Behinderung anhand von Steckbriefen ein geprüfter Ist-Zustand bezüglich der Barrierefreiheit touristischer Angebote zur Verfügung gestellt werden.
Für was wird es vergeben?Einrichtungen, Produkte und Dienstleistungen im Tourismusbereich
Wer vergibt das Gütezeichen?

Die NatKo. Sie (ehemals "Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V.", heute "Tourismus für Alle Deutschland e.V.") wurde von sieben Bundesbehindertenverbänden zur Koordination der Aktivitäten im Bereich "Tourismus für Alle" gegründet. Dazu gehören

  • Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe e.V.
  • Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V.
  • Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.
  • Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
  • Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
  • Sozialverband VdK Deutschland e.V.
  • Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.
Wer kontrolliert die Einhaltung?Ist-Zustands-Beschreibung durch die Natko.
Wie läuft die Prüfung ab?Der Ist-Zustand der Barrierefreiheit eines Angebotes wird durch Mitarbeiter der NatKo erhoben. Die Erkenntnisse des Vor-Ort-Besuches werden dann aufbereitet und in einem Bericht ausführlich beschrieben. So entstehen Steckbriefe, welche den Ist-Zustand der Barrierefreiheit der geprüften Einrichtungen widergeben. Teilweise gibt es auch für die Einrichtungen auch Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit.
Vergabekriterien:Keine Vergabe – Erstellung eines Berichtes durch die NatKo.
Gültigkeit:Ist-Zustands-Erhebung
Start der Zertifizierung:2010
Anzahl zertifizierter Betriebe:12 Regionen, Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, Museen oder andere touristische Einrichtungen mit rund 100 Angeboten.
Mehr Informationen:Internetseite der Natko
Ansprechpartner:NatKo:Tourismus für Alle Deutschland e.V.
Fleher Straße 317a
40223 Düsseldorf

Telefon: 0211 33 68 001
Telefax: 0211 33 68 760
E-Mail: info@natko.de 
Beispiel für Zertifikatsverwendung:Rheinturm in Düsseldorf 

Gütesiegel im Bereich Bauen und Wohnen

Auch im Bereich öffentlicher Gebäude und von privaten Wohnungen gibt es Gütesiegel. Diese orientieren sich unter anderem an den etablierten Regelungen der Deutschen Industrie Norm (DIN) zum barrierefreien Bauen und Wohnen, welche für die Beurteilung von Angeboten in vielen Bereichen eine breit akzeptierte Basis zur Beurteilung bieten.

Grundidee:Sicherung der Einhaltung der Regelungen der Industrienormen für barrierefreies Bauen & Wohnen (DIN-Normen 18040-1/2). Zertifizierte Gebäude sollen behinderten Menschen uneingeschränkten Zugang bieten und eine selbständige Nutzung der Einrichtungen des Gebäudes ermöglichen. Gebäude und Produkte, die den Standards entsprechen und die Prüfung bestehen, können das DIN Geprüft-barrierefrei-Zeichen verwenden.
Für was wird es vergeben?Barrierefreie Gebäude und Produkte, welche den Kriterien der DIN-Normen 18040-1/2 (Barrierefreies Bauen & Wohnen) genügen.
Wer vergibt das Gütezeichen?DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH. Die Zertifizierungsstelle DIN CERTCO wurde 1972 von dem Deutschen Institut für Normung (DIN) gegründet. DIN CERTCO ist für die Vergabe und Verwaltung des DIN Geprüft-barrierefrei-Zeichens zuständig. Gesellschafter sind der TÜV Rheinland und das DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Wer kontrolliert die Einhaltung?DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH
Wie läuft die Prüfung ab?Hersteller bzw. Anbieter stellen einen Antrag auf Zertifizierung als barrierefrei. DIN CERTCO wählt Gutachter aus und leitet eingereichten Unterlagen zur Sichtung weiter. Der Gutachter entscheidet/n anhand der Unterlagen über relevante Prüfkriterien, Begutachtungsablauf und –aufwand oder weitere notwendige Experten. Danach erfolgt Begutachtung. Hierüber wird ein Bericht erstellt. Im Bericht sind Ergebnisse, aufgetretene Mängel sowie erforderliche Nachbesserungen aufgeführt.
Vergabekriterien:DIN-Normen 18040-1/2 und weitere Normen aus dem Bereich Barrierefreiheit.
Gültigkeit:3 Jahre. Verlängerung möglich. Während der Laufzeit kann einmal ein Überwachungsaudit durchgeführt werden.
Start der Zertifizierung:Mindestens 2004.
Anzahl zertifizierter Betriebe/Produkte/Services:Nicht verfügbar.
Mehr Informationen:Internetseite DIN CERTCO
Ansprechpartner:DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH
Alboinstraße 56
12103 Berlin

Telefon: 030 7562-1131
Telefax: 030 7562-1141
E-Mail: info@dincertco.de 
Beispiel für Zertifikatsverwendung:Handlauf für Treppen und Rampen innen und außen
Grundidee:Sicherer Wegweiser für barrierefreie Objekte, Produkte und Dienstleistungen in Deutschland und 7 weiteren europäischen Ländern. Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Für was wird es vergeben?Verschiedene Branchen, z.B. Hotels, Sportstätten, Betten, Türen, Armaturen etc.
Wer vergibt das Gütezeichen?Euregio Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit e. V.
Wer kontrolliert die Einhaltung?Euregio Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit e. V.
Wie läuft die Prüfung ab?

Ablauf des Prozesses zur Erteilung des Gütesiegels:

  • Einreichen des Antrags
  • Bereitstellen von Zeichnungen und Dokumenten
  • Erstellung Prüfkatalog nach EU-GS 904:2015-01
  • Erstprüfung durch ein von uns zugelassenes Prüfzentrum
  • Auswertung und Erstellen der PrüfempfehlungVerleihung des EURECERT Gütesiegels (Laufzeit 3 Jahre)
  • Eigenüberwachung durch den Inhaber bzw. Betreiber
  • Fremdüberwachungen
Prüfung von Gebäuden: alle öffentlich zugänglichen Bereiche (also z.B. Aufzug, Treppenhäuser, Behinderten-WC etc.). Darüber hinaus aber auch der Außenbereich inklusive Parkplatz und ÖPNV.
Produktprüfung: gesamter Produktlebenszyklus, inkl. Nutzertauglichkeit, Verpackung, Sicherheit etc. 
Vergabekriterien:Laut Angaben von EUKOBA gibt es die aktuell gültigen Güte- und Prüfbestimmungen (EU-GS 904) beim Fachverlag Martin Rossol. Die EURECERT Gütesiegelvergabe würde Aspekte der Nutzertauglichkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zielgruppen übergreifende Kundenorientierung für Alle, Zu- und Ausgänglichkeit sowie Kompetenz des Personals beinhalten.
Gültigkeit:3 Jahre. Verlängerung möglich.
Start der Zertifizierung:2003
Anzahl zertifizierter Betriebe/Produkte/Services:Etwa 60.
Mehr Informationen:Internetseite „EURECERT“ Deutschland
Ansprechpartner:EURECERT Deutschland
EUKOBA e.V.
Burgbergstr.10 
52441 Linnich

Telefon: 02462 2033010
E-Mail: buero@eurecert.de 
Beispiel für Zertifikatsverwendung:ERLAU clerella ® Badeinrichtung

Gütesiegel im Bereich Einkaufen

Auch im Bereich Einkaufen / Shopping existierten eigene Gütesiegel zur Beurteilung der Möglichkeit eines barrierearmen bzw. barrierefreien Einkaufserlebnisses.

Grundidee:Der alltägliche Einkauf soll für alle Menschen unbeschwerlich und barrierearm möglich sein. Ganz gleich, ob für Eltern mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl oder Senioren. Anhand eigens entwickelter Kriterien sollen Leistungsangebote, bestehende Zugangsmöglichkeiten, die Ausstattung der Geschäftsräume sowie das Serviceverhalten von Einzelhändlern getestet werden. Das Qualitätszeichen wurde vom HDE zusammen mit Bundes- und Landesministerien, Verbänden und Unternehmen sowie der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ entwickelt. Schirmherrin war Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Für was wird es vergeben?Einzelhandelsgeschäfte mit begehbarem Ladenlokal (ohne Apotheken – Gesondertes Verfahren der BAGSO)
Wer vergibt das Gütezeichen?Handelsverband Deutschland (HDE)
Wer kontrolliert die Einhaltung?HDE-Geschulte Tester prüfen vor Ort.
Wie läuft die Prüfung ab?

Einzelhändler bzw. ganze Einkaufszentren melden sich zur Zertifizierung an und füllen einen Fragebogen aus. Prüfung der Angaben und Zertifizierungskriterien vor Ort durch geschulte Tester. Bei erfolgreicher Zertifizierung erhalten die Einzelhandelsunternehmen das Qualitätszeichen in Form eines Zertifikats und Aufklebers. Für die Zertifizierung fallen Gebühren an.

Vergabekriterien:Die Vergabekriterien umfassen
  • Fragen derErreichbarkeit des Geschäfts
  • Mitarbeiter / Servicequalität
  • Eingang zum Geschäft
  • Ladengestaltung
  • Sortimentsgestaltung
  • ServiceKasse
Der Katalog wird dabei in A, B und C – Kriterien unterteilt. A-Kriterien müssen zu hundert Prozent erfüllt werden (z.B. Boden im Laden rutschfest und spiegelfrei, breite Gänge, Preise gut lesbar).
Gültigkeit:3 Jahre. Eine Re-Zertifizierung ist möglich.
Start der Zertifizierung:2010
Anzahl zertifizierter Betriebe/Produkte/Services:7.950 Einzelunternehmen sowie 56 Center & Stadtteile mit 2.439 Geschäften. Insgesamt sind dies 10.389 Geschäfte (Mitte 2016). Eine Liste zertifizierter Händler finden sie hier.
Mehr Informationen:Internetseite des Qualitätszeichens „Generationenfreundliches Einkaufen“
Ansprechpartner:Handelsverband Deutschland
Wilfried Malcher
Geschäftsführer Bildung und Berufsbildung

Telefon: 030 72625041
Telefax: 030 72625049
E-Mail: malcher@hde.de 
Beispiel für Zertifikatsverwendung:Galeria Kaufhof - Warenhäuser

Quellen: Informationen der Anbieter und eigene Recherchen
Online seit: 24. November 2016

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