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Antragsprozess

30.11.2017

Wohnraumanpassung

Der Antrag auf einen Zuschuss zu Umbaumaßnahmen im Rahmen der Wohnraumanpassung muss vor Beginn der Maßnahme bei der Pflegekasse gestellt werden. Eine rückwirkende Übernahme der Kosten ist nicht möglich.

Im Vorfeld der Beantragung können bei Bedarf die verschiedenen Angebote der Wohnberatung genutzt werden, um den Antrag und die geplante Umbaumaßnahme optimal vorzubereiten.

Zur Beantragung des Zuschusses reicht ein formloser Antrag mit einem bzw. auch mehreren Kostenvoranschlägen. Unterstützend können Fotos der Ausgangssituation sowie eine Skizze mit der Darstellung und kurzer Begründung der geplanten Umbaumaßnahme beigefügt werden. Die Pflegekasse prüft den Antrag. Dies beinhaltet insbesondere, ob die Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind und ob die geplante Maßnahme notwendig und wirtschaftlich ist. Hierzu kann die Pflegekasse auch den Medizinischen Dienst (MDK) einschalten und ihn um eine Prüfung und Empfehlung bitten. Auf der Basis der eingereichten Unterlagen und gegebenenfalls der Empfehlung des MDK erfolgt dann die Entscheidung, ob und in welcher Höhe ein Zuschuss zur Wohnraumanpassung gewährt wird. Die Auszahlung des bewilligten Zuschusses erfolgt in der Regel nach Umsetzung der Maßnahme, wenn die tatsächlich entstandenen Kosten belegt werden können.

Die Entscheidung der Pflegekasse ist dabei immer eine Ermessensentscheidung (Zahlung eines Zuschusses/Höhe des Zuschusses). Es ist deshalb sinnvoll, den Wunsch nach einem Zuschuss bereits vor der tatsächlichen Beantragung mit der zuständigen Pflegekasse zu besprechen. Hieraus können sich Alternativen ergeben, die möglicherweise schon kurzfristig zu einer Lösung führen. 

Sollten Betroffene mit dem letztendlichen Entscheid über den Zuschuss zur Wohnungsanpassung jedoch nicht einverstanden sein, gibt es noch die Möglichkeit einen Widerspruch einzulegen. Führt dieser im konkreten Einzelfall nicht zum gewünschten Erfolg können die Betroffenen gegen den Bescheid der Pflegekasse beim zuständigen Sozialgericht auch Klage einreichen. Ein förmliches Verfahren mit Widerspruch und Klage ist aber sehr langwierig. Ein erstinstanzliches Verfahren bei den Sozialgerichten dauert regelmäßig etwa anderthalb Jahre. Die zweite Instanz benötigt noch einmal genau soviel Zeit. Bevor Betroffene einen solchen Weg einschlagen, sollten sie sich deshalb eingehend von einem Sozialrechts-Experten beraten lassen.


Eingestellt von: T. Heckmann

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