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Woran gilt es zu denken?

Die Überlegungen zu den Umbaumaßnahmen zum barrierefreien Wohnen beginnen schon beim Zugang zum Haus bzw. zur Wohnung (z. B. Rampen, Handläufe, spezielle Lösungen für die Türöffnung, Beleuchtung). Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Gestaltung der Bewegungsflächen und Durchgänge in der Wohnung sowie der Sanitär- und Küchenräume gewidmet. 

Vorausschauend

Dabei gilt es, nicht nur die beste Lösung für den aktuellen Unterstützungsbedarf und das vorhandene Wohnumfeld zu finden, sondern auch die zu erwartenden Veränderungen der persönlichen Situation in die Planung mit einzubeziehen. So kann eine barrierefreie Gestaltung der Türbreiten für einen gehbehinderten Menschen mit 80 cm aktuell völlig passend sein. Sollte sich seine gesundheitliche Situation zukünftig aber verschlechtern und er auf einen Rollstuhl angewiesen sein, könnte sich diese Türbreite dann jedoch als zu gering erweisen (rollstuhlgerechte Türbreite = 90 cm).

Rechtssicher

© A. Drohmann
Schwelle zur Terrasse.

Bei einem wesentlichen Umbau eines Hauses mit mehreren Mietwohnungen verlangen die Landesbauordnungen der Länder bereits heute, dass der Bauherr einen Teil der Wohnungen barrierefrei zugänglich gestalten muss.1 Sollen Wohnanpassungsmaßnahmen jedoch in einer bestehenden Mietwohnung umgesetzt werden, so bedarf es hierzu laut Mietrecht der Zustimmung des Vermieters, sofern die geplanten Anpassungen in die bauliche Substanz der Wohnung eingreifen. Ohne Zustimmung des Vermieters können beispielsweise Haltegriffe oder technische Hilfen, deren Einbau jederzeit wieder rückgängig gemacht werden kann, installiert werden. Eine Verbreiterung der bestehenden Türen oder der Einbau eines Treppenliftes ist jedoch ohne Zustimmung des Vermieters nicht rechtens.

© A. Drohmann
Dusche mit vorbereiteter Halterung für Duschsitz.

Wenn bauliche Veränderungen notwendig sind, damit der Mieter langfristig in der Wohnung bleiben kann, ist es nach § 554a Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (Barrierefreiheit) für den Mieter möglich, vom Vermieter die Zustimmung für die geplanten Wohnungsanpassungen zu verlangen, die für eine behindertengerechte Nutzung erforderlich sind. Je nach Absprache mit dem Vermieter können die Kosten für den geplanten Umbau vom Mieter selbst bezahlt oder aber auch vom Vermieter übernommen werden, der sich die entstandenen Kosten dann – z. B. über eine Umlage auf die Miete – wahrscheinlich vom Mieter wieder zurückholen wird.2 

Darüber hinaus hat der Vermieter auch das Recht, bei einem Auszug des Mieters den Rückbau der Umbauten zu verlangen. Es empfiehlt sich deshalb vor dem Beginn der Umbaumaßnahmen mit dem Vermieter eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, in der die wichtigsten Punkte zum Umfang der Wohnungsanpassung, zu den Kosten und deren Verteilung sowie die gemeinsamen Absprachen für den Fall eines Auszuges aus der Wohnung (z. B. Rückbau, Entschädigung) geregelt werden.

Umfassend informiert

Um sich einen Überblick über die Möglichkeiten der Wohnungsanpassungen, der barrierefreien Ausstattungen oder den Einsatz von Hilfsmitteln, aber auch die zu beachtenden Regelungen zu verschaffen, können sich contergangeschädigte Menschen z. B. an Pflegestützpunkte, Fachstellen der Länder und Kommunen, Verbraucherzentralen, Architekten oder spezialisierte Wohnberatungsstellen wenden. Sie beraten und helfen bei der Planung und Durchführung der erforderlichen Maßnahmen und informieren über aktuelle Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Ansprechpartner

Regionale Pflegestützunkte
im Contergan-Infoportal 

Verbraucherzentralen 

Wohnberatungsstellen 

Übersicht Wohnberatung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V.
Übersicht Wohnberatung der Bundesinitiative Daheim statt Heim e.V.
Hessische Fachstelle für Wohnberatung
Niedersächsische Fachstelle für Wohnberatung
Fachstelle Wohnberatung Bayern 

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