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Schlafzimmer

In unserem Leben verbringen wir viel Zeit im Schlafzimmer. Auch wenn der Schwerpunkt der Betrachtung auf einer barrierefreien Gestaltung liegt, sollen wir auf eine angenehme und behagliche Gestaltung und Atmosphäre nicht verzichten.

Wir beschäftigen uns deshalb in den nächsten Wochen insbesondere mit

  • den Betten (Liegeflächen, Betthöhen etc.)
  • der Gestaltung und Erreichbarkeit von Bedienelementen (Lichtschalter, Wecker etc.)
  • der Gestaltung von Schränken und weiteren Möbelstücken und
  • den Fragen des gesunden Raumklimas.

Barrierefreie Lösungen

In der DIN 18040-2 zum barrierefreien Wohnen wird in Bezug auf die Schlafräume nur das Thema der ausreichenden Bewegungsflächen gesondert behandelt. 

Dabei verweist die DIN, wie auch in anderen Räumen, auf die Notwendigkeit des Vorhandenseins von mindestens einer Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm. Bei der Nutzung mit einem Rollstuhl sollte eine Bewegungsfläche von 150 cm x 150 cm vorhanden sein. Vor den Möbeln sollte eine Bewegungsfläche von 90 cm verfügbar sein. Bei Nutzung mit einem Rollstuhl erhöht sich diese wieder auf die klassischen 150 cm. Vor dem Bett sollte an der einen Längsseite eine Bewegungsfläche von 120 cm und an der anderen Längsseite eine Fläche von 90 cm frei gehalten werden. Auch hier erhöhen sich die Werte bei der Nutzung des Schlafraumes mit einem Rollstuhl auf 150 cm bzw. 120 cm an den beiden Längsseiten des Bettes. Falls notwendig sollte das Bett so aufgestellt werden, dass es von drei Seiten gut zugänglich ist.

Die Höhe des Bettes sollte so gewählt werden, dass der Betroffene bequem aus dem Bett ein- oder aussteigen kann. Je nach individueller Schädigung kann dabei die optimale Höhe des Bettes unterschiedlich sein. Während einige Ratgeber davon sprechen, dass die Oberkante der Matratze in einem barrierefreien Schlafzimmer nicht mehr als 55 cm über dem Fußboden liegen sollte, ist dies für einige contergangeschädigte Menschen aber zu niedrig. Für Sie muss das Bett höher sein. Eine einfache Möglichkeit für eine Anpassung der Bett-Höhe sind z. B. Erhöhungsblöcke für das Bett. Ein elektrisch verstellbarer Einlegerahmen mit Lattenrost oder ein elektrisch höhenverstellbares Aufstehbett sind weitere Optionen. Alternativ bieten z. B. auch die in den letzten Jahren immer beliebter werdenden Boxspringbetten eine sinnvolle Alternative für ein höheres Bett.

Bei der Auswahl der passenden, körpergerechten Matratze können sie sich z. B. auch an ihren Physiotherapeuten wenden, der Ihnen bei der Wahl der richtigen Matratze unabhängige Tipps geben kann.

Um den Komfort des Bettes zu erhöhen bzw. sinnvolle Hilfestellungen zu geben, können elektrisch verstellbare Kopf- und Fußteile oder auch Aufstehhilfen (z. B. Bügelstütze, Deckenstange) genutzt werden. 

Viele Menschen lesen im Bett vor dem Einschlafen gerne noch ein Buch. Damit sie nach der Lektüre nicht mehr aufstehen müssen empfiehlt es sich, neben dem Bett leicht erreichbare Ablageflächen vorzusehen. Hier können neben dem Buch oder der Brille auch der Wecker oder ein zweiter Telefonapparat ihren Platz finden. 

Auch der Schalter für das Licht sollte vom, Bett aus gut erreichbar sein. Eine alternative Lösung bieten Lichtlösungen mit Akustikschalter, die auf Geräusche ansprechen, oder Bewegungsmelder. Für den Gang zur Toilette kann der Weg zum WC mit handelsüblichen Steckdosenleuchten oder Lichtorientierungssystemen am Boden oder an bereits installierten Handläufen noch sicherer gemacht werden.

Die Lichtschalter und weiteren Bedienelemente im Schlafzimmer (z. B. für die Heizung) sollten dabei

  • visuell kontrastierend gestaltet und taktil wahrnehmbar sein (Zwei-Sinne-Prinzip),
  • ihre Funktion durch Kennzeichnung verdeutlichen,
  • einen geringen Kraftaufwand zur Betätigung erfordern und
  • visuell, akustisch oder mechanisch (Schalterstellung) eine eindeutige Rückmeldung an den Nutzer geben, dass die gewünschte Funktion ausgelöst wurde.

Vor den Bedienelementen sollte ebenfalls eine ausreichende Bewegungsfläche frei gehalten werden (bis zu 150 cm x 150 cm). Laut DIN 18040-2 sollen darüber hinaus die Greif- und Bedienhöhen grundsätzlich 85 cm über dem Fußboden betragen. Bei mehreren Bedienelementen übereinander (z. B. Lichtschalter) ist abweichend ein Bereich von 85 bis 105 cm möglich. Je nach individueller Schädigung und Körpergröße kann es jedoch notwendig sein, im Einzelfall von dieser Empfehlung abzuweichen, um eine einfache und bequeme Bedienung sicher stellen zu können.

Produktbeispiele für Lichtschalter und Bedienelemente
im Bereich Tipps & Links des Contergan-Infoportals

Viele Menschen nutzen das Schlafzimmer auch zum An- und Ausziehen der Kleidung. Damit diese in den zur Aufbewahrung genutzten Schränken leicht erreichbar ist, müssen die Kleiderstangen und Einlegeböden, je nach individuellem Bedarf in der Höhe angepasst werden. Hier bieten verschiedene Hersteller auch elektrisch betriebene automatische Lösungen an. Mit Kleiderliften statt klassischer Kleiderstangen oder speziellen Hubschränken statt Einlegeböden kann die gesamte Schrankhöhe genutzt werden und man erreicht seine Kleidung trotzdem bequem und ohne große Anstrengung.

Produktbeispiele für Kleiderlifte und Schränke
im Bereich Hilfsmittel im Alltag des Contergan-Infoportals

Raumklima

Die Temperatur im Raum und die relative Luftfeuchtigkeit sind wesentliche Faktoren für ein angenehmes Raumklima. Nach Angaben der AGU (Ärztinnen für eine gesunde Umwelt) liegt die ideale relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zwischen 40 und 60 % und die Temperatur zwischen 19 und 22 Grad Celsius. Laut Umweltbundesamt kann die Temperatur in den Nachtstunden in den Wohnräumen um 5 Grad Celsius gesenkt werden. Damit kommt man dann auch auf die 17 Grad Celsius, die das Umweltbundesamt für das Schlafzimmer empfiehlt. 

Ist die Raumluft v. a. in der Heizperiode zu trocken, kann man die Luftfeuchtigkeit mit handelsüblichen Luftbefeuchtern erhöhen. Dabei sollte man darauf achten, dass der gewählte Luftbefeuchter die Hygienestandards einhält und die Raumluft nicht mit Keimen anreichert. Eine gute Informationsbasis für die Auswahl eines geeigneten Raumluftbefeuchters bilden dabei die Testberichte großer Institute, wie z. B. von ÖkoTest.

Für ein anhaltend gutes Raumklima ist auch eine ausreichende Frischluftzufuhr unerlässlich. Dadurch wird die Feuchtigkeit in den einzelnen Wohnräumen verringert und die Qualität der Luft gewährleistet. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb während der Heizsaison das „Stoßlüften“. Dabei werden die Fenster mehrmals täglich für etwa 5 Minuten geöffnet, um kurz und kräftig durchzulüften. Die Ventile der Heizkörper sollten während dieser Zeit geschlossen werden. Als Orientierung gilt: „Je kühler das Zimmer, desto öfter sollte man lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.“ Vom langen Kippen der Fenster halten die Experten des Umweltbundesamtes dagegen nichts. Bei dieser „Kipplüftung“ gibt es nur einen geringen Luftaustausch. Es geht jedoch viel Wärme verloren und durch das Auskühlen des Mauerwerks rund um die Fenster kann sich gefährlicher Schimmel bilden. Dass sollte man vermeiden, deshalb lieber öfter und dafür kurz und kräftig mit weit offenem Fenster lüften.

Das subjektive Wärmeempfinden des Menschen wird darüber hinaus auch von der Oberflächentemperatur der umgebenden Flächen bestimmt. So empfinden wir einen Raum mit warmen Oberflächen wärmer, als er laut Thermometer eigentlich ist. Dies kann man bei der Einrichtung eines Raumes beachten und in die Planung mit einbeziehen.

Weitere Informationen 

Tipps des Umweltbundesamtes 
zum Heizen und zur Raumtemperatur

Informationen des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich
zum gesunden Raumklima

Testberichte Luftbefeuchter
im ÖkoTest-Magazin

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