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Türen, Licht und mehr

22.11.2017

Steuerung und Kommunikation

Im Bereich Flur und Installation beschäftigen wir uns aktuell vor allem mit der barrierefreien Gestaltung von

Türen
Handläufen
Bedienelementen

und inwieweit diese zu einem möglichst selbständigen Leben beitragen können.


TÜREN


© A. Drohmann
Tür mit elektronischem Schließsystem von außen.

Über die Öffnung der Haus- oder Wohnungstür machen sich viele Menschen kaum Gedanken. Die eine Hand zieht die Tür heran und die andere Hand dreht den Schlüssel im Schloss. Für contergangeschädigte Menschen kann die Öffnung einer Wohnungstür dagegen bereits zu einer großen Herausforderung werden. Neben der Schwierigkeit der Höhe des Schlosses (z. B. für contergangeschädigte Menschen, die in Ihrem Leben alles mit den Füßen erledigen) kann auch das Drehen eines Schlüssels oder das Aufdrücken schwerer Eingangstüren große Probleme bereiten. Unterstützung können hierbei elektrische Türantriebe und Schließsysteme bieten


Elektronische Schließsysteme

Empfangsstation für Signale der elektronischen Türschließanlage.

Ähnlich wie die Zentralverriegelung des Autos können elektrische bzw. elektronische Schließsysteme (in Kombination mit einem entsprechenden Türöffner) die automatische Öffnung einer Tür ermöglichen. 

Dabei erkennt das Schließsystem z. B. anhand eines Transponders (statt des klassischen Schlüssels) bei Annäherung an die Tür berührungslos, ob die betreffende Person berechtigt ist, die Tür zu öffnen. Eine Berührung der Tür oder ein Schlüssel sind nicht mehr notwendig. Dabei kann die Aktivierung der Türöffnung je nach System mit Hilfe einer kleinen Fernbedienung (ähnlich wie beim Auto), einem PIN-Code oder aber auch mit einer Schlüsselkarte erfolgen. In Verbindung mit einem automatischen Türöffnungssystem wird die Tür nach der individuell eingestellten Offenhaltezeit dann auch wieder automatisch geschlossen. 

Andere Systeme arbeiten mit speziellen passiven Schlüsseln. Diese werden nur in die entsprechende Öffnung der Schließanlage eingesteckt. Die Überprüfung der Zugangsberechtigung des Nutzers und die Öffnung der Tür erfolgt dann automatisch durch das System.

Produktbeispiele für elektronische Schließsysteme
im Contergan-Infoportal


Elektrische Türantriebe

Barrierefreier Öffnungsmechanismus einer Außentür.

Nachdem die elektronischen Schließsysteme die Zugangskontrolle erledigt und das Schloss freigegeben haben, komplettieren elektrische Türantriebe die barrierefreie Öffnung der Haus- oder Wohnungstür.

Dabei gibt es verschiedene Typen von Antrieben, von denen einige auch noch nachträglich in vorhandene Türen eingebaut werden können. Ein nachträglicher Einbau eines elektronischen Schlosses und Türantriebes kann jedoch – je nach Tür - sehr individuelle und teilweise kostenintensive Lösungen erfordern. 

Auch innerhalb einer Wohnung können elektrische Türöffnersysteme für Dreh- oder Schiebetüren genutzt werden. Hierfür können zur Bedienung neben einer Bedienungstaste oder einer Fernbedienung auch Bewegungssensoren zur automatischen Steuerung genutzt werden.

Produktbeispiele für elektrische Türantriebe
im Contergan-Infoportal


Automatische Türöffnung

Ein Interview mit Lars Hirthe

Im Juni 2014 erschien in der Zeitschrift „beiuns“ der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG in Hamburg ein Artikel zu „Lebensgerechtem Wohnraum“. Im Rahmen des Beitrags wurde auch über die konkrete Hilfe für eine contergangeschädigte Bewohnerin der Genossenschaft berichtet. Dazu schrieb "beiuns": „Wie konkrete Unterstützung aussehen kann, erfuhr Sabine S. aus St. Pauli. Aufgrund einer Conterganschädigung öffnet sie Türen mit den Füßen. Um das Schloss ihrer Wohnungstür gut zu erreichen, benötigte sie einen Hocker. Bei einem routinemäßigen Check der Verkehrssicherheit fiel dieser Hocker auf und Sabine Schulze wurde gebeten, ihn zu entfernen, damit im Fall der Fälle der Fluchtweg frei ist. „Da ich ohne Hocker nicht in die Wohnung kam, habe ich eine Sondergenehmigung beantragt“, erklärt die 51-Jährige. „Daraufhin rief mich Herr Barthel an, um zu besprechen, ob es nicht eine andere Lösung gibt.“ Und die gab es: An Haus- und Wohnungstür wurden elektronische Türöffner angebracht. Nun kann Sabine S. mit einer Art Fernbedienung das Schloss öffnen ... „Für mich bedeutet das eine große Erleichterung...“1

Wir haben den Artikel zum Anlass genommen und uns mit Lars Hirthe verabredet. Er ist Geschäftsführer der Hamburger Firma BOFFERDING, die für die Baugenossenschaft die individuelle Lösung für Sabine S. umgesetzt hat. Mit ihm sprachen wir über die konkrete Lösung sowie barrierefreies Bauen und Wohnen.

CIP: Herr Hirthe, könnten Sie uns bitte etwas mehr zu der in St. Pauli genutzten Produktlösung sagen?

L. Hirthe: Die Schwierigkeit beim von Ihnen genannten Beispiel lag im konkreten Schließvorgang mit dem Schlüssel. Um versicherungstechnisch auf der „sicheren Seite“ zu sein, muss die Wohnungstür beim Verlassen der Wohnung immer auch abgeschlossen werden. Um dann wieder zurück in die Wohnung zu gelangen, muss die Tür erneut aufgeschlossen werden. Die Mieterin hatte aufgrund ihrer individuellen Schädigung aber Probleme, den Schlüssel im Schloss zu drehen. Deshalb suchten wir für sie nach einer Lösung, mit der sie die Tür aufschließen und abschließen konnte, ohne einen Schlüssel im Schloss drehen zu müssen. Hierbei wurden wir im gewerblichen Bereich fündig, wo berührungslose Zutrittskontrollsysteme und damit verbundene automatische Türöffnungen in Büros und Laboren weit verbreitet sind. Die Lösung bestand dabei aus zwei verschiedenen Komponenten, dem Lesegerät für den „Schlüssel“ und dem Motorschloss für die automatische Entriegelung der Tür.

CIP: Wir funktioniert das konkret?

L. Hirthe: Die Tür wurde mit einem Motorschloss nachgerüstet, welches die Tür automatisch abschließt und aufschließt. Rechts neben der Tür wurde zusätzlich ein Lesegerät installiert. Vor dieses Lesegerät wird der Transponder (ein kleiner Schlüsselanhänger) gehalten. Ist der Transponder berechtigt,wird das Motorschloss aktiviert. Dieses zieht den Türriegel ein und öffnet die Tür. Nachdem die Mieterin in der Wohnung ist, verriegelt das Motorschloss die Tür wieder.

D.h. die Tür wird aufgeschlossen und abgeschlossen, ohne dass man einen Schlüssel im Schloss drehen muss. In der Wohnung ist ein zusätzlich ein Taster neben der Tür installiert, vergleichbar einem Lichtschalter. Damit lässt sich die Tür von innen einfach und bequem von innen entriegeln.

CIP: Und was passiert bei einem Stromausfall?

L.Hirthe: Um auch bei einem Stromausfall nicht in der Wohnung gefangen zu sein, kann das Schloß über den vorhandenen Türdrücker von innen jederzeit entriegelt werden. Das ist die sogenannte Panikfunktion, wie diese von Notausgangstüren bekannt ist. Und steht man außen vor der Tür, kann die Tür im Notfall immer immer noch mit einem normalen Schlüssel geööffnet werden, da die Tür standardmäßig weiterhin einen Schließzylinder enthält, der mit Hilfe eines „normalen“ Schlüssels bedient werden kann. So kann z.B. auch ein Pflegedienst die Wohnung von außen öffnen, wenn der Mieter ihm den Schlüssel gibt. Natürlich kann auch eine Notstromversorgung installiert werden, um für einen begrenzten Zeitraum die elektromotorische Entriegelung der Tür sicherzustellen.

CIP: Sie sprachen von einer Zweikomponenten-Lösung. Könnten Sie uns einige Anbieter solcher Komponenten nennen?

L.Hirthe: Die zwei genutzten Komponenten umfassen das Motorschloss und das Zutrittskontrollsystem, welches das Schloss ansteuert. Die verfügbaren Lösungen kommen in der Regel aus dem gewerblichen Bereich und werden für den privaten Gebrauch entsprechend adaptiert. Bei den Schlössern gibt es zum Beispiel Lösungen von Dorma, GEZE, effeff und BKS. Im Bereich der Zutrittskontrollsysteme bieten z.B. PaxtonAccess oder effeff Kleinlösungen für eine Tür an.

CIP: Gibt es für vergleichbare Situationen auch noch alternative Lösungen?

L. Hirthe: Bei der Auswahl der Lösung orientieren wir uns an der individuellen Schädigung des Mieters oder Hauseigentümers und seinen Wünschen für eine möglichst einfach zu bedienende Türöffnungslösung. Dabei ist zu ermitteln, ob das „Öffnen und Schließen“  oder das „Auf- und Abschließen“  der Tür dem Nutzer schwerfällt. Und wie er das System bedienen kann.  Mit einem Leser wie bei Frau S. oder mittels einer Funkfernbedienung., sofern das Betätigen der Tasten für den Betroffenen eine einfache und praktikable Lösung ist. Entscheidend ist immer die individuelle Situation vor Ort.

CIP: Sind Hauseigentümer beim nachträglichen Einbau solcher Türöffnungslösungen immer so kooperativ wie in unserem Beispiel? 

L. Hirthe: Wir hatten bisher noch keine Probleme beim Einbau automatischer Türlösungen zur Sicherung der Barrierefreiheit in Privathaushalten. Diese stellen allerdings nur einen geringen Teil der Lösungen dar, die wir jedes Jahr installieren. Darüber hinaus wertet eine solche Lösung die Wohnungen – die meist im Erdgeschoss gelegen sind – auch auf. Deshalb besteht aus unserer Sicht später auch kein Bedarf, eine solche Lösung beim Auszug des Mieters wieder zurück zu bauen.

CIP: Wie hat sich der Markt barrierefreier Lösungen in den letzten Jahren in ihrem Bereich entwickelt?

L. Hirthe: Es gibt eine Vielzahl von Lösungen für das automatische Auf- und Abschließen von Türen und das Zutrittskontrollsystenm. Einige Anbieter solcher Lösungen hatte ich Ihnen bereits genannt. Diese sind aber ursprünglich fast immer nicht für den privaten Gebrauch konzipiert gewesen und müssen deshalb entsprechend adaptiert werden. Leider kommt das Thema automatische Türöffnung im Bereich der DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen in Wohnungen“ nicht vor. Hier geht es nur um die Bedienhöhe der Drückergarnitur, die Höhe des Spions bzw. die Bewegungsflächen vor der Tür. Für den Bereich automatische Türöffnung wird dann auf die Standardregelungen in den DIN 18650-1 und 2 verwiesen. 

CIP: Auf der Rehab beklagte  ein Innenarchitekt die mangelnde Markttransparenz im Bereich der barrierefreien Lösungen für Betroffene. Es gebe jedoch viele Angebote auch von etablierten Anbietern. Wegen der geringen Absatzmengen würden diese aber selten beworben und wären deshalb wenig bekannt? 

L. Hirthe: Das sehen wir für den Bereich der automatischen Türöffnung genauso. Uns kommt hierbei unsere Erfahrung aus dem gewerblichen Bereich zugute, wo es im Bereich der Zugangskontrollen teilweise sehr individuelle Kundenwünsche gibt, die es mit verschiedenen verfügbaren Komponenten zu befriedigen gilt. Dies ist im privaten Bereich beim barrierefreien Bauen und Wohnen nicht anders. Dabei gibt es nach unserer Erfahrung aber keine fertigen Lösungen aus der Schublade. Abhängig von der Tür und der jeweiligen Situation des Mieters gilt es, bei der Auswahl der Komponenten, der Verlegung der Kabel oder der Spannungsversorgung die individuell beste Lösung für den konkreten Fall zu finden. Dabei ist das Zusammenspiel verschiedener Komponenten unterschiedlicher Hersteller nicht trivial. Es erfordert schon einige Erfahrung, damit dieses Zusammenspiel reibungslos funktioniert und die verschiedenen eingebauten Komponenten am Ende auch wirklich die Tür sicher öffnen und schließen. 

CIP: Gibt es hierzu eigentlich gezielte Weiterbildungsangebote für Handwerker? 

L. Hirthe: Bei der Metallbauinnung oder den Tischlern gibt es immer mal wieder Vorträge oder Seminare zum barrierefreien Bauen. Dabei liegt der Fokus jedoch meist auf Türschwellen und –breiten , Geländern oder zu beachtenden Freiflächen. Anforderungen an automatische Türöffnungen stehen eigentlich kaum im Fokus, da sie - wie bereits angedeutet - ja auch in der DIN für das barrierefreie Wohnen nicht explizit definiert werden.

CIP: Was würden Sie Betroffenen oder deren Angehörigen empfehlen, die auf der Suche nach Lösungen für ihre Wohnung bzw. ihr Haus sind?

L. Hirthe: In den letzten Jahren haben sich in den einzelnen Bundesländern verschiedene Beratungsstellen im Bereich barrierefreies Wohnen und Bauen etabliert. Hier können sich Interessierte Tipps und Ratschläge für ihre individuelle Wohnsituation holen. Bei uns in Hamburg ist es z.B. der Verein Barrierefrei Leben e.V. in der Richardstraße. In seinem Beratungszentrum für technische Hilfen und Wohnraumanpassung bietet er Unterstützung bei der Wahl der individuell besten Lösung (Verlinkungen). 

CIP: Vielen Dank für das Gespräch.

Unser Gesprächspartner Lars Hirthe ist Geschäftsführer von BOFFERDING, einem Hamburger Unternehmen für Sicherheitstechnik und Türautomatik, welches sich seit fast 70 Jahren mit individuellen Lösungen für das Öffnen und Schließen von Türen beschäftigt.

Weitere Informationen

Unterstützung, Beratung und weitergehende Informationen
zu Fragen des barrierefreien Bauens und Wohnens

Das Team von BOFFERDING in Hamburg. © BOFFERDING
Gruppenbild der Mitarbeiter von BOFFERDINGF in Hamburg.

1 Quelle: BGFG-Magazin „beiuns“. Ausgabe 02/2014, Seite 18.


HANDLÄUFE


© CROSO International GmbH
Beleuchtete Handläufe und Geländer.

Je nach individueller Schädigung können beleuchtete Handläufe und Griffe auf Treppen und/oder an Wänden auch im Innenbereich für eine optimale Ausleuchtung und mehr Sicherheit sorgen. Hierfür werden heutzutage üblicherweise LED-Leuchten genutzt, die stromsparend sind und eine lange Lebensdauer haben. Dabei können, je nach Wunsch der Bewohner, auch verschiedene Farben zur Ausleuchtung genutzt werden.

Produktbeispiele für beleuchtete Handläufe
im Contergan-Infoportal


BEDIENELEMENTE


In der DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen für Wohnungen“ wird festgelegt, dass Bedienelemente und Kommunikationsanlagen barrierefrei erkennbar, erreichbar und nutzbar sein müssen.1 

Um barrierefrei erkennbar und nutzbar zu sein, müssen diese:

Barrierefreier Regler an einem Heizkörper.
  • visuell kontrastierend gestaltet und taktil wahrnehmbar sein (Zwei-Sinne-Prinzip),
  • ihre Funktion durch Kennzeichnung und oder Anordnung an gleicher Stelle (Wiedererkennung) verdeutlichen,
  • einen geringen Kraftaufwand zur Betätigung erfordern und
  • visuell, akustisch oder mechanisch (Schalterstellung) eine eindeutige Rückmeldung an den Nutzer geben, dass die gewünschte Funktion ausgelöst wurde.

Ergänzend muss in Bezug auf die Sicherstellung der Erreichbarkeit

 

Steuerelemente an einer Wand.
  • vor den Bedienelementen eine Bewegungsfläche von 150 cm x 150 cm frei gehalten werden (falls kein Wendevorgang notwendig nur 120 cm x 150 cm),
  • bei Bedienelementen, die nur frontal anfahrbar sind (Hausbriefkasten oder Gegensprechanlage in Ecklage) eine Unterfahrbarkeit in einer Tiefe von mindestens 15 cm sichergestellt sein und
  • das Achsmaß der Greif- und Bedienhöhen grundsätzlich 85 cm über dem Fußboden betragen. Bei mehreren Bedienelementen übereinander (z. B. Lichtschalter) ist abweichend ein Bereich von 85 bis 105 cm möglich.

Auch Kommunikationsanlagen sind barrierefrei zu gestalten. Hier sind die akustischen durch optische Anzeigen zu ergänzen, so z. B. die Türfreigabe beim Türsummer durch ein optisches Signal bzw. eine fühlbare Vibration.

 

 

Quelle

[1] Modifiziert nach DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin: DIN 18040-2 Barrierefreies bauen. Planungsgrundlagen Teil 2: Wohnungen. September 2011, S. 21 f. Komplettabdruck in: Freiräume. Magazin für barrierefreies Bauen 2013/2014. Laible Verlagsprojekte Allensbach. September 2013.


Licht

Eine ausreichende Beleuchtung in der Wohnung bei Tag und insbesondere in der Nacht hilft bei der Sturzprävention und vermindert die Unsicherheit bei den Bewohnern. Neben speziellen, einfach zu bedienenden Schaltern sind automatisierte Lichtsteuerungssysteme mit Hilfe von Sensoren und Bewegungsmeldern sowie beleuchtete Handläufe Möglichkeiten, um die gefühlte Sicherheit und den realen Wohnkomfort zu erhöhen.

Barrierefreie Lichtschalter 

Wipp-Schalter bzw. Wipp-Taster mit großen, tastbaren Symbolen erleichtern vor allem für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die zielgerichtete Benutzung der Bedienelemente. Alternativ kann auch der Einbau besonders kontrastreicher, farbiger Wipp-Schalter überlegt werden, bei denen z. B. eine Farbe für jeweils eine Bedienung (z. B. Licht) genutzt wird. Optional können integrierte LED-Orientierungslichter dabei zusätzlich das Auffinden der Schalter erleichtern. 

Produktbeispiele für Lichtschalter
im Contergan-Infoportal

Moderne Schalter können aber mehr als nur das Licht anschalten. Mithilfe integrierter Schaltkreise und Sensoren können sie auch so eingestellt werden, dass sie halbautomatisch oder auch komplett selbständig das Licht an- bzw. wieder ausschalten, wenn ein Bewohner im Umfeld registriert wird oder es wieder verlassen hat.

Sensorgesteuertes Licht

Entsprechende automatisierte Systeme können z. B. die Nutzung des Bades erleichtern. Sofort beim Betreten des Bades - oder nach dem automatischen Öffnen der Badezimmertür - schaltet sich die Beleuchtung selbständig auf einem vorher festgelegten Helligkeitsniveau ein. Nach dem Verlassen des Bades schaltet sich das Licht auch selbständig - nach dem Ablauf einer gewissen Nachlaufzeit - aus. Diese Nachlaufzeit ermöglicht es auch, kurz einmal das Bad zu verlassen und z. B. ein vergessenes Handtuch oder Kleidungsstück zu holen, ohne dass sich das Licht ständig aus- und anstellt. Ein solches System erleichtert die Nutzung des Bades, erhöht das individuelle Sicherheitsgefühl (Raum ist bei Eintritt sofort hell) und verhindert, dass eine Lampe aus Versehen lange Zeit vor sich hin leuchtet. Alternativ kann der Nutzer den Schalter beim Verlassen des Bades auch manuell betätigen, um das Licht eigenständig zu löschen (halbautomatische Steuerung). 

Ein solches System kann auch in anderen Wohnbereichen genutzt werden. So kann z. B. im Schlafzimmer mit Hilfe von Sensoren das Licht angeschaltet werden, sobald der Betroffene aufsteht. Ein „schlaftrunkenes Herumsuchen“ nach dem Lichtschalter entfällt somit.

Produktbeispiele sensorgesteuertes Licht
im Contergan-Infoportal


Rufsysteme

In einer Wohnung bzw. einem Haus können verschiedene Rufsysteme genutzt werden, um z. B. Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung zu unterstützen oder einen Pflegebedürftigen im Notfall mit Partner oder einem Pflegenden zu verbinden. 

Haus- und Wohnungstür

Im Eingangsbereich sind heute auch barrierefreie Gegensprechanlagen verfügbar. Diese sind insbesondere für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen eine Hilfe. Bei diesen barrierefreien Kommunikationsanlagen wird mit einer Zustandsanzeige auf optischem Weg (leuchtende Symbole) das angezeigt, was andere Menschen akustisch wahrnehmen können.

Ergänzend zu dieser optischen Darstellung gibt es für Menschen mit einem Hörgerät eine zusätzliche Option. Mit Hilfe einer induktiven Kopplung wird das Signal der Gegensprechanlage direkt an das Hörgerät geleitet und damit zusätzlich auf den Besuch aufmerksam gemacht.

Bitte um Hilfe

Not-Schalter neben dem WC.

Eine andere Funktion erfüllen sogenannte Personen-Rufsysteme. Diese können insbesondere auch als Notruf-System genutzt werden. Dabei wird ein „Not-Knopf“ (z. B. für bettlägerige Menschen, Rollstuhlfahrer etc.) direkt an der Wand neben dem Bett oder dem Sessel befestigt bzw. wird vom Betroffenen um den Hals oder die Hand getragen.

Wird er betätigt, wird dem Partner oder der betreuenden Person, z. B. durch einen Vibrationsalarm, der Kontaktwunsch bzw. eine mögliche Hilfebedürftigkeit angezeigt. Ein solches System kann damit auch als Notruf für Bad oder WC genutzt werden.

Produktbeispiele für den Bereich Rufsysteme
im Contergan-Infoportal


Optische Signale

Optisches Signalgerät für Telefon und Klingel.

Für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung ist es für ein selbständiges und unabhängiges Leben besonders wichtig, dass die wichtigsten akustischen Signale in ihrer Wohnung in optische und/oder spürbare Signale umgewandelt werden, um z. B. die Türklingel oder einen Rauchmelder-Alarm besser bzw. überhaupt wahrnehmen zu können. Hierfür gibt es verschiedenste Produktlösungen.


Produkt-Tipps



Eingestellt von: T. Heckmann

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