Navigation

Brotkrümelpfad

Inhalt

Bad & WC

© Vereinigung Dtsch. Sanitärwirtschaft (VDS)
Beim Umbau eines Badezimmers unter Berücksichtigung barrierefreier Aspekte können nicht unbeträchtliche Zuschüsse die Finanzierung erleichtern.

In nahezu jeder Wohnung ist das Badezimmer der Ort, an dem die Wahrung der individuellen Privatsphäre die größte Rolle spielt.

Um Menschen mit einer Mobilitäts-Einschränkung, einer Sehbehinderung oder auch einer anderen von Contergan verursachten Schädigung eine möglichst selbständige und unabhängige Nutzung des Badezimmers zu ermöglichen, sind Umbauten und Anpassungen im Badezimmer notwendig.

Hierfür stehen - je nach individueller Schädigung - verschiedene Hilfsmittel und Einrichtungsoptionen zur Verfügung.

Wohnraumanpassung im Badezimmer

Waschbecken
WC
Duschen
Badewanne


Waschbecken


© Schreinerei Manfred Philipp
Verfahrbares Waschbecken auf der REHACARE 2015.

Ein barrierefreies Waschbecken ermöglicht die Nutzung für die Körperhygiene auch im Sitzen. Dazu sollte der Spiegel so groß (mindestens 100 cm hoch) und so passend darüber angebracht sein, dass sich sein Nutzer sowohl in stehender als auch in sitzender Position in ihm gut sehen kann. Hier bietet sich eine Anbringung direkt über der oberen Kante des Waschbeckens an. Gibt es bei der Anbringung bzw. der Größe des Spiegels Probleme, so ist die Nutzung eines kippbaren Spiegels zu prüfen. Vor dem Waschbecken ist eine Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm bzw. 150 cm x 150 cm bei der Nutzung mit einem Rollstuhl vorzusehen.

Wie bei der Dusche oder der Badewanne ist auch beim Waschbecken die Nutzung einer Einhebel-Mischbatterie oder einer mit Sensoren ausgestatteten berührungslosen Armatur anzustreben. Diese sollte auch die Möglichkeit bieten, die maximale Wassertemperatur zu begrenzen. Um gut erreichbar zu sein, ist die Armatur in einem Abstand von maximal 40 cm vom vorderen Waschbeckenrand anzubringen.

Wenn geplant ist, das Waschbecken auch für die Haarwäsche zu nutzen, wäre die zusätzliche Installation einer kombinierten Waschbecken-Armatur mit Handbrause hilfreich. 

Unterfahrbares Waschbecken

Laut DIN 18040-2 für Wohnungen darf die Oberkante des Waschtisches maximal 80 cm über dem Fußboden liegen. Wird das Waschbecken auch mit einem Rollstuhl genutzt, sollte eine Unterputz- oder eine Flach-Aufputz-Siphon-Lösung gewählt werden. Dadurch lassen sich die notwendige Beinfreiheit (B/T: 90 cm x 55 cm) und Kniefreiheit (H/T: 67 cm x 30 cm) sicherstellen. 

Optimale barrierefreie Waschbecken zeichnen sich darüber hinaus durch integrierte Aufstehhilfen und Handtuchhalter sowie breite Auflageflächen für die Unterarme aus. Bei der Sanierung bzw. Neuplanung des Bades sollten ergänzend auch zusätzliche Ablageflächen und Steckdosen-Anschlüsse in Griffweite des Waschbeckens vorgesehen werden. Je nach Schädigung kann es ebenfalls angebracht sein, zusätzliche Haltegriffe oder weitere Hilfsmittel anzubringen (z.B. Teleskopspiegel).

Badehilfen – Häuslicher Bereich – Stützgriffe für Waschbecken und Toiletten
Stützgriffe im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Produktbeispiele für barrierefreie Waschbecken
im Contergan-Infoportal

Höhenverstellbarkeit

Abhängig von der Körpergröße und der individuellen Beeinträchtigung ist die als optimale empfundene Höhe des Wachbeckens sehr unterschiedlich. Deshalb kann es - insbesondere wenn mehrere Personen das gleiche Waschbecken nutzen - sinnvoll sein, ein Waschbecken mit manueller oder elektrisch stufenloser Höhenverstellung einzubauen. So kann sich jeder Nutzer die für ihn optimale Position des Waschbeckens einstellen. Die dafür genutzten Lifter-Systeme sind mit normalen, genormten Waschbecken nutzbar. Einige Lifter sind dabei auch mit einer Fernbedienung ausgestattet.

Produktbeispiele für Waschbecken-Lifter
im Contergan-Infoportal


WC


© Foto: Klinik Hoher Meißner
Barrierefreie Badgestaltung.

Je nach Art und Umfang der körperlichen Schädigung stellen die tägliche Hygiene und die eigenständige Nutzung der Sanitäreinrichtungen contergangeschädigte Menschen jeden Tag vor beträchtliche Herausforderungen. Neue Lösungen im Bereich der Sanitärtechnik können helfen unabhängiger und selbstbestimmter zu leben und die Privatsphäre zu wahren oder wieder zu schaffen. 

Höhenverstellbares WC

Auf dem Markt gibt es heute mehrere Varianten von höhenverstellbaren WCs. Dabei reicht die angebotene Überwindung von Höhenunterschieden – je nach Modell – von wenigen Zentimetern (7-8 cm) bis zu 50 Zentimetern. Dadurch können sowohl verschiedene Arten der körperlichen Einschränkung als auch unterschiedliche Körpergrößen der einzelnen Nutzer berücksichtigt werden. 

Dies ist darüber hinaus dann ein Vorteil, wenn behinderte und nichtbehinderte Menschen in einem Haushalt wohnen und sich auch ein Bad teilen. Beide können so eigenständig und ohne Hilfe das WC mit der für sie genau passenden Höhe benutzen. Dabei ist für die jeweilige Höhenverstellung nach Auskunft der Hersteller kein besonderer Kraftaufwand nötig. Sie erfolgt mit nur einem Handgriff und ist dadurch insbesondere auch für mehrfach körperlich eingeschränkte Menschen benutzbar. Für verschiedene Modelle ist auch eine Bedienung per Fuß möglich.

Grundsätzlich ist der Einbau eines höhenverstellbaren WCs in jedem Bad - direkt auf der Wand - möglich. Die für die Verstellung der WC-Höhe notwendige Hebekonstruktion wird direkt hinter dem WC angebracht und führt nur zu einer geringen Erhöhung des Platzbedarfs für das WC im Bad. Es gibt aber auch Unterputzmodelle. Die konkrete Umsetzung und die Wahl der WC-Kombination sollte vor Ort jedoch vorab mit einem Fachmann besprochen werden.

Produktbeispiele für höhenverstellbare WCs bzw. Liftlösungen
im Contergan-Infoportal

 

 


Dusch-WC

Das Dusch-WC bietet für viele contergangeschädigte Menschen die Möglichkeit, den Gang zum WC eigenverantwortlich, selbstbestimmt und weitgehend ohne fremde Hilfe anzutreten.

Dusch-WCs vereinfachen den Alltag und werden als Aufsatz oder Komplettlösung angeboten. Dabei kann die Bedienung - je nach Modell - über einen Rückenschalter, mit dem Fuß, dem Ellbogen, den Händen oder mit einer Fernbedienung erfolgen.

Beispiel: Bei der Bedienung über einen Ellbogenschalter erfolgt die Nutzung des WCs zum Beispiel zuerst wie gewohnt. Mithilfe des Ellbogens werden dann über eine seitliche Taste die WC-Spülung sowie die WC-Dusche aktiviert. Nachdem dieser Schalter nicht mehr betätigt wird, setzt ein warmer Luftstrom ein, welcher dann die sanfte Trocknung der Haut erledigt. 

Die jeweils individuell beste Lösung sollten Interessenten direkt in ihrem Bad mit einem Sanitärfachmann und – bei einer Mietwohnung – am besten auch dem Vermieter besprechen. So kann eine optimale Anpassung der geplanten Sanitärlösung an die individuellen Bedürfnisse des contergangeschädigten Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen Wohnumfeldes sichergestellt werden. 

Dusch-WCs sind heute genormte Modelle, die von jedem Sanitärfachmann z. B. als Aufputz-Modell im Bad installiert werden können und dabei die bisherige WC-Lösung einfach ersetzen.

Produktbeispiele für Dusch-WCs
im Contergan-Infoportal


WC-Duschaufsätze

Die WC-Duschaufsätze im GKV-Hilfsmittelverzeichnis

Im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen sind alle von der Leistungspflicht der Kranken- und Pflegekassen umfassten Hilfsmittel aufgeführt. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist dabei nur möglich, wenn die jeweiligen Produkte im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind. 

GKV-Spitzenverband - Hilfsmittelverzeichnis

Unter der Gruppennummer 33 (Toilettenhilfen) führt das Hilfsmittelverzeichnis für den häuslichen Gebrauch (Anwendungsort 40) auch WC-Aufsätze mit Wascheinrichtung (Untergruppe 05) auf. Hier sind die Angebote von zwölf verschiedenen Anbietern gelistet. 

Übersicht zu den Duschaufsätzen  

Produkt-NummerProduktbezeichnungAnbieter
33.40.05.0001 WC-VAmatSPAHN REHA GmbH
33.40.05.0002 Montafon Dusch-WC, WC-Aufsatz mit Wasch- und Trocknungseinrichtung MC 600Alfred Spannring
33.40.05.0003 Balena 6000, Art.-Nr. 003.268.00.2Geberit Balena AG
33.40.05.0004MWC-Aufsatz mit Wasch-, Abluft- und Trocknungseinrichtung, Art.-Nr. IB 7500RAlfred Spannring
33.40.05.0005Hyundai HDBR-600 elektronisches Bidet mit Einlauffunktion Art.-Nr. 4260139911011Hyundai Wacor GmbH
33.40.05.0006Dusch-WC Aufsatz Bidet Jasmin, Art.-Nr. AB-311Aspen International Europe BV
33.40.05.0007Hyundai HDBR-550 Elektronisches Bidet/Dusch-WC, Art.-Nr. 4260139912018Hyundai Wacor GmbH
33.40.05.0008AquaClean 5000plus, Art.-Nr. 146.110.11.1Geberit GmbH
33.40.05.0010Elektronisches Dusch-WC MEWATEC E300, Art.-Nr. EAN 4260139912520MEWATEC
33.40.05.0011aquamano Dusch WC-Aufsatz, Art.-Nrn. 9000, 9500Spannring Dusch-WC-Systeme
33.40.05.0012Automatisches Dusch WC, IB 3000DUKO Handels GmbH
33.40.05.0013Dusch-WC Aufsatz Aquatec Pure Bidet, Art.-Nr. 1558215Aquatec Operations GmbH

Quelle: Webportal zum Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes. https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home.action Zuletzt eingesehen am 7. September 2015


Ergänzende Tipps zum WC

Woran gilt es beim Einbau des WC noch zu denken?

Bei der Gestaltung eines barrierefreien Bades sollten in Bezug auf das WC noch folgende Punkte beachtet werden:

  • Ein barrierefreies WC benötigt eine Bewegungsfläche von 1,20 m x 1,20 m. Soll es auch für die Benutzung durch einen Rollstuhlfahrer geeignet sein, so ist eine Größe von 1,50 x 1,50 m einzuplanen. Das WC sollte dabei im Bad so installiert sein, dass für Rollstuhlfahrer eine Anfahrt parallel zum WC stattfinden kann.
  • In Bezug auf die Bewegungsflächen gilt es bei der Installation des WCs zu beachten:
    • seitlicher Abstand zur Wand oder anderen Objekten im Raum beträgt für ein barrierefreies WC mindestens 20 cm,
    • bei Nutzung des WCs durch Rollstuhlfahrer müssen auf einer Seite mindestens 90 cm und auf der anderen Seite 30 cm Platz frei gehalten werden.
  • Griffsysteme (Haltegriff, Stützgriff, Stützklappgriff oder Boden-Deckenstange) können die WC-Nutzung erleichtern. Sie bieten Betroffenen zusätzlichen Halt und vermitteln Sicherheit.
  • In Bädern und Sanitärräumen, die uneingeschränkt auch mit dem Rollstuhl nutzbar sein sollen, ist beim WC auch eine Rückenstütze vorzusehen. Diese separate Rückenstütze soll 55 cm hinter der Vorderkante des WC-Beckens montiert werden. Der WC-Deckel ist als alleinige Rückenstütze ungeeignet.

DUSCHEN


Bodengleiche Duschen

© Bette GmbH & Co. KG
Bodengleiche Dusche von Bette.

Während in den aktuellen Planungsgrundlagen zur DIN 18040-2 für barrierefreie Sanitärräume noch eine maximale Absenkung des Duschbodens um 2 cm aufgeführt wird, ist eine wirkliche Barrierefreiheit nur gegeben, wenn der Duschbereich eine Bodengleichheit mit dem Rest des Bades bzw. Sanitärbereiches aufweist. Aktuelle verfügbare Rinnensysteme ermöglichen es dabei, auf die Absenkung zu verzichten. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, einen größeren Fußbodeneinlauf einzubauen. Die Abführung des Duschwassers erfolgt bei bodengleichen Duschen entweder über ein neues Ablaufsystem an der Decke unterhalb der Dusche (Einbau einer zusätzlich abgehängten Decke im darunter liegenden Geschoss notwendig) bzw. über spezielle Membran-Duschwasserpumpen, die das Duschwasser in einen bereits vorhandenen, aber höher gelegenen Ablauf befördern.

Im Sitzen duschen

Ein weiteres Ausstattungselement einer barrierefreien Dusche kann ein Duschsitz sein. Er vereinfacht das Duschen für Menschen mit einer Gehbehinderung und bietet zusätzlichen Komfort beim Duschen. Dabei kann der Duschsitz entweder als

  • ein Klappsitz
  • ein Hocker oder Stuhl
  • ein Einhängesitz oder
  • als gefliester Sitzplatz in der Dusche

auftreten. Ein Duschsitz sollte im optimalen Fall hochklappbare Armlehnen sowie eine Rückenlehne haben. Duschhocker haben spezielle Armstützen aber keine Rückenlehne und sind deshalb weniger komfortabel. Alternativ wird deshalb manchmal auch ein Duschstuhl mit Rückenlehne und Armstützen gewählt.

Einstiegshilfen für die Duschwanne bzw. -tasse

Abhängig von der vorliegenden körperlichen Beeinträchtigung bzw. wegen einer späteren Verschlechterung der gesundheitlichen Situation kann contergangeschädigten Menschen das Ein- und Aussteigen aus einer normalen Badewanne oder einer Dusche mit üblicher Duschwanne bzw. -tasse immer schwerer fallen. Um dennoch nicht auf das selbstständige Duschen oder ein heißes Bad zu verzichten, gibt es spezielle Einstiegshilfen, die hier Unterstützung bieten. Neben einfachen Trittbrettstufen oder Schemeln mit rutschfesten Sohlen, die vor die Dusche oder Badewanne gestellt und/oder gelegt werden, um die Einstiegshöhe zu minimieren, sind dies insbesondere Duschrollsitze, Duschsitze mit Wandschiene und Drehsitze.

Duschrollsitze

Mit einem Duschrollsitz kann eine klassische Dusche mit Duschwanne bzw. Duschtasse genutzt werden, ohne über den Rand steigen zu müssen. Er bietet sich an, wenn z. B. bei einem Umzug eine größere Umbaumaßnahme des neuen Bades vermieden, die  vorhandene Dusche aber trotz Beeinträchtigung genutzt werden soll. Das Prinzip ist einfach erklärt. Der Betroffene setzt sich außerhalb der Dusche auf den Sitz und rollt sich dann nach hinten über den Duschwannenrand in die Dusche. Voraussetzung für einen solchen Duschrollsitz ist die Möglichkeit einer stabilen Befestigung an der Wand sowie eine Bewegungsfläche von ca. 1 m vor dem Duschbereich.

Duschsitze mit Wandschiene

Im Gegensatz zum Duschrollsitz, der fest in bzw. über der Duschtasse installiert ist, wird beim Duschsitz mit Wandschiene sowohl der Betroffene als auch der Sitz von außen in die Duschtasse geschoben. Er bietet gegenüber dem Duschrollsitz einen größeren Freiraum in der Dusche und gegenüber dem Drehsitz eine höhere Flexibilität in Bezug auf die letztendliche Positionierung unter der Dusche. Zur Installation und Nutzung eines solchen Duschsitzes mit Wandschiene sind eine stabile Wandbefestigung und ein entsprechender Freiraum neben der Dusche notwendig, um den Duschsitz besteigen zu können.

Drehsitze

Weitere Lösungen zur Überwindung des Duschwannenrandes ohne Umbau kann der Einsatz eines schwenkbaren Drehsitzes sein. Hierbei wird ein - an einer zwischen Fußboden und Decken fest installierten Stange – befestigter Drehsitz mit Haltestangen von außen in die Dusche geschwenkt. Der Sitz ist dabei in der Höhe verstellbar. Die Flexibilität in der Positionierung des Sitzes über bzw. in der Duschwanne ist begrenzt. Neben der Dusche wird außerdem ausreichend Platz für die Aufstellung der Haltestange und das Besteigen des Drehsitzes benötigt.

Je nach individueller Schädigung kann für die Nutzung der vorgestellten Hilfsmitteln zur Überwindung der erhöhten Umrandung einer Duschwanne bzw. Duschtasse die Unterstützung durch eine weitere Person notwendig sein.

Duschhilfen im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Badehilfen - Duschhilfen – Duschsitze an der Wand montiert
im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Badehilfen - Duschhilfen – Duschhocker
im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Badehilfen - Duschhilfen – Duschstühle
im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Weitere Informationen

Produktbeispiele für Dusch-Sitze
im Contergan-Infoportal


Ergänzende Tipps zur Dusche

Woran gilt es bei der Gestaltung der Dusche noch zu denken?

Für ein sicheres und komfortables Duscherlebnis sollten darüber hinaus unter Einbeziehung der Regelungen der DIN 18040-2 für Wohnungen die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Ein barrierefreier Duschplatz benötigt eine Bewegungsfläche von 1,20 m x 1,20 m. Soll er auch für die Benutzung durch einen Rollstuhlfahrer geeignet sein, so ist eine Größe von 1,50 m x 1,50 m einzuplanen.
  • Die Duschabtrennung ist – falls vorhanden – nach außen zu öffnen. Klarsicht-Duschwände und Türen müssen eine Sicherheitsmarkierung erhalten.
  • Rutschhemmende Bodenbeläge und die Installation spezieller Haltegriffe oder einer stabilen und gut erkennbaren, umlaufenden Haltestange (festhalten, abstützen) sorgen für zusätzliche Sicherheit. Der optimale Profilquerschnitt von Handläufen, Stütz- und Haltegriffen ist oval statt rund und liegt zwischen 3 und 4,5 cm.
  • Einbau von Einhebel-Duscharmaturen mit höhenverstellbarer Handbrause (Komfort und praktische Nutzbarkeit) und eingebautem Thermostat (Schutz vor Verbrühung). Alternativ können bei Bedarf auch berührungs- bzw. sensorgesteuerte Armaturen eingebaut werden.
  • Anpassung der Ablagemöglichkeiten an die spezifischen Bedürfnisse der Nutzer (individuelle Höhe, ausreichende Dimensionierung) für einfache Erreichbarkeit und hohen Nutzungskomfort.

Alle Ausstattungselemente sollten sich darüber hinaus visuell kontrastreich von ihrer Umgebung abheben (z. B. Armaturen, Lichtschalter etc.). Dies erleichtert insbesondere für Menschen mit einer Sehbehinderung die notwendige Orientierung im Bad. Menschen mit einer Sehbehinderung erkennen helle Farben vor einem dunklen Hintergrund am besten. Dabei sollten die geschaffenen Hell-Dunkel-Kontraste mindestens 30 Prozent betragen. 


BADEWANNE


© Bernhard Ruckert/Wunderwanne
Sitz-Liegewanne-Miami von Wunderwanne.

Eine Badewanne ist aus unseren Bädern kaum wegzudenken. Sie unterstützt die tägliche Körperhygiene und kann für therapeutische Zwecke genutzt werden. Für viele Menschen ist sie heute jedoch ein Synonym für Badevergnügen und Entspannung.

Dabei kann der Einstieg in eine Badewanne für contergangeschädigte Menschen - abhängig von der körperlichen Schädigung -  sehr beschwerlich und ohne zusätzliche Hilfsmittel teilweise nicht möglich sein. Diese Hilfsmittel gibt es in verschiedenen Arten und Ausstattungsvarianten. Sie reichen von einfachen Griffen bis zur kompletten Badewannen-Dusch-Kombination mit eingearbeiteter Tür in der Badewannenwand.

 

 


Einstiegshilfen

Bei den Einstiegshilfen unterscheidet man zwischen fest montierten Einstiegshilfen und mobilen Einstiegshilfen. Während die mobilen Einstiegshilfen, die nicht in die bauliche Substanz der Wohnung eingreifen, in einer Mietwohnung auch ohne Zustimmung des Vermieters angebracht werden können, sollte vor der Installation fest montierter Einstiegshilfen am besten die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden (z. B. Problem der Befestigung an gefliesten Wänden). 

Zu den mobilen Einstiegshilfen zählen neben Trittstufen oder kleinen Hockern mit rutschfestem Tritt und Standfüßen insbesondere mobile Griffe mit Saugnäpfen und Sicherheitsanzeige, am Rand der Badewanne zu befestigende Bügelgriffe (mit/ohne Bodenhalterung) oder auch zwischen Fußboden und Decke zu installierende Haltestangen.

Bei den fest installierten Einstiegshilfen gibt es ebenfalls Griffe und Haltestangen, größere Trittstufen in Kombination mit fest montierten Handläufen oder aber fest installierte Haltestangen mit Trittstufen und höhenverstellbaren sowie schwenkbaren Drehsitzen zur leichteren Überwindung der Badewannenwand.

Produktbeispiele für Einstiegshilfen
im Contergan-Infoportal


Badewannenlifter

Badewannenlifter können contergangeschädigte Menschen beim sicheren Einstieg in die bzw. den Ausstieg aus einer Badewanne unterstützen. Sie können die badende Person am Wannenrand aufnehmen und wie in einem Fahrstuhl in das Wasser und wieder zurück bewegen.

Grundsätzlich gibt es dabei Sitzlifte, Schwenklifte oder auch Luftkissen-Lifte. Die meisten Sitzlift-Modelle zeichnen sich durch eine stabile Sitzfläche, eine Rückenlehne mit integrierter Nackenstütze und unterstützende Hand- bzw. Haltegriffe aus.

Der Lifter wird bei Sitzliften mit Saugnäpfen am Badewannenboden befestigt. Der Hebeprozess selbst erfolgt dabei – je nach Modell – durch den Wasserdruck, eine mechanische oder auch eine elektrisch betrieben Hubvorrichtung. Badewannenlifte können dabei mobil oder fest fixierbar sein.

Badewannenlifter im Hilfsmittelverzeichnis der GKV

Badehilfen – Häuslicher Bereich – Badewannenlifter, mobil
im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Badehilfen – Häuslicher Bereich – Badewannenlifter, fixierbar
im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes

Weitere Informationen

Produktbeispiele für Badewannenlifter
im Contergan-Infoportal


Badewanne mit Tür

Eine Badewanne mit eingebauter Tür reduziert die Probleme beim Einstieg in die Badewanne, auch wenn ein komplett ebenerdiger Zugang bei dieser Technik bisher noch nicht ganz möglich ist. Je nach Modell ist die Höhe, die beim Einstieg in die Badewanne überwunden werden muss, vergleichbar mit der Herausforderung beim Einstieg in eine klassische Duschtasse. 

Beim geplanten Umbau eines Bades kann direkt eine entsprechende Badewanne mit eingebauter Tür genutzt werden. Es ist jedoch ebenfalls möglich, in eine bereits vorhandene normale Badewanne nachträglich eine Tür einzubauen, was den Aufwand für den Badewannenumbau reduziert.

Produktbeispiele für Badewannen mit Tür
im Contergan-Infoportal


Duschbadewanne

Eine Duschbadewanne kombiniert die Vorteile von Duschen und Badewannen auf geringem Raum. Damit eignet sie sich besonders für kleinere Bäder, in denen man sich sonst für eine der beiden Varianten entscheiden müsste.

Duschbadewannen sind auf einer Seite deutlich breiter (Duschzone). Einige von Ihnen haben zusätzlich eine Tür in der Badewannenwand, um die Nutzung im Rahmen einer barrierefreien Gestaltung des Bades und ein einfaches Ein- und Aussteigen zu ermöglichen.

Bei den Duschbadewannen mit Tür ist zu beachten, dass auch hier eine gewisse Schwellenhöhe überwunden werden muss. Sie ist jedoch nicht mit den Herausforderungen beim Überwinden des normalen Badewannenrandes vergleichbar und mit Hilfe zusätzlicher Trittstufen noch einfacher zu gestalten.

Produktbeispiele für Duschbadewannen
im Contergan-Infoportal


Sitzbadewanne

Sitzbadewannen können auch in kleinen Bädern installiert werden. Vom Platzbedarf vergleichbar mit einer Dusche, zeichnen sich Sitzbadewannen für das barrierefreie Bad durch eine Tür und einen eingearbeiteten, rutschfesten Sitz aus. Manche Sitzbadewannen verfügen zudem auch über einen Rückenlehne.

Durch die speziell eingearbeitete Tür ist ein fast ebenerdiger Zugang zur Badewanne möglich. Auch bei einer Sitzbadewanne ist - wie auch bei den anderen Badewannenmodellen -  die Nutzung einer Einhand-Badewannenarmatur mit Handbrause (Komfort und praktische Nutzbarkeit) und eingebautem Thermostat (Schutz vor Verbrühung) zu überlegen.

Produktbeispiele für Sitzbadewannen
im Contergan-Infoportal


Ergänzende Tipps zur Badewanne

Woran sollte man beim Einbau oder dem Austausch einer Badewanne noch denken?

  • Aufstellung der Badewanne - Im Normalfall werden Badewannen in Ecken oder Nischen eines Bades aufgestellt. Sollte der contergangeschädigte Mensch beim Baden jedoch die Unterstützung einer weiteren Person benötigen, so ist eine von drei Seiten zugängliche oder auch eine komplett freie Aufstellung der Badewanne im Bad anzustreben.
  • Bewegungsflächen – Vor der Badewanne ist eine ausreichende Bewegungsfläche von 120 - 150 cm.
  • Anti-Rutsch-Schutz - Vor der Badewanne und in der Badewanne können ergänzend Anti-Rutsch Streifen z. B. aus PVC-Material für zusätzliche Sicherheit beim Baden und Duschen angebracht werden. Dies kann auch nachträglich geschehen.

PRODUKT-TIPPS



Eingestellt von: T. Heckmann

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.