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Kosten und Finanzierung

30.11.2017

Was kostet die Anpassung?

Aufgrund der vielfältigen technischen Möglichkeiten sowie der notwendigerweise individuell an die jeweilige Schädigung angepassten Änderungen an einem Serienmodell, variieren die Kosten für die PKW-Umbauten je nach Auto und Anpassungsbedarf. Da hier teilweise sehr viele individuelle Anpassungen nötig sind, kann eine solche Fahrzeuganpassung im Einzelfall auch sehr teuer werden.

So kann zum Schluss entweder eine vierstellige Summe oder aber auch ein Betrag von 50.000 Euro und mehr auf der Rechnung für den PKW-Umbau stehen. Nach Erfahrungswerten des VdK kostet der Einbau eines Schwenksitzes auf der Beifahrerseite etwa 3.000 Euro. Die Handbedienanlage für Gas und Bremse gibt es ab 2.500 Euro zuzüglich dem benötigten Automatikgetriebe. Der Heckeinstieg für Rollstuhlfahrer in einen Hochdachkombi beginnt bei 7.000 Euro.1

Neue Mobilitätslösung

Eine komplette Mobilitätslösung, wie sie z. B. von ELBEE auf der Rehacare 2015 in Düsseldorf gezeigt wurde (s. linkes Bild), scheint da schon fast preiswert. Über die ferngesteuerte vordere aufklappbare Tür kann man mit einem mechanischen oder elektrischen Rollstuhl direkt in das Fahrzeug hinein fahren. Dort wird dieser fixiert, die Tür wird geschlossen und los geht es. Eine besondere Lösung für mehr Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Das Auto inkl. Standard-Modifikation für die Handsteuerung kostet nach Herstellerangaben 20.000 Euro plus Mehrwertsteuer.

In den folgenden Monaten entsteht hier ein Überblick über die Kosten verschiedener relevanter Fahrzeuganpassungen bzw. PKW-Umbauten auf der Basis von Umfragen bei den einzelnen Umbaubetrieben.


Finanzierungshilfen beim PKW-Umbau

© Zerbor / Fotolia.com
Taschenrechner auf Geldscheinen.

Wer unterstützt den Kauf und die Anpassung eines Autos?

Bei berufstätigen contergangeschädigten Menschen

Solange ein Betroffener noch erwerbstätig ist, kann er Finanzierungshilfen zur Beschaffung eines Kraftfahrzeuges in Anspruch nehmen, die von den zuständigen Rentenversicherungsträgern (LTA) oder Integrationsämtern gewährt werden (können).

So ist gesetzlich geregelt, dass Betroffene, die wegen ihrer Behinderung nicht nur vorübergehend auf ein Auto angewiesen sind, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, Leistungen nach den Bestimmungen der Kraftfahrzeughilfeverordnung (KfzHV) erhalten können. 

Dabei handelt es sich um

  • Zuschüsse zur Beschaffung eines Kraftfahrzeugs
  • Übernahme der Kosten der behinderungsbedingten Zusatzausstattung (PKW-Umbauten)
  • Zuschüsse zur Erlangung einer Fahrerlaubnis

 

Nicht berufstätig?

Contergangeschädigte Menschen die nicht oder nicht mehr erwerbstätig sind, können die Leistungen der KfzHV leider nicht in Anspruch nehmen. Eine Alternative hierzu wäre die Möglichkeit, sich die bereits bewilligte Contergan-Rente ganz oder auch nur teilweise für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren im Voraus auszahlen zu lassen. Dies ist z. B. möglich, um ein Auto zur Teilhabe am sozialen Leben umzurüsten. Dabei muss der Antrag auf eine sogenannte Rentenkapitalisierung vor der Umrüstung bzw. den PKW-Umbauten gestellt werden.

Leider ist die Kapitalisierung der Rente aktuell nur bis zum 55. Lebensjahr möglich. Weitergehende Informationen zum Thema Rentenkapitalisierung erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der Conterganstiftung unter der Telefon-Nummer 0221 3673 3673 oder per E-Mail via geschaeftsstelle@contergan.bund.de

Link-Tipp

Auf den Seiten der Stiftung MyHandicap gemeinnützige GmbH stehen Fachexperten für den Bereich Mobilität unentgeltlich mit Rat und Tat zur Seite. Ein Schwerpunkt ist dabei auch der Bereich PKW-Umbauten und Finanzierung.


Eingestellt von: T. Heckmann

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