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Ausstellungen zu Hilfsmitteln

30.11.2017

Vor Ort gefunden

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten auch verschiedene Ausstellungen und Musterwohnungen besucht, die für Betroffene verschiedene Hilfsmittel-Angebote zum Anschauen, Prüfen und Austesten zur Verfügung stellen. Hier sind unsere Fundstücke dazu.

Beratungszentrum Hamburg
Hilfsmittel-Fundstücke aus Hamburg
Hilfsmittel in der Musterwohnung BEATE


BERATUNGSZENTRUM HAMBURG

22.05.2017

Besuch beim Verein „Barrierefrei Leben e.V.“ in Hamburg

CIP war in Hamburg beim Verein „Barrierefrei Leben e. V.“ zu Besuch. Ursprünglich im Rahmen eines Modellprojektes in der zweiten Hälfte der 80er Jahre als „Hilfsmittelberatung für behinderte Menschen e. V." gegründet, besteht der Verein seit 1994 unter seinem aktuellen Namen.

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, behinderte und ältere Menschen und deren Angehörige sowie Hamburger Vereine und Sozialeinrichtungen zu informieren und zu beraten. Um dies praktisch umzusetzen betreibt der Verein in Hamburg u. a. das Beratungszentrum für Technische Hilfen & Wohnraumanpassung sowie eine deutschlandweite Internet-Plattform, die auch für contergangeschädigte Menschen jede Menge Tipps und Anregungen bereithält.


Ausstellungs-Impressionen


Dabei bietet „Barrierefrei Leben e. V.“ insbesondere

  • Informationen und Beratung zur Auswahl, den Einsatzmöglichkeiten und der Beschaffung von technischen Hilfsmitteln,
  • Beratungsangebote und Vorschläge für individuellen, behinderungsbedingten Wohnungsumbau,
  • Mitarbeit und Beratung bei der Planung von barrierefreien (öffentlichen) Gebäuden,
  • Aufnahme von Anwendererfahrungen, Anregungen und Vorschlägen, die zur Verbesserung der Hilfsmittel und der Hilfsmittelversorgung führen
  • Planung und Mitarbeit bei Modellprojekten auf nationaler und internationaler Ebene
  • Schulungsangebote zum Einsatz technischer Hilfsmittel für Fachkräfte, die in der Hilfsmittelversorgung tätig sind bzw. die beruflich mit Hilfsmitteln arbeiten.

Die Hansestadt Hamburg trägt dabei jährlich circa 80 % der Mittel zum Haushalt des Beratungszentrums bei. Die verbleibenden 20 % muss der Verein von Sponsoren, bezahlter Beratung und Schulung von Pflegekräften, Handwerkern sowie weiterer Experten aus dem Bereich der Versorgung behinderter und älterer Menschen aufbringen. Provisionen von Ausstellern werden dagegen nicht angenommen.

Demo für Sanitär-Handwerker.
Demo-Installation für die Schulung von Handwerkern.

Vor dem Hintergrund dieser Finanzierung ist die Beratung nur für Hamburger Bürgerinnen und Bürger sowie für soziale Institutionen und Behörden. Für diese sind Beratung und Ausstellungsbesuch kostenlos.. 

Interessenten aus anderen Bundesländern Deutschlands verweist der Verein auf sein Internet-Portal „Online-Wohn-Beratung“, welches mit Unterstützung des BMG bis Ende 2017 um einen Ratgeber „Hilfsmittel für die häusliche Pflege“ ergänzt wird. 

Im Rahmen des Portals informiert „Barrierefrei Leben e. V.“ auch contergangeschädigte Menschen bereits heute darüber, wie man möglichst lange, möglichst eigenständig und selbstbestimmt in seinem aktuellen Zuhause Wohnen, mobil bleiben, Sturz- und Unfallgefahren vorbeugen sowie den Wohnkomfort und die Lebensqualität verbessern kann. Dabei werden je nach vorhandener Situation oder Problemlage spezifische Informationen und Tipps zu Hilfsmitteln, Umbaumaßnahmen oder einem barrierefreien Neubau präsentiert und Lösungsmöglichkeiten, Beschaffungswege, Kostenträger und Fördermittel vorgestellt.

In allen seinen Beratungsaktivitäten sieht sich der Verein dabei einer strikten Neutralität verpflichtet. Die Beratung erfolgt deshalb

  • neutral und herstellerunabhängig,
  • immer mit dem Menschen im Mittelpunkt,
  • pragmatisch sowie
  • lösungs- und nicht produktorientiert.

Die Ausstellung ist so konzipiert, dass unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, gezeigt werden. Pro Unterstützungsmöglichkeit können aus Platzmangel nur wenige Produkte präsentiert werden (teilweise auch abwechselnd). Der Besuch der Ausstellung soll den Ratsuchenden somit einen umfassenden und  vielfältigen Einblick in potentielle Hilfen und Unterstützungsangebote bieten.

Alle Ausstellungsstücke sind Leihgaben von Herstellern und nicht von Sanitätshäusern. Grundsätzlich gibt es für die Hersteller auch die Möglichkeit des Sponsorings durch Anmietung einer Werbefläche, um  die Arbeit des Beratungszentrums zu unterstützen. Sie können Informationen über eigene Angebote für die Besucher zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen sind jedoch (1) räumlich (Vorraum im Eingangsbereich) von der eigentlichen Ausstellung getrennt und haben (2) keinen Einfluss auf die Präsentation und Platzierung entsprechender Produkte in der Ausstellung selbst.

Eine weitere Besonderheit der Hamburger Ausstellung ist die Integration vieler Ausstellungsstücke in die normalen Büro- und Ausstellungsräume des Vereins, wo sie von Vereinsmitarbeitern und Besuchern ganz normal genutzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel (Vergrößerung der Bilder durch Doppelklick auf das Bild):

Fenstergriff-Verlängerung im Büro.

Griffverlängerungen zum Fensteröffnen in den Büros,

Doppelfunktion: WC als Ausstellungsstück und in täglicher Benutzung.

WC-Einrichtungen der Ausstellung zum Benutzen durch Mitarbeiter und Besucher,

In der barrierefreien Küche der Beratungsstelle in Hamburg.

eine barrierefreie, auch von den Mitarbeitern genutzte Küchenzeile, sowie

Automatisch öffnende Türen in der Hamburger Beratungsstelle.

sich automatisch, elektrisch öffnende Türen. 

Mit der gleichzeitigen praktischen Nutzung von Ausstellungsstücken im normalen Vereinsleben und durch die Besucher (z. B. die WC’s) sollen vor allem Barrieren abgebaut werden und die Ausstellungsstücke „zum Leben erweckt werden“. Dies hilft auch, den Benutzern deren praktische Nutzung im Alltag besonders realitätsnah zu präsentieren.

Etwa 900 individuelle Beratungen werden so pro Jahr in der Hamburger Richardstraße umgesetzt. Dazu kommen noch Telefonberatungen sowie zusätzlich ca.  70 Gruppenführungen und Schulungen. Also viel zu tun für das kleine Team der Beratungsstelle.

Das Beratungsteam aus dem Beratungszentrum für Technische Hilfen und Wohnraumanpassung in Hamburg. © Barrierefrei Leben e.V.
Das Team der Beratungsstelle in Hamburg im Gruppenfoto.

Natürlich haben wir die Hamburger BeraterInnen zum Abschluss unseres Besuches auch noch nach den besonders gefragten Themen in der Ausstellung und der Beratungsstelle gefragt. Eine Zeit lang habe es einen besonderen „Run“ auf Fensterhebel und Aufstehstühle gegeben. Grundsätzlich wären aber die Themen Badeinrichtung und Badumgestaltung, das Aufsuchen und Verlassen der nicht stufenlos erreichbaren Wohnung sowie die Nutzung kleiner Alltagshilfen immer von großer Bedeutung für die Besucher.

Auch wenn - aufgrund der besonderen Finanzierungssituation – aktuell nur contergangeschädigte Menschen aus Hamburg die Angebote des "Vereins Barrierefrei Leben e. V." vor Ort nutzen können, bieten die ergänzenden Angebote im Internet ein umfassendes und hilfreiches Informationsangebot zur Barrierefreiheit für Betroffene in allen anderen Bundesländern, welches kontinuierlich erweitert wird.


Blick in den Eingangsbereich der Hamburger Beratungsstelle.




Im Bild sehen Sie den Eingangsbereich in Hamburg. Hinter der Glasschiebetür befindet sich der kleine Sponsoren-Bereich, direkt hinter bzw. vor der Eingangstür zum - klar davon getrennten -  Ausstellungsbereich. Hier dürfen Sponsoren ihre Broschüren auslegen (Vergrößerung mit Doppelklick auf dem Bild).


Kontakt

Barrierefrei Leben e.V.
Beratungszentrum
Richardstraße 45
22081 Hamburg

Telefon: 040 299956-0 (für Terminvereinbarungen)
Fax: 040 293601
E-Mail: beratung@barrierefrei-leben.de 

Ansprechpartnerin für Vereinsangelegenheiten
Karin Dieckmann
Telefon: 040 2999 5658
E-Mail: beratung@barrierefrei-leben.de 

Ansprechpartner für online-wohn-beratung.de
Dieter Wiegel
Projektleiter
Telefon: 040 2999 5636 (keine telefonische Beratung)
E-Mail: info@online-wohn-beratung.de 

Weitere Informationen

Barrierefrei Leben e.V.
Verein für Hilfsmittelberatung, Wohnraumanpassung und barrierefreie Bauberatung
http://www.barrierefrei-leben.de 

Beratungszentrum für Technische Hilfen & Wohnraumanpassung
http://www.barrierefrei-leben.de/beratungszentrum.0.html 

Deutschlandweite Wohnberatung per Internet
durch Barrierefrei Leben e.V.
https://www.online-wohn-beratung.de 

22.05.2017

Weitere Informationsmaterialien

Info-Faltblatt für Hamburger Bürgerinnen und Bürger (PDF-Datei, 659 KB)
Informationen zur Hilfsmittelfinanzierung (PDF-Datei, 105 KB)
Finanzierungsmöglichkeiten zur Schaffung behindertengerechter Wohnungen (PDF-Datei, 112 KB)

Grundinformationen zu Hausnotruf-Systemen (PDF-Datei, 39 KB)
Broschüre "20 Jahre Beratungszentrum 1991-2011" (PDF-Datei 5,4 MB)
Info-Faltblatt zur Onlineberatung von Barrierefrei Leben e.V. (PDF-Datei, 1,5 MB)

Verwandte Artikel

Musterwohnungen im
Contergan-Infoportal CIP




Quellen: Verein „Barrierefrei Leben e.V.“, Herstellerinformationen und eigene Recherchen.
Autor: T. Heckmann
Erstellt: 13.04./22.05.2017


FUNDSTÜCKE AUS HAMBURG

Bei unserem Besuch im Hamburger Beratungs-Zentrum sind uns in der dortigen Ausstellung zu den Hilfsmitteln und praktischen Helfern einige Ausstellungsstücke besonders aufgefallen. Diese möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen.

Rutschfeste Folien-Streifen für Dusche, Wanne und Bad.



Safety Step
Sicherer Halt in Dusche und Wanne
Folien-Streifen je 30 cm x 2 cm

Kontakt:
Schumacher
Pottenhauser Straße 3
32791 Lage

Telefon: 05232 929888

Fenstergriff-Verlängerung im Büro.



Fenstergriff-Verlängerung
Professionelle Lösung für barrierefreies Wohnen

Kontakt:
Tischlerei Herbert Wittern
Kimbernstieg 12
22455 Hamburg
E-Mail: mail@fenstergriffverlaengerung.de 

WC mit Verschiebemöglichkeit nach oben, unten, links und rechts.



Comfort-WC

Bewegung nach oben, unten, rechts oder links

Kontakt:
HEYSAN
Sanitär und Sanitätstechnik
Am Nordhang 1
30453 Hannover
Telefon: 0511 9402414
E-Mail: info@heysan.de 

Türschwellenbühne für nachträglichen Einbau.



Türschwellenbühne
für ein
barrierefreies und selbstbestimmtes Leben zuhause

MOWI-Systems
Telefon: 05068 933 4198
Telefax: 05068 933 4199
E-Mail: wege@mowi-systems.de 


MUSTERWOHNUNG BEATE

Wichtiger Hinweis

Informationsschild zur Musterwohnung BEATE an der Tür.

Bitte beachten Sie, dass die Serviceangebote der Beratungsstelle sowie der Musterwohnung aufgrund der Finanzierung durch die Landkreise nur den Bürgern der beteiligten Landkreise (Schwarzwald-Baar-Kreis, Rottweil und Tuttlingen) nach telefonischer Anmeldung zur Verfügung stehen.

Ihre Ansprechpartnerinnen

Katja Porsch & Maren Koffler
Beratungsstelle
„Alter & Technik“

Am Hoptbühl 2, 78048
Villingen-Schwenningen

Telefon: 07721 913 7135
Fax: 07721 913 8135
E-Mail: K.Porsch@Lrasbk.de 

06.04.2017

Schwarzwald-Baar-Kreis

Unser Weg führte uns dieses Mal nach Baden-Württemberg, in die Beratungsstelle Alter & Technik des Schwarzwald-Baar-Kreises mit ihrer Musterwohnung BEATE.

Gruppenporträt: Das Team der Beratungsstelle Schwarzwald-Baar-Kreis.

Das Team der Beratungsstelle in Villingen-Schwenningen (v.l.): Frau Porsch und Frau Koffler (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Herr Buschle (Rottweil).

Die Idee

Bereits heute gibt es eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsmitteln, um eine Wohnung barrierefreier zu gestalten. Dabei ist es oft schwierig, einen Überblick über vorhandene Angebote zu erhalten und darüber hinaus dann auch noch einschätzen zu können, welche Angebote für die individuelle Situation am geeignetsten wären. Für viele contergangeschädigte Menschen bleibt hier oft nur die Methode „Versuch – Irrtum“. Man kauft ein Hilfsmittel, testet es und es funktioniert oder wird zur Seite gelegt. Alternativ werden Bekannte und Freunde gefragt, ob sie eine Idee oder bereits Erfahrungen mit einem spezifischen Hilfsmittel hätten. Vor diesem Hintergrund entschied man sich 2011 im Schwarzwald-Baar-Kreis für die Bürger eine eigene Beratungsstelle einzurichten. Neben einer ausführlichen und individuellen Beratung, kommen die Mitarbeiter auch zu Hausbesuchen. Hilfsmittel können ausgeliehen und getestet werden und es gibt Informationen zu Bezugsquellen, Finanzierungsmöglichkeiten und geeigneten Handwerkern. Die Beratung (nach Terminabsprache) ist dabei für die Bürger des Schwarzwald-Baar-Kreises sowie der Landkreise Rottweil und Tuttlingen kostenlos und erfolgt neutral und unabhängig. Finanziert wird das Angebot über die Landkreise. 

Im Laufe der Zeit stapelten sich im Büro von Katja Porsch, der Leiterin der Beratungsstelle, jedoch die Hilfsmittel und der Bedarf nach einer neuen Lösung wurde immer größer. Seit 2014 gibt es nun zusätzlich zur Beratungsstelle die Musterwohnung BEATE. Dabei steht BEATE für 

B arrierefrei wohnen

E rleben und ausprobieren

A lltagshelfer

T echnische Unterstützung

E inzelberatung.

Die Umsetzung

Die Musterwohnung BEATE in der Gewerbeschule in Villingen-Schwenningen ist eingerichtet wie eine kleine Wohnung mit den Bereichen Flur, Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche sowie einem kleinen Beratungsbereich. Einzeln oder in Gruppen können sich hier auch contergangeschädigte Menschen ausführlich die Funktionen der vielen verschiedenen Hilfsmittel erklären lassen, die Hilfsmittel selbst ausprobieren und alle Fragen zum Erwerb, zur Finanzierung und zum Einbau stellen. An jedem Ausstellungsstück hängt ein kleiner Zettel mit einem Bild des Hilfsmittels, Informationen zum Produkt, dem Preis und zu Bezugsmöglichkeiten, den sich Interessenten als Denkstütze mitnehmen können. Für die technischen Geräte, wie z. B. Waschmaschinen, Backöfen, Mikrowellen, gibt es darüber hinaus Checklisten zur Barrierefreiheit zum Mitnehmen. Die Ausstellungsstücke werden dabei von der Beratungsstelle selbst oder mit Hilfe von Sponsoring finanziert. Manchmal kommt es auch zu Schenkungen von dankbaren Bürgern, wie beim Treppensteiger Scalamobil. 

Zusätzlich hat das Landratsamt zwei umfangreiche Broschüren zum Mitnehmen erarbeitet. Die „Alterszeit“ ist ein Regio-Wegweiser mit Adressverzeichnis zu allen Fragen rund um Pflege, Wohnen und Beratung. In der Broschüre „Besser Wohnen im Alter“ gibt es einen Überblick über alle in der Musterwohnung vorgestellten Hilfsmittel sowie umfangreiche Tipps zur Barrierefreiheit. 

Insgesamt haben im letzten Jahr 2.560 Bürger die Informationsangebote der Beratungsstelle und der Musterwohnung genutzt. Durchschnittlich jeden 2. Tag kommt es dabei zu Akutberatungen aufgrund einer aktuell eingetretenen Pflegesituation bzw. der Verschlechterung einer bestehenden Situation. Was das Team um Katja Porsch dabei in den letzten Jahren beobachtete, ist das zunehmende Angebot aber auch die zunehmende Akzeptanz technischer, elektrischer bzw. elektronischer Hilfsmittel. Dies würde sich bisher jedoch noch nicht in den Erstattungskatalogen der Kranken- und Pflegekassen widerspiegeln. Nach Gesprächen mit deren Vertretern sieht Katja Porsch aber auch hier ein Umdenken. 

Einen weiteren Trend sehen die Mitarbeiter der Beratungsstelle im Bereich smarte Lösungen. Bereits vorhandene Lösungen oder Applikationen für Internet oder mobile Nutzung werden so angepasst, dass sie auch den Pflegeprozess unterstützen. Das hat den Vorteil, dass die Betroffenen bzw. ihre Angehörigen mit den Grundprinzipien der Bedienung aus ihrem täglichen Leben bereits vertraut sind und Hemmschwellen der Nutzung deshalb niedriger sind. Komplett durchtechnisierte „Ambiant Assisted Living“-Lösungen (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben) sind noch eher selten vertreten. Neben den hohen Kosten liegt das vor allem an Problemen der Praktikabilität. Der Schwerpunkt in der Beratung liegt in Villingen-Schwenningen deshalb auf der Nachrüstung. Ein Bedarf tritt oft akut auf und dann bleibt meist keine Zeit für langwierige Planungen und komplette Umbauten. Hier gilt es schnell, unkompliziert und pragmatisch Lösungsmöglichkeiten zu schaffen, welche die vorhandene Situation vor Ort berücksichtigen und schnell Hilfe und Unterstützung bieten.

Die Partner

Um eine erfolgreiche Beratung zu sichern, geht es nicht ohne Partner. Neben einer engen Zusammenarbeit mit den regionalen Pflegestützpunkten sind dabei vor allem auch die Wohnungsgesellschaften, die Industrie-und Handelskammer, Handwerker, Architekten, Pflegeschulen und Hochschulen bei der Beratungsstelle mit im Boot. In gemeinsamen Projekten versuchen sie auch neue Lösungen für Fragen der Barrierefreiheit zu finden und gefundene Ideen praktisch zu testen. Die Musterwohnung ist aber auch für die Hersteller der Hilfsmittel interessant. So zeigten sich nicht nur einmal Schwächen bestimmter Lösungsangebote beim konkreten Testen in der Musterwohnung. Diese wurden zurückgemeldet und z. B. beim Bedienungsfeld eines Herdes zeitnah praktisch überarbeitet und umgesetzt.

Praktische Tipps

Bei einem ausführlichen Rundgang durch die Musterwohnung stellten uns Frau Porsch, Frau Koffler sowie Herr Buschle verschiedenste Hilfsmittel praktisch vor, von denen wir Ihnen hier einige vorstellen möchten:

Türsprechanlage mit Fingerprint und Video

Türsprechanlage mit Fingerprint und Video

Ein Hauszugangssystem, das Sicherheit und Komfort bietet. Ein Schlüssel ist nicht mehr nötig. Im System können darüber hinaus einfach und unkompliziert die Fingerabdrücke mehrerer Personen gespeichert werden. Durch die Videoübertragung kann zusätzlich gesehen werden, wer vor der Tür steht.

Hersteller: ELRO
Preis: Etwa 275,00 - 290,00 Euro
Link: Zum Angebot

Hilfen im Haushalt

Mülleimer mit Bewegungssensor

Mülleimer mit Bewegungssensor

Der Mülleimer öffnet sich automatisch, sowie man in die Nähe des batteriebetriebenen Sensors kommt. Nach kurzer Zeit schließt er sich auch wieder automatisch.

Hersteller: Jago
Preis: Zwischen 29 Euro (30 Liter) und 43 Euro (62 Liter)

Multi-Deckelöffner

Multi-Deckelöffner

Erleichtert das Öffnen festsitzender Schraubdeckel verschiedener Größen (von 4 bis 8 cm Durchmesser).

Hersteller: z. B. Ernesto oder GIMARS
Preis: Zwischen 3 und 15 Euro
Link: Zum Angebot

Schlüsseldrehhilfe

Schlüsseldrehhilfe

Mit Hilfe des großen Griffes können kleine Schlüssel einfacher und mit weniger Kraftaufwand im Schloss gedreht werden. Geeignet für mehrere Schlüssel.

Hersteller: z. B. Vitility
Preis: Zwischen 4 und 10 Euro
Link: Zum Angebot

Tuben-Ausdrückhilfe

Tuben-Ausdrückhilfe

Sie ermöglicht es dem Nutzer Tuben ohne großen Kraftaufwand vollständig zu entleeren.

Hersteller: Vitility
Preis: Etwa 5 Euro
Link: Zum Angebot

Kommunikation

Modische Notrufuhr mit integrierter SIM-Karte

Modische Notrufuhr mit integrierter SIM-Karte

Sie verfügt neben der klassischen Uhrenfunktion über eine SOS-Notruftaste für eine Schnellwahl im Notfall und kann die exakte Position des Trägers übermitteln (via SMS, E-Mail oder Tracking-Portal). Zusätzlich kann sie auch als Handy-Ersatz fungieren. Hierzu ist sie mit einem Mikrofon und einem Lautsprecher für das Telefonieren (inklusive Freisprech-Option) ausgestattet und kann auf Wunsch alle auf dem Telefonbuch der SIM-Karte gespeicherten Nummern anrufen.

Hersteller: Locixx
Preis: ca. 400 Euro
Link: Zum Angebot

Abspiel- und Lesegeräte

CD und DAISY-Dateien-Player „Victor Reader Stratus“

CD und DAISY-Dateien-Player „Victor Reader Stratus“

Der Player bietet die Möglichkeit nicht nur normale Musik-CD oder ein Hörbuch sondern auch Dateien im DAISY-Format zu lesen und abzuspielen (z. B. Angebote der Westdeutschen Blindenhörbücherei)

Hersteller: HumanWare
Preis: Etwa 420 – 480 Euro
Link: Zum Angebot

Stationäres Bildschirmlesegerät

Stationäres Bildschirmlesegerät

Hiermit können Texte, Bilder, Fotos und vieles mehr vergrößert und auf einem Bildschirm angesehen werden. Die Bedienung ist einfach und intuitiv und das Gerät ist verordnungsfähig. Erweiterungsmöglichkeit: Touchscreen-Monitor mit Vorlesefunktion.

Hersteller: Optelec
Preis: Etwa 2.300 - 4.755 Euro (je nach Ausstattung)
Link: Zum Angebot

Vorlesegerät ClearReader LS20 CR+

Vorlesegerät ClearReader LS20 CR+

Mit Hilfe einer Kamera werden die Texte erfasst und mit Hilfe einer integrierten Texterkennungssoftware in eine Hörversion umgewandelt und ausgegeben. Das Gerät funktioniert mit Netzanschluss oder Akku, kann komplette DIN A4-Seiten wiedergeben und ist verordnungsfähig.

Hersteller: Optelec
Preis: Etwa 3.930 Euro
Link: Zum Angebot

Langstielige Hilfsmittel

Langstielige Toilettenbürste (WC-Garnitur Komfort)

Langstielige Toilettenbürste
(WC-Garnitur Komfort)

Hersteller: Vertrieb Westfalia
Preis: Etwa 8 - 20 Euro
Link: Zum Angebot

Langstielige Kehrgarnitur

Langstielige Kehrgarnitur

Hersteller: Oxo Good Grips
Preis: Etwa 20 - 25 Euro
Link: Zum Angebot

Bitte beachten Sie

Die Serviceangebote der Beratungsstelle sowie der Musterwohnung stehen - aufgrund der Finanzierung durch die Landkreise - nur den Bürgern der beteiligten Landkreise (Schwarzwald-Baar-Kreis, Rottweil und Tuttlingen) nach telefonischer Anmeldung zur Verfügung.

Kontakt

Katja Porsch und Maren Koffler
Beratungsstelle „Alter & Technik“
Am Hoptbühl 2
78048 Villingen-Schwenningen

Tel.: 07721 913 7135
Fax: 07721 913 8135
E-Mail: K.Porsch@Lrasbk.de

Kontakt für den Landkreis Rottweil

Florian Buschle
E-Mail: F.Buschle@Lrasbk.de 

Musterwohnung BEATE
(nach telefonischer Terminvereinbarung)
in Schwenningen


Eingestellt von: T. Heckmann

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