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Thema des Monats Januar 2016: Barrierefrei Zuhause

Barrierefreiheit Zuhause

Bei der barrierefreien und an die individuelle Schädigung angepassten Gestaltung der eigenen "vier Wände" gibt es heute viele Unterstützungsangebote und Lösungsoptionen. Wir bieten einen Überblick über vorhandene Ansatzpunkte für die barrierefreie Gestaltung der Wohnung oder auch des Hauses, beispielhafte Produktlösungen und potentielle Partner für die Planung und Umsetzung der jeweiligen Wohnraumanpassungen. Aktueller Schwerpunkt: der Wohnbereich.

In der „DIN 18040-2 Wohnungen“ sind die Ausführungen zum Wohnzimmer sehr kurz gehalten. Sie beschränken sich auf den Hinweis, bei nutzungstypischer Möblierung an ausreichend Bewegungsflächen zu denken. Dabei sollte wenigstens eine Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm bzw. 150 cm x 150 cm (bei Nutzung durch Rollstuhlfahrer) vorgesehen sein. Vor Möbel sollten laut DIN grundsätzlich Bewegungsflächen mit einer Mindesttiefe von 90 cm bzw. 150 cm (bei Nutzung durch Rollstuhlfahrer) eingeplant werden.1 

Auch die verschiedenen Checklisten, die zum Thema Barrierefreies Wohnen z.B. im Internet angeboten werden, sind in Bezug auf das Wohnzimmer eher knapp gehalten. Zu den oft erwähnten Gestaltungs-Tipps und Anregungen zählen dabei:

Bequeme Sitzmöglichkeiten

  • Kann die Höhe der Sitzmöbel angepasst werden?
  • Sind Armstützen oder Aufrichthilfen verfügbar?
  • Sind ausreichende Bewegungs- und Freiflächen vorhanden?

Möbel und Schränke

  • Standsichere Möbel ? Möglichkeit zum Abstützen bei Bedarf
  • Gute Erreichbarkeit der Ablagen
  • Rollstuhlfahrer
    • Genügend Freiraum zur seitlichen Anfahrt
    • Unterfahrbarkeit von Regalen und Schränken
    • Wohnzimmertisch um- und voll unterfahrbar

Vermeidung von Stolperfallen

  • Schnurloses Telefon statt Kabelsalat am Boden.
  • Vorsicht bei Teppichen oder Läufern. Diese können zu Stolperfallen werden.

Beleuchtung

  • Einfache Erreichbarkeit und Bedienung der Schalter sicher stellen
  • Regulierbare Lichtquelle für optimale Beleuchtung
  • Mischung direkter und indirekter Beleuchtung
    • Indirekte Basis-Lichtquelle für ausreichende Zimmerausleuchtung.
    • Zusätzlich mehrere zielgerichtete Lichtquellen ? ausreichend Licht für Hobbys auch am Abend.

Fenster

  • Die Gestaltung der Fenster sollte auch in sitzender Position einen Blick in die Umgebung ermöglichen (Brüstung ca. 60 cm über OFF (Oberfläche Fertigfußboden)).
  • Sind die Fenstergriffe gut zu erreichen (DIN: zwischen 85 cm bis 105 cm liegen, oder mindestens ein Fenster automatisch zu öffnen)?
  • Sind die Fenster ohne großen Kraftaufwand leicht zu öffnen und zu schließen?

Tür zum Balkon/zur Terrasse

  • Ist die Tür leicht zu öffnen und zu schließen?
  • Ist der Übergang schwellenfrei?

Sonstiges

Telekommunikation

  • Ist ein Telefonanschluss auch im Wohnzimmer verfügbar?
  • Gibt es zusätzliche optische Signale für Telefon und Türklingel für hörgeschädigte  Menschen?

Computer

Computertisch

  • Besteht die Möglichkeit einer ergonomischen Anpassung in der Höhe und beim Neigungswinkel des Tisches.

Computer-Bedienung

  • Ergonomische Gestaltung der Maus zur Entlastung der Hand
  • Nutzung spezieller Kontrast-Tastaturen zur besseren Bedienung
  • Nutzung alternativer Bedienelemente neben der Maus (z.B. Spracheingabe, Joystick, Fußschalter)

Heizung

  • Sind die Elemente zur Heizungssteuerung leicht zu erreichen?
  • Sind die Elemente auch leicht zu bedienen (z.B. Thermostat)?

Rollladen

  • Ist die Steuerung leicht zugänglich (z.B. Bewegungsräume, Fernbedienung)?
  • Ist die leichte Bedienbarkeit sichergestellt (z.B. elektrisch)?

1 Quelle: Vgl. DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin: DIN 18040-2 Barrierefreies bauen. Planungsgrundlagen Teil 2: Wohnungen. September 2011, S. 21 f. Komplettabdruck in: Freiräume. Magazin für barrierefreies Bauen 2013/2014. Laible Verlagsprojekte Allensbach. September 2013.


Erstellungsdatum: 17.01.2016

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