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Zahngesundheit

Vorgeburtliche Schäden

Nach den Erkenntnissen der Heidelberger Contergan-Studie treten Verformungen des Kiefers und Fehlbildungen der Zähne überwiegend in der Gruppe der Hörgeschädigten auf. Die notwendige Behandlung dieser vorgeburtlichen Schädigungen ist aufwendig, wird aber gar nicht oder nur zu einem geringen Teil von den Krankenkassen übernommen.1

Folgeschäden

Betroffener öffnet eine Kondensmilch-Verpackung mit den Zähnen.

Unabhängig davon sind die Zähne für contergangeschädigte Menschen mit verkürzten Armen und/oder fehlgebildeten Händen ein wichtiges Hilfsmittel, um ihre Fehlbildungen zu kompensieren. Mit ihren Zähnen greifen und tragen sie Gegenstände und öffnen auch Flaschen. Dies führt zu einer starken Abnutzung der Zähne, die deshalb regelmäßig behandelt werden müssen. Ein Verlust dieser Greiffunktion würde für die Betroffenen zu einem weiteren Verlust an Selbständigkeit und einem erhöhten Unterstützungsbedarf führen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Betroffene aufgrund ihrer Schädigung nicht in der Lage sind, ihre Zähne optimal zu pflegen, was die Zahl der notwendigen Behandlungen zusätzlich erhöht.

Daher ist der Zahnersatz für viele contergangeschädigte Menschen von großer Bedeutung. Zahnimplantate geben dem Gebiss durch ihre feste Verankerung im Kiefer Stabilität. Ein von den Krankenkassen finanzierter herausnehmbarer Zahnersatz ist für Contergangeschädigte mit nicht bzw. nur unvollständiger Greiffunktion oder zu kurzen Armen jedoch nicht oder nur sehr schwer selbständig nutzbar.

Spezifische Bedarfe

© visivasnc / Fotolia.com
Zahntechniker bei der Arbeit.

Trotz der besonderen Umstände werden notwendige ärztliche und zahnärztliche Eingriffe oder Versorgungen von Contergangeschädigten nicht oder nur teilweise vom Leistungskatalog der jeweiligen Kostenträger, insbesondere der gesetzlichen Krankenkassen, erfasst. Für die Befriedigung spezifischer Bedarfe stehen den Betroffenen deshalb jährliche Pauschalleistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe zur Verfügung.

Mehr Informationen dazu erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der Conterganstiftung oder im Bereich „Spezifische Bedarfe“ des CIP.

Probleme beim Zahnarztbesuch

Unabhängig von der Finanzierungsfrage gibt es bei der Zahnbehandlung weitere Herausforderungen. Bei contergangeschädigten Menschen kann es vorkommen, dass die vom Zahnarzt gesetzte Betäubungsspritze nicht wie erwartet anschlägt.

© wavebreakmedia, shutterstock.com
Ein Zahnarzt behandelt eine Patientin.

Die Heidelberger Studie berichtet in diesem Zusammenhang auch von Betroffenen mit einem atypischen Verlauf der Nervenbahnen im Bereich des Kiefers. Bei ihnen muss die zahnärztliche Betäubung seitenverkehrt erfolgen.2

Wichtig ist es deshalb, dass Zahnärzte über diese spezifischen Probleme informiert sind, um den Betroffenen eine optimale Schmerzbehandlung zukommen zu lassen. Diese soll auch verhindern, dass Betroffene aus Angst vor möglichen Schmerzen den notwendigen Zahnarztbesuch aufschieben bzw. ganz vermeiden.

Weitere Informationen

Informationen für Zahnärzte zur Erstattung von Zahnbehandlungskosten
bei contergangeschädigten Menschen - Merkblatt der Conterganstiftung

Informationen zu den spezifischen Bedarfen
im Bereich Zähne und Kiefer im Contergan-Infoportal

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