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Helios Klinik Damp

12.05.2017

Die Rehaklinik in Damp

© Rehaklinik Damp
Blick auf die Rehaklinik in Damp.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein, auf der Halbinsel Schwansen, direkt an der Ostsee, liegt die HELIOS Rehaklinik Damp. Die Klinik mit den Fachbereichen Orthopädie, Innere Medizin (Kardiologie, Nephrologie und Dialyse), Neurologie und Psychosomatik hat insgesamt 790 Betten. Davon sind 450 Betten im Bereich der Orthopädie angesiedelt, die nach eigenen Angaben aktuell bis zu 20 Contergan-Patienten pro Jahr betreut. Einige kommen dabei immer wieder. Und das liegt nicht nur an der reizvollen Landschaft, dem gesunden Seeklima, dem gemischten Publikum oder dem nahegelegenen Yachthafen, wie Norbert Stuhlmann, Chefarzt der Orthopädie I in Damp, anmerkt. Entscheidend sei v. a. das interdisziplinäre Konzept und der vertrauensvolle Umgang mit den Betroffenen.

Folgeschäden nehmen zu

Contergangeschädigte waren lebenslang auf Kompensationsstrategien angewiesen, um angeborene Primärschäden im Bereich des Haltungs- und Bewegungsapparates soweit wie möglich auszugleichen.

Diese lebenslangen unphysiologischen Belastungen und Bewegungsmuster führten zu Folgekrankheiten an ursprünglich gesunden Gelenken und der Wirbelsäule. Die Folgekrankheiten summieren sich zu den conterganbedingten Primärschäden. Für die Betroffenen bedeutet das z. B.

  • Zunahme chronischer Schmerzen,
  • zunehmende Bewegungseinschränkungen,
  • Verminderung von Kraft und Ausdauer,
  • zunehmende Hilfsbedürftigkeit und Pflegebedürftigkeit bzw. Reduktion von Selbstversorgungsfähigkeit.

Nicht selten ziehen zunehmende körperliche Einschränkungen psychische Instabilität, Resignation und Traurigkeit nach sich.

Ein multimodales Therapieprogramm, inklusive psychotherapeutischer Unterstützung, wird in der Rehabilitationsklinik Damp für Contergangeschädigte einzelfallbezogen und indikationsgerecht angeboten.

Umfassendes Therapieangebot

Das behindertengerechte Haus bietet dabei neben den orthopädischen Angeboten auch noch internistische, neurologische, nephrologische, kardiologische, schmerztherapeutische und auch psychotherapeutische Behandlungen an. Dies ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung der contergangeschädigten Menschen. Darüber hinaus beherbergt die ebenfalls in Damp gelegene HELIOS Ostseeklinik eine staatlich anerkannte Schule für Physiotherapie. Hier erfolgt seit 1978 eine ausgesprochen praxisorientierte Berufsausbildung auf hohem Niveau. Theoretischer Unterricht und praktische Arbeit am Patienten sind eng verzahnt und gewährleisten so einen praxisgerechten und nachhaltigen Lernerfolg bei den Therapeuten sowie hervorragend ausgebildete Pflegekräfte in der Damper Rehaklinik. So können aktuelle therapeutische Erkenntnisse aber auch Erfahrungswissen direkt in die Behandlung der Rehabilitanten einfließen.

Spezielle Behandlungskonzepte für endoprothesenversorgte Patienten (z. B. nach Hüft- oder Kniegeklenkersatz) bis hin zur Möglichkeit der Behandlung von amputierten Patienten in einer speziellen Gehschule rundet das Angebot der Rehaklinik in Damp ab. Dabei werden - in enger Abstimmung mit der einweisenden Klinik und unter Ausschöpfung aller therapeutischen Möglichkeiten - die Patienten dazu befähigt, sich nach Beinamputationen wieder funktionsgerecht und gelenkschonend im Alltag zu bewegen. Bei Bedarf kann durch die Rehaklinik auch eine benötigte Hilfsmittel-Versorgung gewährleistet werden. Dazu steht ein Orthopädie-Mechanikermeister in der Klinik bereit.


Bildergalerie

© Rehaklinik Damp
Direkt am Meer - Blick auf die Rehaklinik in Damp.
© Rehaklinik Damp
Die Umgebung der Rehaklinik in Damp.
© Rehaklinik Damp
Blick auf die Rehaklinik in Damp.

Jeder Betroffene ist individuell

Besonders wichtig ist es für Norbert Stuhlmann und Jens-Uwe Hardt, den Leiter der Physiotherapie, bei der Betreuung der contergangeschädigten Menschen, wie auch der anderen Patienten in Damp, keine Routine aufkommen zu lassen und jeden Menschen individuell zu betreuen. Deshalb gilt – neben der ärztlichen Behandlung – dem individuellen körperlichen Status des Einzelnen ihre besondere Aufmerksamkeit. Der Körper soll gekräftigt und muskuläre Dysbalancen gezielt angegangen werden. Neben der manchmal schweißtreibenden Arbeit im Therapiezentrum bedeutet dies auch, den Betroffenen konkrete Hilfestellungen beim Transfer in den Alltag zu geben, insbesondere auch bei noch bestehender Berufstätigkeit. Hierbei hilft ein spezielles „Reha-Buch“, welches jeder Patient in Damp erhält. Es beinhaltet nicht nur relevante Informationen zum Aufenthalt und ärztliche Empfehlungen, sondern auch wichtige Informationen zum Nachschlagen, praktische Handouts und Übungen. 

Die Betroffenen werden in Damp von einem Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten, Psychologen und Ernährungsberatern ganzheitlich betreut und bei der Wiedererlangung von Mobilität, größtmöglicher Beschwerdefreiheit und der Rückkehr in ein so weit wie möglich selbständiges Alltags- und Berufsleben unterstützt. Die Therapieangebote basieren laut Norbert Stuhlmann dabei auf einer patientenzentrierten Grundhaltung aller Beteiligten, die von Akzeptanz und Wertschätzung dem Patienten gegenüber geprägt ist. Zu Beginn der Reha wird deshalb ein Behandlungs- und Therapieplan erstellt, der nicht nur die Erkenntnisse der Ärzte und Therapeuten berücksichtigt, sondern insbesondere auch die individuellen Bedürfnisse und Problemfelder aus Sicht der Betroffenen aufgreift. Auf dieser Basis werden gemeinsame Ziele definiert und der letztendliche Rehabilitationsplan erstellt, der die Grundlage für den weiteren Aufenthalt in Damp darstellt.

Gemeinsame Therapiepläne umsetzen

Im Therapiezentrum der HELIOS Rehaklinik Damp wird dieser Plan dann gemeinsam z. B. mit den Therapeuten in der Physiotherapie, physikalischen Therapie, Sporttherapie, Ergotherapie und Logopädie sowie ggf. auch der Psychologie umgesetzt, ergänzte Hardt. So sollen die Patienten bestmöglich bei der Bewältigung ihrer Probleme unter Nutzung eigener Fähigkeiten und Ressourcen im Alltag unterstützt werden. Die Rehaklinik legt dabei großen Wert auf sanfte, schmerzfreie Behandlungskonzepte. So sollen die Betroffenen ihre Bewegungsmöglichkeiten im Bewegungsbad, in unterschiedlichen Gruppenaktivitäten mit und ohne Gerät, beim Sport oder auch bei Spaziergängen erproben und erweitern. Und da die Therapieräume auf das Wasser der Ostsee blicken, schwingt nach Auskunft der Klinik immer auch ein wenig Urlaubsstimmung mit.

Auf einen weiteren Aspekt, der insbesondere für contergangeschädigte Menschen von Bedeutung sein kann, wies Norbert Stuhlmann am Ende des Gespräches noch hin. Die Schwelle zum Aufsuchen eines Psychotherapeuten im Rahmen einer Reha-Maßnahme ist meist deutlich niedriger als am Heimatort. Dadurch können vorhandene Belastungssituationen gemeinsam besprochen sowie notwendige Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden, um einer Chronifizierung unbehandelter psychischer Belastungen vorzubeugen.

Und auch nach dem Ende des Aufenthaltes in der Rehaklinik werden die Betroffenen nicht alleine gelassen. Ihnen stehen die Damper Ärzte und Therapeuten für Nachfragen – z. B. über das Telefon – auch weiterhin zur Verfügung.

Immer am Ball bleiben

Regelmäßig würde das gesamte Betreuungsteams durch interne und externe Experten fortgebildet. Dies macht sich auch in der Praxis bezahlt. So wurde die HELIOS Rehaklinik Damp bereits 2014 als eine der ersten Kliniken bundesweit als Kompetenzzentrum Orthopädie für die Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) der Deutschen Rentenversicherung Bund zertifiziert.

Die HELIOS Rehaklinik Damp freut sich nach Auskunft unserer Gesprächspartner auch in Zukunft auf neue und wiederkehrende Gäste und bietet ihre Leistungen dabei sowohl für Kassen- wie auch Privatpatienten an. Die Unterbringung von Assistenten und Begleitpersonen contergangeschädigter Menschen, aber auch von Therapiehunden ist in Damp grundsätzlich möglich. Die Betten sind höhenverstellbar und es gibt zusätzliche Haltegriffe im Sanitärbereich. Laut Norbert Stuhlmann denkt die Klinik auch darüber nach, bei einem entsprechenden Bedarf auf Seiten der contergangeschädigten Menschen, weitere Veränderungen in den Zimmern, wie z. B. höhenverstellbare Sanitäreinrichtungen oder elektrisch herausfahrbare Kleiderstangen, vorzunehmen und spezifische Hilfsmittel nachzurüsten.

Weitere Informationen

Informations-Prospekt zur
HELIOS Rehaklinik Damp
(PDF-Datei, 2.3 MB)

Internetseite der Orthopädie der
HELIOS Rehaklinik Damp

Kontakt

Norbert Stuhlmann
Chefarzt Orthopädie I
HELIOS Rehaklinik Damp
Seute-Deern-Ring 30
24351 Ostseebad Damp

Meike Kottlarz (Sekretariat)
Telefon: 04352 80-8651
E-Mail: norbert.stuhlmann@helios-kliniken.de 

Patientenaufnahme
Telefon: 04352 80-8303
Telefax: 04352 80-8390


Autor: T. Heckmann
Letzte Aktualisierung: 30. November 2017

Kommentare

  • Clamael sagt:
    Hallo!

    Ich finde die Artikel oft informativ, hier irritiert mich allerdings, dass einer einzelnen Klinik ein so großer Raum für Eigenwerbung eingeräumt wird ...
  • TomHeckmann
    TomHeckmann sagt:
    Guten Morgen,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Bericht über die Klinik in Damp ist Teil einer Serie über verschiedene Einrichtungen, die besondere Angebote für contergangeschädigte Menschen bereithalten. Ausgangspunkt der Berichte waren dabei immer konkrete Empfehlungen von Betroffenen, die in diesen Kliniken bereits behandelt wurden. Aktuell erschienen sind in dieser Reihe schon Berichte über Kliniken in Bad Sooden-Allendorf und Hamburg ( http://www.contergan-infoportal.de/gesundheit/versorgungs_zentren/ ). Weitere Berichte sind in Vorbereitung. Durch die Darstellung der verschiedenen Einrichtungen möchten wir im Laufe der Zeit einen Überblick über alle - und nicht nur die in einer Einrichtung - vorhandenen Behandlungs- und Betreuungsangebote für contergangeschädigte Menschen geben. Wir hoffen, dass uns dies gelingt und würden uns über eine weitere, gerne auch kritische Begleitung unserer Artikelserie freuen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    T. Heckmann