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Schmerzbehandlung

Für viele contergangeschädigte Menschen sind Schmerzen aufgrund 

  • der komplexen orthopädischen Ursprungsschädigungen, 
  • der zunehmenden Folgeschäden durch Fehl- und Überlastungen ursprünglich gesunder Gelenke und Gliedmaßen oder 
  • von Störungen der Durchblutung 

ein täglicher Begleiter ihres Lebens.

Reaktive muskuläre Verspannungen im Bereich des Rückens und an Armen und Beinen erhöhen das Schmerzniveau. Gehörlose klagen zusätzlich über Ohrenschmerzen, Schmerzen in den Gehörgängen oder neuropathische Schmerzen durch Beteiligung der Hörnerven.

In der Heidelberger Studie gaben 84,3 % der Befragten an, Schmerzen zu haben. Davon wurden 50 % der Befragten von täglichen Schmerzen und 39 %  von Dauerschmerzen geplagt. Frauen gaben dabei eine stärkere Ausprägung der Schmerzen an.1

Verfahren der Schmerztherapie

Verschiedene therapeutische Verfahren können zur Behandlung dieser Schmerzen eingesetzt werden. Dabei bringt oft erst die Kombination verschiedener Verfahren (multimodale Schmerztherapie) den gewünschten Erfolg. Zu den möglichen Verfahren zählen:

  • Medikamentöse Therapie
  • Invasive Therapieverfahren
  • Physikalische Therapie
  • Psychologisch-verhaltensmedizinische Therapie
  • Akupunktur/Nervenstimulation
  • Komplementärmedizinische Verfahren

Schmerztherapeutische Unterversorgung

Auf dem Contergan-Symposium, das die Ärztekammer Nordrhein und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein am 16. und 17. November 2013 gemeinsam in Düsseldorf veranstalteten, beklagte Dr. Kilian Kalmbach von der Abteilung für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie in Köln-Kalk, die grundsätzliche schmerztherapeutisch Unterversorgung in Deutschland. „Ziel müsse es sein, mit einer individuellen Strategie unter Ausschöpfung medikamentöser und nicht-medikamentöser Verfahren die Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Speziell bei komplexen Schmerzsyndromen, wie sie bei Contergan-Patienten häufig vorliegen, sei Schmerzfreiheit (jedoch) nicht immer zu erreichen.“2

Die Ursachen für die schmerztherapeutische Unterversorgung in Deutschland sehen Betroffene und Experten3 dabei vor allem darin, dass

  • Maßnahmen zur Schmerzlinderung – z. B. physikalische Therapie und Krankengymnastik- von gesetzlichen Krankenversicherungen nicht immer im erforderlichen bzw. gewünschten Maße übernommen werden,
  • Leistungen, wie z. B. teure Schmerzmittel und physikalische Verfahren, wegen der Budgetierung der Leistungen, von niedergelassenen Ärzten nicht ausreichend verordnet werden und
  • contergangeschädigte Patienten nicht selten eine kritische Distanz gegenüber medikamentöser Schmerztherapie haben.

Sekundär führt schmerztherapeutische Unterversorgung zur Minderung von Lebensqualität und Leistungsvermögen.

Spezifische Bedarfe

Seit 2013 besteht die Möglichkeit, Kosten für spezifische Bedarfe bei der Conterganstiftung geltend zu machen, sobald die eigentlich zuständigen Kostenträger diese nicht oder nur teilweise übernehmen. Dies gilt auch für Behandlungsmaßnahmen, die im Rahmen komplexer Schmerztherapie verordnet wurden, z. B. Manuelle Therapie, Ergotherapeutische Behandlung oder Osteopathie.

Weitere Informationen

Von, mit und für Schmerzpatienten
Informationen der Deutschen Schmerzliga e.V.

Übersicht zu den Schmerzzentren
der Deutschen gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

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