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Psychologische/Psychiatrische Unterstützung

Die  individuelle gesundheitliche Situation contergangeschädigter Menschen, die Ängste in Bezug auf die zukünftige Entwicklung, die zunehmenden gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen sowie bestehende Schmerzzustände sind oft der Anlass für eine eher pessimistische Sicht auf die Zukunft. 

Verbunden damit ist die Sorge, dass sowohl das aktuell bestehende Unterstützungsnetzwerk als auch die technischen Hilfsmittel in Zukunft nicht mehr ausreichen werden, um eine ausreichende Kompensation der funktionalen Einschränkungen zu ermöglichen.

Psychische Belastungen

Im Rahmen der Heidelberger Contergan-Studie wurden deshalb auch Fragen der psychischen Belastung und der psychischen Gesundheit untersucht. Dabei zeigte sich:1

© Robert Kneschke / Fotolia.com
Von Sorgen zur Hoffnung.
  1. Die Abnahme der körperlichen Belastbarkeit und damit verbundene Mobilitäts- und Selbständigkeitsbeeinträchtigung führen zu zunehmenden psychischen Belastungen.
  2. Contergangeschädigte Menschen zeigen ein hohes Risiko für Nachwirkungen früherer belastender, biografischer Erlebnisse, die z. B. auch den Kontakt mit Medizinern beeinflussen.
  3. Ein häufiges Auftreten von Zukunftsängsten (z. B. vor zunehmenden Folgeschäden, Mobilitätsverlust, weiteren medizinischen Komplikationen, dem Alter oder dem Pflegeheim) bei den Betroffenen.
  4. In der Folge sind z. B. Depressionen bei contergangeschädigten Menschen häufiger als in der Normalbevölkerung.

Auch im Contergan-Gutachten des Landeszentrums Gesundheit NRW wurde ein im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhter Anteil an psychischen Störungen bei contergangeschädigten Menschen festgestellt. Dabei kommen depressive Störungen am häufigsten vor, gefolgt von (Schmerz-) Störungen und Angststörungen.2

Depression

Zukunftsängste, Einsamkeit und Isolation, gefühlte Ohnmacht und Überforderung, aber auch wiederkehrende körperliche Symptome (z. B. Schmerzen oder chronische Erschöpfungszustände) können bei contergangeschädigten Menschen zu einer depressiven Erkrankung führen. Dabei ist das Risiko, Symptome einer Depression zu entwickeln, umso höher, je mehr conterganbedingte Schädigungen gleichzeitig vorliegen.

Zu den besonderen Risikofaktoren für die Entstehung einer Depression zählen deshalb:3

  • multiple conterganbedingte Schädigungen,
  • Selbständigkeitsverlust,
  • Abhängigkeit von anderen Menschen durch hohen Pflege und Assistenzbedarf,
  • starke Schmerzen,
  • verminderte Belastbarkeit sowie
  • eingeschränkte Erwerbstätigkeit

Diese Faktoren treten häufig auch gemeinsam auf.

Unterstützungsangebote

© goodluz / Fotolia.com
Älteres Ehepaar.

Jeder Mensch geht dabei mit den bestehenden Belastungen anders um und für jeden Menschen kann Hilfe und Unterstützung anders aussehen. Für manche reichen Gespräche mit dem Partner oder der Familie, andere tauschen sich in ihrer Kirchengemeinde oder einer Selbsthilfegruppe aus. Wenn jemand das Gefühl hat, mit seinen seelischen Belastungen oder Problemen nicht mehr alleine fertig zu werden, sollte er nicht zögern, sich externe Unterstützung zu suchen. Insbesondere Männer sind hier eher zurückhaltend. Dabei hat die Inanspruchnahme psychologischer oder auch psychotherapeutischer Unterstützung nichts damit zu tun „verrückt zu sein“.

Vielmehr ist es manchmal sehr schwierig und teilweise sogar unmöglich, alleine mit den vielfältigen Ängsten und schwer zu bewältigenden Belastungen fertig zu werden. Mit Hilfe professioneller Unterstützung können die negativen Auswirkungen, die z. B. der zunehmende Verlust der subjektiven Lebensqualität und eine abnehmende Eigenständigkeit auf die psychische Stabilität haben, besser bewältigt werden.

Unterstützung bietet hierbei z. B.

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