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Gefäßuntersuchung

© Robert Kneschke / Fotolia.com
Ein Arzt erklärt einer Schwester das MRT.

Die Conterganstiftung ermöglicht auf Empfehlung ihrer Medizinische Kommission seit 2013 allen interessierten Betroffenen (auch denen mit einer Schadenspunktzahl von unter 10 Punkten) eine Untersuchung der Gefäße sowie des Augenhintergrundes oder der Knochendichte auf freiwilliger Basis. Die Medizinische Kommission betonte, dass gewisse Auffälligkeiten bei der Durchsicht der Krankenakten, die zur Revision eingereicht wurden, beobachtet wurden. Diese ermöglichten aber bisher noch keine Aussage über eine signifikante Häufung dieser Beobachtungen im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung. Im Interesse der Geschädigten werden diese Untersuchungen jedoch trotzdem ermöglicht.

Augenhintergrund-Untersuchung 

Aufgrund der besonderen Schwierigkeit bei der Messung des Blutdruckes bei Extremitäten-Geschädigten bietet sich eine Untersuchung des Augenhintergrundes als flankierende Maßnahme an, da die Netzhaut sehr empfindlich auf einen bestehenden Bluthochdruck reagiert.

Blutgefäß-Untersuchungen 

Es sind Fälle bekannt, bei denen auch bei nur minimal geschädigten Extremitäten komplette Arterien fehlten. Auch wurden Fälle von Herzinfarkten und Schlaganfällen berichtet.

Knochendichtemessung

Es wurden Fälle von Betroffenen mit einer vorzeitigen Osteoporose beobachtet. 

Antragstellung

Die Untersuchungen werden aus den Haushaltsmitteln für die spezifischen Bedarfe finanziert. Eine Anrechnung auf den persönlichen jährlichen Höchstbetrag von 20.000 Euro erfolgt jedoch nicht.

Bitte füllen Sie - bei Interesse an einer solchen Untersuchung - das Antragsformular vollständig aus. Übersenden sie dieses dann inklusive eines Kostenvoranschlags für die beabsichtigte Untersuchung an die Geschäftsstelle der Conterganstiftung. Entgegen der sonst üblichen Verfahrensweise sind für eine derartige Untersuchung keine ärztliche Verordnung und keine (Teil-) Ablehnung des Kostenträgers notwendig.

Untersuchungsrisiken

Bitte beachten Sie, dass derartige Untersuchungen nach Ansicht von medizinischen Sachverständigen auch gewisse Risiken beinhalten können (z.B. Kontrastmittelunverträglichkeit, Strahlenbelastung). Betroffene, deren Körper möglicherweise empfindlicher ist als bei Menschen, die nicht von Conterganschäden betroffen sind, könnten hierauf stärker reagieren. Bitte lassen Sie sich deshalb vor der Untersuchung von Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ärztin ausführlich über potentielle Risiken aufklären.

Weitere Forschungen

Die Beantwortung der Frage, ob ein etwaig bestehender Gefäßschaden letztlich durch Contergan verursacht wurde oder nicht, ist nach Auskunft der Conterganstiftung derzeit noch nicht einmal auf der Basis statistischer Überlegungen möglich, da weder eine ausreichende Datenmenge noch wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Verfügung stehen. Die Conterganstiftung würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Betroffene die Befundunterlagen im Anschluss an die erfolgte Untersuchung in anonymisierter Form der Stiftung zur wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung stellen würden, um die Forschung zugunsten aller contergangeschädigten Menschen zu unterstützen.

Ergänzende Informationen

Alle anerkannten contergangeschädigten Menschen (auch diejenigen mit einer Schadenspunktzahl von unter 10 Punkten) können auf Kosten der Conterganstiftung verschiedene Gefäßuntersuchungen durchführen lassen.  Ergänzende Informationen hierzu finden Sie in den folgenden PDF-Dateien:

Den Antrag auf Kostenübernahme für eine Gefäßuntersuchung finden Sie hier.

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