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Strukturen und Spezialisten

© Foto: Klinik Hoher Meißner
Betroffene und Therapeutin bei einer Behandlung.

Im Rahmen der Heidelberger Studie (Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg, 2012)wurde auch die Frage der Versorgungsqualität von Contergangeschädigten betrachtet. Aus der Studie resultierte u.a. die Empfehlung, in Deutschland multidisziplinäre Kompetenzzentren aufzubauen. 

Dabei sollte auf die Expertise bereits bestehender Einrichtungen mit diesem Schwerpunkt zurückgegriffen werden. Angestrebt wird eine spezialisierte ambulante und stationäre Versorgung, die den besonderen Anforderungen Contergangeschädigter zeitlich und personell gerecht wird. 

Die Heidelberger Studie verdeutlichte, dass notwendige medizinische Leistungen für Contergangeschädigte einen höheren Finanzierungsbedarf durch die Kostenträger (gesetzliche Krankenkassen, Rentenversicherungen) nach sich ziehen und dieser zum Teil noch nicht gedeckt wird.

Ein erhöhter Zeitaufwand ist laut Heidelberger Studie vorhanden (Zustimmung in %):1

... weil der verwaltungstechnische Aufwand größer ist. (43,2 %)

... wegen der besonderen Symptomatik. (93,5 %)

... weil andere Formen der Therapie notwendig sind. (69,6 %)

... weil die Ansprechbarkeit auf therapeutische Maßnahmen verzögert ist. (57,8 %)

Die Kompetenzzentren sollten als Ansprechpartner sowohl für alle gesundheitlichen als auch die psychosozialen Belange der Contergangeschädigten dienen. Eine weitere Empfehlung war die Entwicklung und das Angebot CME-pflichtiger Fort- und Weiterbildungen mit Blick auf alle Aspekte der Conterganschädigung für Ärzte, Zahnärzte und Therapeuten, die contergangeschädigte Patienten in ihren jeweiligen Einrichtungen behandeln.

Kompetenz-Zentren

Contergangeschädigter zieht sich ein T-Shirt an.

Bisher gibt es auf nationaler Ebene noch kein flächendeckendes Netz von Kompetenzzentren für die Betreuung contergangeschädigter Patienten. Wir sehen jedoch Insellösungen, deren Akteure ein regionales Netz von Behandlern aufgebaut haben und untereinander im kollegialen Kontakt stehen. Zu den Einrichtungen, die in diesem Zusammenhang von Betroffenen empfohlen wurden*, gehören zum Beispiel

  • der Orthopäde PD Dr. med. Dr. med. habil. Jürgen Graf in Nürnberg,
  • das Team der Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht um den Orthopäden und Unfallchirurgen Prof. Dr. Klaus M. Peters,
  • das Team der Klinik Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf (Nordhessen) um die Orthopädin und Schmerztherapeutin Dr. Petra Brückner,
  • das Team der Schön-Klinik Eilbek in Hamburg um den Anästhesisten und Schmerztherapeuten Dr. Rudolf Beyer und
  • das Team des Katholischen-Klinikums Koblenz-Montabaur um den Orthopäden und Unfallchirurgen Dr. Axel Ruetz.

Im Zuge des Aufbaus des neuen Contergan-Infoportals haben wir – auch in Zusammenarbeit mit Betroffenenverbänden - versucht, eine Übersicht über Einrichtungen, Behandler und Therapeuten zu erstellen, die eine besondere Qualifikation im Bereich der Behandlung und Betreuung contergangeschädigter Patienten haben. Diese haben wir in unsere Datenbank aufgenommen, in der sie entsprechende Angebote von Kliniken & Praxen sortiert nach Bundesland oder Fachrichtung abrufen können. Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird von uns laufend aktualisiert. 

Link zur Adressdatenbank
im Contergan Infoportal

Ihr Unterstützung ist gefragt

Wenn sie dazu ein Empfehlung für einen Arzt, Therapeuten oder eine Einrichtung haben oder wenn Sie selbst contergangeschädigte Patienten betreuen, den Eintrag in der Übersicht aber noch vermissen, bitten wir Sie um eine kurze eMail mit ergänzenden Informationen zu Ihnen bzw. Ihrer Einrichtung an die eMail-Adresse datenbank@contergan-infoportal.de. Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung!

* Bitte beachten Sie: Eine Empfehlung durch Betroffene stellt keine Garantie für eine bestimmte Behandlungsqualität oder einen Behandlungserfolg durch das CIP dar. Sie spiegelt lediglich die individuellen Erfahrungen des Betroffenen wieder.

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