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Eine Übersicht

Die wichtigsten historischen Daten (Kurzübersicht)

50er Jahre

10. Juli 1956
Genehmigung zur Herstellung thalidomidhaltiger Arzneimittel erteilt

Dezember 1956
Geburt des ersten Kindes, das durch Contergan missgebildet wurde.

01. Oktober 1957
Markteinführung von Contergan als rezeptfreies Schlaf- und Beruhigungsmittel.

1958
In insgesamt 48 Ländern werden thalidomidhaltige Medikamente auf den Markt gebracht.

Januar 1959
Erstes Contergan Opfer in Großbritannien geboren 

1959
Gynäkologe weist einen Außendienstmitarbeiter von Grünenthal darauf hin, dass er die Missbildungen seines Sohnes mit Thalidomid in Verbindung bringt.

Ab Oktober 1959
Meldungen über aufgetretene Nervenschäden nach längerer Einnahme von Contergan.

Eine detailliertere Übersicht zu den 50er Jahren finden Sie hier.


60er Jahre

August 1960
UK-Lizenznehmer nimmt einen Hinweis auf Nervenschädigungen durch Thalidomid in die Gebrauchsanweisung auf.

November 1960
Grünenthal nimmt einen Hinweis auf Nervenstörungen nach längerfristiger Einnahme von Contergan und Contergan forte in die Gebrauchsanweisung auf.

31. Dezember 1960
Die britische Ärztin Leslie Florence macht in einem Leserbrief an das British Medical Journal auf die fruchtschädigende Wirkung von Thalidomid aufmerksam. 

Januar 1961
Pharmakologischer Bericht des britischen Lizenznehmers an Grünenthal. Von „Ungiftigkeit“ oder „Unschädlichkeit“ könne nicht mehr gesprochen werden. 

Anfang 1961
Grünenthal liegen bereits rund 1.600 Warnungen über beobachtete Fehlbildungen bei Neugeborenen vor. Medikament wird totzdem weiter verschrieben.

15. Februar 1961
Neurologenkongress in Düsseldorf. Voss berichtet über irreversible Nervenschädigungen durch Thalidomid. 

April 1961
Ein Firmenmitarbeiter sagt, dass der Zusammenhang zwischen Contergan und den Nervenschäden kaum noch Zweifel zulässt. 

30. April – 1. Mai 1961
Internistenkongress in Wiesbaden. Ärzte berichten über thalidomidbedingte Nervenschädigungen. 

Juli 1961
Empfehlung des Bundesgesundheitsamtes zur Einführung der Rezeptpflicht für Contergan

1. August 1961
Thalidomid wird in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg unter Rezeptpflicht gestellt. Bayern, Berlin und Niedersachsen schaffen es jedoch bis zur Einstellung des Verkaufs nicht.

Spätherbst 1961
Dr. Widukind Lenz und der australische Gynäkologe William Griffith McBride vermuten unabhängig voneinander, Verantwortung von Thalidomid für beobachtete Missbildungen von Neugeborenen.

24. November 1961
Besprechung im Düsseldorfer Innenministerium. Das Unternehmen Grünenthal wird aufgefordert, alle Thalidomid-Präparate sofort vom Markt zu nehmen. Grünenthal lehnt ab.

25. November 1961
NRW-Innenministerium unterrichtet Gesundheitsbehörden Länder, das Bundesinnenministerium, das Bundesgesundheitsamt sowie Ärzte- und Apothekenkammern über den Verdacht gegen das Medikament. 

27. November 1961
Grünenthal nimmt sämtliche thalidomidhaltigen Präparate "bis zur wissenschaftlichen Klärung der aufgeworfenen Fragen" vom Markt 

1961 -1968
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Inhaber und Angestellte der Herstellerfirma Grünenthal

1964
Gründung der „Aktion Sorgenkind“ durch den ZDF-Journalisten Hans Mohl, der durch den Contergan-Skandal zu seiner Hilfsaktion inspiriert wurde.

27. Mai 1968
In Alsdorf bei Aachen beginnt der Conterganprozess. Viele Eltern betroffener Kinder agieren dabei als Nebenkläger.

Eine detailliertere Übersicht zu den 60er Jahren finden Sie hier.


70er Jahre

10. April 1970
Grünenthal schließt mit den Eltern einen Vergleich

18. Dezember 1970
Hauptverfahren auf Basis des Vergleichs eingestellt.

17. Dezember 1971
Bundestag beschließt Gründung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung

31. Oktober 1972
Stiftung "Hilfswerk für behinderte Kinder" ins Leben gerufen

10. August 1973
Thalidomide-Childrens-Trust in UK gegründet

Eine detailliertere Übersicht zu den 70er Jahren finden Sie hier.


1980 bis heute

22. Dezember 1982
Drittes Änderungsgesetz über die Errichtung einer Stiftung
„Hilfswerk für behinderte Kinder“. Potenziell Leistungsberechtigte
müssen Anspruch bis zum 31.12.1983 geltend machen.

1997
Bisherige Vermögenswerte der Stiftung sind aufgebraucht.
Zahlung der Renten der Stiftung seither komplett aus Bundeshaushalt. 

19. Oktober 2005
Neues Stiftungsgesetz tritt in Kraft. Umbenennung der deutschen Stiftung
in „Conterganstiftung für behinderte Menschen“.

1. Juli 2008
Erstes Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes mit
Erhöhung der Zuwendungen an die Conterganbetroffenen.

25. Juni 2009
Zweites Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes tritt in Kraft.

1.9.2010-31.12.2012
Studie der Universität Heidelberg zu Problemen, speziellen Bedarfen und Versorgungsdefiziten contergangeschädigter Menschen. Bildete die Basis für Änderungen im Conterganstiftungsgesetz in 2013.

29. Juni 2013
Drittes Änderungsgesetz des Conterganstiftungsgesetzes wird im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt am 1. August 20134 in Kraft. Es enthält insbesondere Änderungen bei den Rentenhöhen sowie Regelungen zu Leistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe.

Eine detailliertere Übersicht zur Entwicklung ab den 1980 finden Sie hier.

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