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Contergan-Zeitstrahl

01.01.1954
© Michael Bührke / pixelio.de
Mikroskop in einem Labor.

Im Jahre 1954 wird „Contergan“ durch Wilhelm Kunz und Heinrich Mückter als „K17“ in der Forschungsabteilung von Grünenthal in Stolberg entwickelt.

Im Jahre 1954 wird „Contergan“ durch Wilhelm Kunz und Heinrich Mückter als „K17“ in der Forschungsabteilung von Grünenthal in Stolberg entwickelt.

17.04.1954
© M(e)ister Eiskalt (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Innenhof des Deutsches Patent- und Markenamt in München.

Anmeldung von Thalidomid beim deutschen Patentamt.

01.01.1955
© Dieter Schütz / pixelio.de
Füllautomat im Labor.

In den Jahre 1955 bis 1958 werden Tierexperimenten zur pharmakologischen und toxikologischen Untersuchung sowie klinischen Erprobung des Wirkstoffs bzw. Medikamentes durchgeführt. Es erfolgte im Rahmen der Tierversuche jedoch keine Untersuchung der möglichen reproduktionstoxischen Wirkung von Thalidomid, d.h. ob Thalidomid z. B. das Kind im Mutterleib schädigen kann. Eine Anfrage der Forschungsabteilung von Grünenthal an eine Universitätsklinik im Sommer 1957, im Rahmen der klinischen Prüfung Thalidomid auch an Schwangeren zu testen, wurde von der Klinik abgelehnt. Als eine Folge des Contergan-Skandals wurde die reproduktionstoxikologische Prüfung vom Gesetzgeber im Rahmen des Zulassungsverfahrens für neue Arzneimittel zwingend vorgeschrieben.

11.06.1956
© Lupo / pixelio.de
Landesfahne von Nordrhein-Westfalen.

Genehmigungsantrag zur Marktzulassung beim NRW-Innenministerium.

10.07.1956
© I-vista / pixelio.de
Plastik der Justitia vor Lexika und Fachbüchern.

Erteilung der Genehmigung zur Herstellung thalidomidhaltiger Arzneimittel.

01.11.1956
© Lupo / pixelio.de
Hamburger Fahne mit Stadtwappen.

Das Thalidomid-haltige Mittel Grippex wird im November 1956 im Raum Hamburg verkauft.

01.12.1956
© Steffen Deubner / pixelio.de
Schwangere Frau.

Im Dezember 1956 wird das erste Kind geboren, das durch Contergan missgebildet wurde. Ein Mitarbeiter hatte ein Muster mit nach Hause genommen und seiner Frau gegeben.

01.10.1957
© Kai Oesterreich / Wikimedia unter CC BY-SA 3.0
Historische Contergan-Verpackung.

Am 1. Oktober 1957 erfolgte die Markteinführung von Contergan als rezeptfreies Schlaf- und Beruhigungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland.

01.01.1958
© H.D.Volz / pixelio.de
Fahnenmeer.

In Österreich wird das thalidomidhaltige Medikament ab 1958 als "Softenon" zugelassen. Es wird gerne von Schwangeren bis 1961 verwendet, weil es die Übelkeit lindert. Anders als in Deutschland ist es rezeptpflichtig.
 Auch in Großbritannien hat der schottische Schnapshersteller Distillers mit der zu ihr gehörenden Distillers Biochemicals Ltd. den Wirkstoff Thalidomid als „Distaval“ in Lizenz auf den britischen Markt gebracht. In der Folge werden in insgesamt 48 Ländern thalidomidhaltige Medikamente auf den Markt gebracht.

02.01.1959
© Zscout370 / Public Domain via Wikimedia
Britische Fahne.

Im Januar 1959 wird das erste Contergan-Opfer in Großbritannien geboren.

03.01.1959
Röntgenaufnahme von zwei durch Contergan geschädigten Händen.

Im Jahre 1959 weist ein Gynäkologe einen Außendienstmitarbeiter von Grünenthal darauf hin, dass er die Missbildungen seines Sohnes mit Thalidomid in Verbindung bringt.

01.10.1959
© Martin Moritz / pixelio.de
Eingeheftete Akten im Hängeregister.

Ab Oktober 1959 häufen sich Meldungen über aufgetretene Nervenschäden nach längerer Einnahme von Contergan. Bis Ende November 1961 informierten etwa 1.500 Ärzte und Apotheker und mehr als 300 Verbraucher das Unternehmen über mehr als 3.000 Fälle.

01.08.1960

Distillers, Lizenznehmer von Grünenthal in Großbritannien, nimmt im August 1960 einen Hinweis auf Nervenschädigungen durch Thalidomid in die Gebrauchsanweisung ihres rezeptpflichtigen Thalidomidpräparats Distaval auf.

01.10.1960

Die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Köln, weist die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Göttingen, auf Nervenstörungen durch Contergan hin und bittet um eine Stellungnahme zu Contergan.

01.11.1960

Grünenthal nimmt im November 1960 einen Hinweis auf Nervenstörungen nach längerfristiger Einnahme von Contergan und Contergan forte in die Gebrauchsanweisung auf. Es wird versichert, dass die „Überempfindlichkeitserscheinungen“ bei sofortiger Beendigung der Arzneimitteleinnahme reversibel sind.

02.11.1960

Im November 1960 fragt ein Apotheker schriftlich bei Grünenthal nach, ob eine Thalidomideinnahme während der Schwangerschaft zu Schäden beim ungeborenen Kind führen kann.

10.11.1960

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) erklärt durch ihre für die Prüfung zuständige Mitarbeiterin Kelsey den Zulassungsantrag der Lizenznehmerfirma Richardson-Merrell für unvollständig und verlangt eine Toxizitätsstudie sowie ergänzendes Material über den Metabolismus von Thalidomid im menschlichen Organismus.

31.12.1960

Die britische Ärztin Leslie Florence macht in einem Leserbrief an das British Medical Journal auf 4 Fälle von Nervenschädigungen durch Thalidomid aufmerksam.

01.01.1961

Pharmakologischer Bericht des britischen Lizenznehmers Distillers an Grünenthal: Bei Thalidomid wurde erstmals eine Letaldosis (DL50-Wert) ermittelt worden. Von „Ungiftigkeit“ oder „Unschädlichkeit“ könne nicht mehr gesprochen werden.

31.01.1961

Grünenthal liegen Anfang 1961 bereits Berichte über neutoxische Schädigungen vor. Das Medikament wird trotzdem weiter vertrieben. Zunehmende Warnungen zu neurotoxischen Schädigungen.

15.02.1961

Der Neurologe Ralf Voss berichtet auf dem Neurologenkongress in Düsseldorf über irreversible Nervenschädigungen durch die Einnahme von Thalidomid.

20.02.1961

Im Februar 1961 finden Gespräche von Vertretern der Firma Grünenthal mit dem Direktor der Kölner Universitätsnervenklinik, Herrn Prof. Dr. Werner Scheid, statt, der die sofortige Rezeptpflicht des Medikaments Contergan forderte.

01.03.1961

Mitarbeiter der Firma Grünenthal entwickeln im März 1961 eine Arbeitshypothese, nach der die beobachteten Nervenschädigungen infolge einer längeren Thalidomideinnahme mit einem Mangel an Vitamin B1 einhergehen.

10.03.1961

In einem Ärztebrief bringt Grünenthal im März 1961 die Nervenschäden mit Schlafmittel- und Alkoholmissbrauch in Zusammenhang.

20.03.1961

Anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung der Ärzteschaft in Köln berichten Neurologen über thalidomidbedingte Nervenschädigungen.

30.03.1961

Der Düsseldorfer Neurologe Ralf Voss informiert die Gesundheitsabteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium, die damals für die Medikamentenaufsicht zuständig war, über das Auftreten von Nervenschäden infolge einer längeren Thalidomid-Medikation.

01.04.1961

Ein Firmenmitarbeiter sagt im April 1961, dass der Zusammenhang zwischen Contergan und den Nervenschäden kaum noch Zweifel zulässt.

10.04.1961

Der Pharmaziereferent der Gesundheitsabteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Hans Tombergs, informiert Grünenthal über die Vorwürfe des Neurologen Voss gegen Thalidomid und bittet um eine Stellungnahme.

30.04.1961

Auf dem Internistenkongress vom 30. April bis 1. Mai 1961 in Wiesbaden berichten Ärzte über thalidomidbedingte Nervenschädigungen.

01.05.1961

Die Neurologen Horst Frenkel, Werner Scheid sowie Hans-Joachim Raffauf berichten in medizinischen Fachzeitschriften über das Auftreten von Nervenschädigungen nach längerfristiger Einnahme von Contergan und Contergan forte.

11.05.1961

Bei einer Konferenz zwischen Mitarbeitern der FDA und Angestellten von Richardson-Merrell fragt Kelsey erstmals nach dem Einfluss von Thalidomid auf das ungeborene Kind.

26.05.1961

Grünenthal beantragt beim nordrhein-westfälischen Innenministerium die Rezeptpflicht für das Medikament Contergan. Das Unternehmen bestreitet jedoch weiterhin einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Thalidomid und den beobachteten Nervenerkrankungen.

01.07.1961

Im Juli 1961 empfiehlt das Bundesgesundheitsamt die Einführung der Rezeptpflicht für das Medikament Contergan.

05.07.1961

Die Neurologen Ralf Voss und Josef Becker berichten in medizinischen Fachzeitschriften über thalidomidbedingte Nervenschädigungen.

10.07.1961

Innerhalb der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung von Grünenthal wird im Sommer 1961 erörtert, ob Thalidomid in den Organismus des Fötus übertritt.

01.08.1961

Thalidomid wird in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg unter Rezeptpflicht gestellt. Bayern, Berlin und Niedersachsen schaffen es jedoch bis zur Einstellung des Verkaufs nicht, Contergan unter Rezeptpflicht zu stellen.

16.08.1961

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlicht einen Bericht über Nervenschädigungen durch Thalidomid.

01.09.1961

Der Bericht des Direktors der Städtischen Kinderklinik in Krefeld, Hans-Rudolf Wiedemann, über eine Zunahme von Gliedmassenfehlbildungen bei Neugeborenen ist die erste Publikation über die Missbildungswelle in der Bundesrepublik Deutschland.

20.09.1961

Im September 1961 fragt Grünenthal bei einem Bonner Kinderarzt an, ob dieser bereit ist, Untersuchungen zur Beeinflussung des Fötus durch Arzneimittel durchzuführen.

26.09.1961

Die FDA verlangt für den Fall einer Zulassung von Thalidomid einen Hinweis in der Packungsbeilage, der vor einer Einnahme in der Schwangerschaft warnt, da keine diesbezüglichen Erfahrungen vorliegen.

01.10.1961

Ein Lübecker Arzt informiert im Oktober 1961 einen Außendienstmitarbeiter von Grünenthal, dass ein ihm bekanntes Elternpaar die Missbildungen ihres Kindes mit der Einnahme von Contergan während der Schwangerschaft in Verbindung bringt.

13.10.1961

Der Pharmakologe Fritz Kemper, Münster, berichtet einem Mitarbeiter von Grünenthal, dass Thalidomid bei Hähnchen zu Störungen des Knochenwachstums und zu Organveränderungen führt.

15.11.1961

Der Hamburger Kinderarzt und Dozent für Humangenetik, Widukind Lenz, unterrichtet den Forschungsleiter von Grünenthal, Heinrich Mückter, telefonisch, dass er Contergan verdächtigt, bei Einnahme während der Schwangerschaft zu Kindesmissbildungen zu führen.

20.11.1961

Besprechung zwischen dem Hamburger Kinderarzt Widukind Lenz und Mitarbeitern von Grünenthal bei der Hamburger Gesundheitsbehörde.

20.11.1961

Die Hamburger Gesundheitsbehörde unterrichtet das nord- rheinwestfälische Innenministerium über den Verdacht von Widukind Lenz in Bezug auf die Nebenwirkungen des Medikamentes Contergan.

24.11.1961

Besprechung im Düsseldorfer Innenministerium, an der auch Lenz teilnimmt. Das Unternehmen Grünenthal wird mit dem Vorschlag konfrontiert, alle Thalidomid-Präparate sofort vom Markt zu nehmen. Grünenthal lehnt ab, droht mit Regressansprüchen und schlägt vor, alle Packungen mit der Aufschrift "Nicht in der Schwangerschaft zu nehmen" zu kennzeichnen.

25.11.1961

NRW-Innenministerium unterrichtet die Gesundheitsbehörden der Bundesländer, das Bundesinnenministerium, das Bundesgesundheitsamt sowie die Ärzte- und Apothekenkammern über den Verdacht.

25.11.1961

Der Forschungsleiter von Grünenthal, Heinrich Mückter, teilt auf einer firmeninternen Konferenz mit, dass die britische Lizenzfirma Distillers ihn über einen mit dem Lenzschen Verdacht gleichlautenden Hinweis eines Arztes aus dem Verkaufsbereich des britischen Arzneimittelunternehmens unterrichtet hat.

26.11.1961

Bericht in der "Welt am Sonntag" - "Missgeburten durch Tabletten? Alarmierender Verdacht eines Arztes gegen ein weit verbreitetes Medikament" veröffentlicht.

27.11.1961

Grünenthal nimmt sämtliche thalidomidhaltigen Präparate "bis zur wissenschaftlichen Klärung der aufgeworfenen Fragen" vom Markt

Erst nachdem das Medikament Contergan vom Markt genommen wurde, zeichnete sich das gesamte Ausmaß der Katastrophe ab. Zwischen Oktober 1957 und November 1961 nahmen in Westdeutschland ca. 5 Millionen Verbraucher 300 Millionen Tagesdosen ein. In 48 Ländern wurden thalidomidhaltige Medikamente vermarktet. In den Jahren 1958 und 1962 wurden weltweit etwa 10.000 Kinder mit schweren Missbildungen vor allem an den Gliedmaßen geboren. In Deutschland traf dieses Schicksal etwa 5.000 Neugeborene, von denen etwa 2.800 überlebten. Laut Prof. Klaus Roth von der Freien Universität Berlin belegt die zeitliche Korrelation zwischen den Contergan-Verkaufszahlen und den beobachteten Missbildungen den kausalen Zusammenhang.

01.12.1961

Die Staatsanwaltschaft ermittelt von 1961 bis 1968 gegen den Inhaber und Angestellte der Herstellerfirma Grünenthal.

01.07.1964

Gründung der "Aktion Sorgenkind" im Jahre 1964 durch den ZDF-Journalisten und langjährigen Moderator der ZDF-Sendung Gesundheitsmagazin Praxis Hans Mohl, der durch den Contergan-Skandal zu seiner Hilfsaktion inspiriert wurde. Intensive Berichterstattung in den Medien enttabuisierte nachhaltig das Thema Behinderung. Änderung der Sichtweise von einem allein persönlichen Schicksal hin zu einer gesellschaftlichen Aufgabe. Ziel der Lotterie war es dabei, die Lebenssituation von Kindern mit Behinderung zu verbessern. Das ZDF unterstützte Vorhaben mit einer regelmäßigen Reihe von Fernsehshows (z. B. Der große Preis) und einer Lotterie.

27.05.1968
© Q.pictures / pixelio.de
Statue der Justizia.

In Alsdorf bei Aachen beginnt der Conterganprozess. Viele Eltern betroffener Kinder agieren dabei als Nebenkläger.

10.04.1970
© Thorben Wengert / pixelio.de
Richterhammer auf Geldscheinen.

Grünenthal schließt mit den Eltern einen Vergleich (Zahlung eines Betrages von 100,00 Mio. DM / 51,13 Mio. Euro gegen Aufgabe aller Ansprüche)

18.12.1970
© Tim Reckmann / pixelio.de
Richter-Hammer.

Hauptverfahren wird vom Gericht mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingestellt. Voraussetzung für den Einstellungsbeschluss ist die Feststellung der wahrscheinlichen Schuld der Angeklagten wegen der Nervenschäden und der möglichen Schuld wegen der Missbildungen.

17.12.1971
© Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel/photothek.net
Sitzung im Deutschen Bundestag.

Der Deutsche Bundestag beschließt die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung.

31.10.1972
© Conterganstiftung
Logo der Conterganstiftung in Köln.

Die heutige Conterganstiftung in Köln wird 1972 noch unter dem Namen "Hilfswerk für behinderte Kinder" ins Leben gerufen.

10.08.1973
© Zscout370 / Public Domain via Wikimedia
Britische Fahne.

Der Thalidomide-Childrens-Trust (vergleichbar mit der Conterganstiftung) wird in Großbritannien ins Leben gerufen

22.12.1982
© Makrodepecher / pixelio.de
Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Errichtung einer Stiftung „Hilfswerk für behinderte Kinder“ mit Ausschlussfrist, wonach potenziell Leistungsberechtigte ihren Anspruch bis zum 31. Dezember 1983 geltend machen müssen. Für Antragsteller aus den neuen Bundesländern wurde diese Frist später bis Ende Dezember 1993 verlängert.

01.04.1995
Beispielfoto
Eine Gruppe contergangeschädigter Menschen unterhält sich.

Respekt-Kampagne der "Aktion Sorgenkind" führte zu einschneidendem Perspektivenwechsel: Menschen mit Behinderung nicht länger als bemitleidenswerte Empfänger von Hilfen darzustellen, sondern als selbstbewusste Akteuren, die ihr Leben meistern und sich auch für die Kampagne abbilden ließen.

01.01.1997
© Benjamin Klack / pixelio.de
Geldscheine und Geldstücke.

Die bisherigen Vermögenswerte der Stiftung sind aufgebraucht. Die Zahlung der Renten der Stiftung erfolgt seither komplett über Mittel aus dem Bundeshaushalt.

01.03.2000
© Aktion Mensch / Sven Stampe
Sänger Andreas Bourani tanzt mit den Besucher der Aktion Mensch-Städtetour hinter dem neuen Logo der Soziallotterie.

Im Jahre 1999 beschloss die Mitgliederversammlung der "Aktion Sorgenkind", den Verein mit Wirkung vom 1. März 2000 in "Aktion Mensch" umzubenennen, um insbesondere den gesellschaftlichen Perspektivenwechsel im Umgang mit Menschen mit Behinderungen widerzuspiegeln.

19.10.2005
© illysmum / pixelio.de
Blick in den Deutschen Bundestag.

Neues Stiftungsgesetz tritt in Kraft. Umbenennung der deutschen Stiftung in „Conterganstiftung für behinderte Menschen“, da der bisherige Name „Hilfswerk für behinderte Kinder“ als nicht mehr zeitgemäß angesehen wird.

01.07.2008
© Martin Moritz / pixelio.de
Justizia vor Gesetzes-Sammlung.

Erstes Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes mit geringfügiger Erhöhung der Zuwendungen an die Contergan-Betroffenen beschlossen.

25.06.2009
Deutsche Gesetze.
© Tim Reckmann / pixelio.de

Zweites Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes tritt in Kraft. Die Conterganrente wird künftig automatisch an die Erhöhung der Renten der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst (Dynamisierung). Einführung jährlicher Sonderzahlungen.

01.09.2010
Betroffener öffnet eine Kondensmilch-Verpackung mit den Zähnen.

Vom 1. September 2010 bis 31. Dezember 2012 Erarbeitung der Studie der Universität Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Kruse mit intensiver Beteiligung der Geschädigten zu Problemen, speziellen Bedarfen und Versorgungsdefiziten contergangeschädigter Menschen. Bildet die Grundlage für Änderungen im Conterganstiftungsgesetz in 2013.

25.04.2013
© Deutscher Bundestag / Achim Melde
Beispiel-Foto einer Bundestags-Sitzung.

Verabschiedung des 3. Änderungsgesetzes des Conterganstiftungsgesetzes durch den Deutschen Bundestag.

29.06.2013
© Tim Reckmann / pixelio.de
Schönfelder - Gesetzes-Sammlung.

Drittes Änderungsgesetz des Conterganstiftungsgesetzes wird im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 1. August 2013 (in einigen Teilen am 1. Januar 2014) in Kraft. Es enthält insbesondere Änderungen bei den Rentenhöhen sowie Regelungen zu Leistungen zur Deckung spezifischer Bedarfe.

26.11.2015
Bild der Startseite des Contergan-Infoportals CIP.

Als ein Ergebnis der Heidelberger Contergan-Studie hat die Conterganstiftung das Contergan-Infoportal ins Leben gerufen – kurz auch CIP genannt. CIP ist Anlaufstelle für contergan- bzw. thalidomidgeschädigte Menschen, die sich schnell und umfassend über gesetzliche Leistungen, Dienstleistungen, Zuständigkeiten der Behörden und Einrichtungen informieren wollen. Zudem können sich medizinische Experten in einem eigenen Bereich miteinander austauschen, um das vorhandene Wissen besser zu vernetzen – zum Nutzen der Betroffenen.

13.05.2016
© MGEPA 2016/Ostendorp
Foto von der Pressekonferenz des MGEPA.

Contergan und seine Folgen - NRW veröffentlicht unabhängigen Forschungsbericht zur Haltung des Landes im Skandal der 60er Jahre: Das Land NRW veröffentlichte einen 690 Seiten starken Forschungsbericht zur eigenen Rolle im Contergan-Skandal der 60er Jahre. Die Studie unter dem Titel „Die Haltung des Landes Nordrhein-Westfalen zum Contergan-Skandal und den Folgen“ stammt vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

09.06.2016
Betroffene beim gemeinsamen Frühstück in der Reha.

Erster Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des Conterganstiftungsgesetzes (ContStifG) veröffentlicht: Gemäß § 25 ContStifG legt die Bundesregierung dem Bundestag im Abstand von zwei Jahren einen Bericht über die Auswirkungen des ContStifG sowie über die gegebenenfalls notwendige Weiterentwicklung dieser Vorschriften vor. Dieser basierte auf zwei Expertisen sachverständiger Experten. Der Bericht bildete die Grundlage für Änderungen am ContStifG zum Ende des Jahres 2016.

17.12.2016
Bundestag. © Foto: lillysmum / pixelio.de
Blick in den Plenarsaal des Bundestages.

Bundestag beschließt Viertes Änderungsgesetz zum Conterganstiftungsgesetz: Die spezifischen Bedarfe contergangeschädigter Menschen werden zukünftig durch pauschale Leistungen gedeckt (Pauschalierung). Spezielle Anträge sind hierfür nicht mehr nötig.

28.02.2017
© Tim Reckmann / pixelio.de
Schönfelder - Gesetzes-Sammlung.

Das Vierte Änderungsgesetz des Conterganstiftungsgesetzes wird im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft. Es enthält insbesondere Änderungen bei den Regelungen zur Deckung spezifischer Bedarfe, die ab sofort über pauschale Leistungen abgedeckt werden.

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