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Aktuelles aus Oktober 2016: Neuer Medikationsplan sorgt für mehr Therapiesicherheit

Tabletten. © Foto: Tim Reckmann / pixelio.de
Tabletten und Blisterpackungen auf einem großen Haufen.

Seit 1. Oktober 2016 haben gesetzlich versicherte Patienten, die gleichzeitig dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, einen Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform.

In der Heidelberger Contergan Studie betraf das 2012 immerhin fast ein Viertel der teilnehmenden contergangeschädigten Menschen (24,5 %). Tendenz steigend. Sie können nun ab sofort den neuen Medikationsplan nutzen. Darin werden alle Arzneimittel mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen übersichtlich und verständlich dokumentiert. 

Damit sollen neben contergangeschädigten Menschen vor allem auch ältere, chronisch und mehrfach erkrankte Patienten auf einen Blick sehen, wann sie welches Arzneimittel in welcher Menge einnehmen müssen. Zusätzlich wissen behandelnde Ärzte oder der Apotheker sofort, welche Medikamente gerade verwendet werden und können die notwendige Therapie bzw. Beratung entsprechend anpassen. So sollen Einnahmefehler verhindert, die Medikamentenberatung und der Informationsaustausch zwischen den Behandlern verbessert sowie gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden. 

Die Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans erfolgt durch den Arzt, der den contergangeschädigten Menschen schwerpunktmäßig betreut und die medizinisch notwendigen Therapie- und Diagnostikmaßnahmen koordiniert. Normalerweise sind das die Hausärzte. Erfolgt die ärztliche Betreuung schwerpunktmäßig durch einen Facharzt, dann erstellt dieser den Medikationsplan. Auch die Apotheker sind einbezogen und verpflichtet, bei einer Veränderung der verschriebenen Medikamente den Medikationsplan auf Wunsch des contergangeschädigten Menschen zu aktualisieren.

Ab 2018 soll der Medikationsplan zusätzlich zum Papierausdruck auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Weitere Informationen

Informationen zum Medikationsplan
der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 

Quellen: BMG, Heidelberger Contergan-Studie

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